Trainingslager für Ruderer

Wie sich Hamburger Ruderer auf Olympia vorbereiten

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Björn Jensen
Tim Ole Naske von der RG Hansa sitzt seit vergangenem Jahr im Doppelvierer.

Tim Ole Naske von der RG Hansa sitzt seit vergangenem Jahr im Doppelvierer.

Foto: WITTERS

Tim Ole Naske reist nach Sevilla, Stephan Riemekasten an den Oberrhein. Das Risiko einer Verletzung im Ausland sei zu hoch.

Hamburg. 100 Kilometer auf dem Rennrad, anschließend Koffer packen und ein bisschen chillen – das war das Sonntagsprogramm von Tim Ole Naske, bevor an diesem Montag die Vorbereitung auf die Olympischen Sommerspiele in Tokio (23. Juli bis 8. August) weiter an Fahrt aufnimmt. Mit seinen Teamkollegen aus dem deutschen Doppelvierer reist der 24 Jahre alte Jurastudent von der Ruder-Gesellschaft Hansa ins Trainingslager nach Sevilla – und die Sorge reist angesichts weiterhin hoher Corona-Fallzahlen und stark ausgelasteter Krankenhäuser in der Hauptstadt der spanischen Region Andalusien mit.

„Natürlich schwingt das im Hinterkopf mit“, sagt der gebürtige Hamburger, „aber wir müssen uns bestmöglich auf Olympia vorbereiten, und dafür haben wir in Sevilla optimale Bedingungen. Also gilt es, das Ganze professionell anzugehen und unter Beachtung aller Hygieneregeln durchzuziehen.“ Am Stützpunkt in Ratzeburg war in der vergangenen Woche zwar bei dem frühlingshaften Wetter auch einiges möglich, der lange Winter mit der starken Frostperiode im Februar hat die Sehnsucht nach Wärme jedoch wachsen lassen.

Riemekasten bleibt für Training in Deutschland

Stephan Riemekasten hat sich dennoch für einen anderen Weg entschieden. Der 27-Jährige vom Hamburger und Germania Ruderclub, der um seinen Platz als Ersatzmann im Skuller-Olympiateam kämpft, hätte im bei der EM 2020 in Polen mit Platz sechs schwächelnden Doppelvierer wahrscheinlich die höchste Einsatzchance.

Dennoch reist er lieber mit dem Doppelzweier Stephan Krüger (32/Rostock) und Marc Weber (23/Gießen) ins Trainingslager nach Breisach am Oberrhein. „Das Risiko, jetzt ins Ausland zu fliegen, ist mir als Familienvater zu hoch. Es muss ja gar nicht Corona sein, es reicht ja, dass man wegen einer Verletzung ins Krankenhaus muss. Diese Dinge muss man einkalkulieren“, sagt der Medizinstudent.

Umstände der EM in Varese noch unsicher

Am vergangenen Mittwoch mussten die besten deutschen Skuller ihre Form beim Ergometertest beweisen. Naske, der im Januar in ein Formtief gerutscht war, „aus dem ich noch immer nicht voll wieder heraus bin“, blieb auf der 2000-Meter-Distanz unter sechs Minuten. Riemekasten lag als einziges Teammitglied zwar über der magischen Marke, stellte mit einer 6:05 indes einen persönlichen Bestwert auf.

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„Das harte Training der vergangenen Monate hat sich ausgezahlt. Jetzt hoffe ich, dass ich eine Chance bekomme, das auch auf dem Wasser nachzuweisen“, sagt er. Erste Gelegenheit dazu könnte die EM in Varese (Italien/9. bis 11. April) bieten. Allerdings steht weder fest, dass diese stattfindet, noch welche deutschen Boote starten würden.

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