Fußball-Ticker

Ex-HSV-Profi Orel Mangala trifft nach 23 Sekunden

Lesedauer: 15 Minuten

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Freitag, den 23. Oktober 2020:

Mangalas Blitzor zu wenig: Stuttgart nur 1:1

Der 1. FC Köln ist am Freitagabend beim starken Aufsteiger VfB Stuttgart im 15. Punktspiel in Folge ohne Sieg geblieben und musste sich mit einem 1:1 (1:1) begnügen. Ex-HSV-Profi Orel Mangala hatte nach nur 23 Sekunden für die Gastgeber getroffen. Köln steigerte sich deutlich, Sebastian Andersson (23.) erzielte per Foulelfmeter den verdienten Ausgleich.

So viele Spiele wie der ehemalige HSV-Coach Markus Gisdol hat allerdings noch kein FC-Trainer auf einen Sieg warten dürfen. Zuschauer waren wegen der Corona-Krise keine zugelassen – Anfang Oktober hatten noch fast 10.000 Menschen im Stuttgarter Stadion gejubelt.

Nürnberg erneut führungsschwach, Regensburg stark

Der 1. FC Nürnberg scheitert einmal mehr an seiner „Führungsschwäche“, Jahn Regensburg bleibt ungeschlagen: Der Club von Trainer Robert Klauß tritt durch das 1:1 (1:0) gegen den Karlsruher SC in der Zweiten Bundesliga auf der Stelle, nach dem 5. Spieltag hat der FCN erst sechs Zähler auf dem Konto. Der Jahn feierte in Überzahl hingegen ein verdientes 3:0 (1:0) gegen Eintracht Braunschweig und schob sich mit neun Punkten vorerst auf Rang drei vor.

Felix Lohkemper (15.) brachte die Nürnberger mit dem einzigen Torschuss im ersten Abschnitt nach vorn. Damit ging der FCN auch im fünften Saisonspiel in Führung, zuvor hatte er bereits dreimal seinen Vorsprung verspielt – und auch am Freitagabend reichte es nicht zum Dreier. Der KSC, der wie Nürnberg weiter auf seinen zweiten Saisonsieg wartet, glich durch Marvin Wanitzek (53.) aus. Die Gäste beendeten die Partie nach der Gelb-Roten Karte gegen Dominik Kother (75.) nur mit zehn Mann.

Für Regensburg trafen Albion Vrenezi (5., 78.) und Max Besuschkow (61.) im heimischen Stadion vor Geisterkulisse. Braunschweig agierte ab der 40. Minute in Unterzahl, nachdem Nico Klaß wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte gesehen hatte. Nach dem Platzverweis kam Braunschweig, das bei vier Punkten erst einen Saisonsieg feiern konnte, kaum noch in die Hälfte der Gastgeber.

DFB-Frauen tatenlos für die EM qualifiziert

Die deutschen Frauen sind vorzeitig für die Europameisterschaft 2022 in England qualifiziert. Am Freitagabend sorgte die Ukraine mit einem 1:0 (1:0)-Erfolg über Deutschlands einzigen noch verbliebenen Rivalen Irland dafür, dass das Team von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg bereits vor den beiden letzten Begegnungen gegen Griechenland am 28. November in Regensburg sowie am 1. Dezember in Irland nicht mehr von Rang eins der Qualifikationsgruppe I verdrängt werden kann.

„Wir freuen uns sehr über die vorzeitige EM-Qualifikation“, sagte Voss-Tecklenburg am Freitagabend. „Es bleibt dennoch unser Ziel, auch noch die letzten beiden Spiele in diesem Wettbewerb gegen Griechenland und Irland zu gewinnen. Wir wollen die EM-Qualifikation ohne Punktverlust zu Ende führen.“ Ihr Team trifft am Dienstag (16 Uhr/ARD) in Wiesbaden in einem Testspiel auf den EM-Gastgeber England.

Corona-Verstöße: Rennes drohen Konsequenzen

Nach dem aufsehenerregenden Champions-League-Spiel zwischen Stade Rennes und FK Krasnodar (1:1) drohen dem französischen Erstligisten Konsequenzen. Die Uefa kündigte wegen Verstößen gegen die Corona-Richtlinien die Eröffnung eines Disziplinarverfahrens gegen Rennes an.

Bei der Königsklassen-Premiere der Franzosen am Dienstag waren 5000 Zuschauer zugelassen. Diese hielten sich aber nicht an die behördlichen Vorschriften. Unter anderem war klar zu erkennen, dass die Fans den vorgeschriebenen Mindestabstand missachteten. Zudem trugen viele Zuschauer den Mund-Nasen-Schutz nicht wie vorgeschrieben.

Der Fall wird von der Uefa-Disziplinarkommission bei ihrer Sitzung am 10. November behandelt.

Werder-Ikone Ismaël heuert in Barnsley an

Der frühere Bundesliga-Profi Valérien Ismaël (Werder Bremen/Bayern München) wird neuer Trainer des englischen Zweitligisten FC Barnsley. Wie der Verein am Freitag bekannt gab, unterschrieb der 45-Jährige einen Dreijahresvertrag. Ismael folgt damit auf den Österreicher Gerhard Struber.

„Ich freue mich auf die neue Position und die Herausforderungen, die sie mit sich bringt und ich kann es kaum abwarten, das Team, den Trainerstab und jeden, der beim Verein arbeitet, kennenzulernen. Natürlich auch die Fans, damit wir gemeinsam loslegen können“, wird Ismaël in einer Vereinsmitteilung zitiert.

Der je zweimalige Deutsche Meister und Pokalsieger hatte zuletzt den österreichischen Erstligisten Linzer ASK als Spitzenreiter in die Meisterrunde geführt, jedoch trotz eines Verbotes während der Corona-Pause ein Mannschaftstraining durchgeführt. Nach vier Punkten Abzug und einer schwachen Meisterrunde war das Team auf Rang vier abgerutscht und Ismaël im Juli entlassen worden.

WM-Quali: Cunha fliegt aus Brasilien-Kader

Herthas Matheus Cunha muss den Platz in der brasilianischen Nationalmannschaft wieder räumen. Trainer Tite holte am Freitag für die WM-Qualifikation in Südamerika nach dessen Verletzung Gabriel Jesus ((Manchester City) zurück in den Kader und verzichtete auf den Hertha-Spieler. Brasilien trifft am zweiten Spieltag der Eliminatórias am 13. November in São Paulo auf Venezuela und am 17. November in Montevideo auf Uruguay.


Cunha war für den Auftakt der WM-Qualifikation in Südamerika im Oktober vom brasilianischen Verband erstmals in den A-Kader berufen worden. Der Offensivspieler kam in den WM-Qualifikationsspielen gegen Bolivien und in Peru aber nicht zum Einsatz. Bisher hat der 21 Jahre alte Cunha nur in der Olympia-Mannschaft Brasiliens gespielt.

BVB: Can hat Corona, Derby findet statt

Nun hat auch Borussia Dortmund seinen ersten Corona-Fall zu beklagen: Der deutsche Nationalspieler Emre Can ist positiv auf Covid-19 getestet worden. Der 26-Jährige sei aktuell symptomfrei und befinde sich in häuslicher Quarantäne, teilte der Club mit. Da alle weiteren Testergebnisse negativ ausfielen, stehe einer Austragung des Revierderbys am Sonnabend gegen Schalke 04 (18.30 Uhr/Sky) „nichts im Wege“.

Nach Rücksprache mit dem Dortmunder Gesundheitsamt wurde lediglich die ursprünglich für 17 Uhr angesetzte Trainingseinheit am Freitag kurzfristig auf 18.30 Uhr verschoben. Vor Can hatten sich aus dem DFB-Team bereits Manchester Citys Ilkay Gündogan und Bayerns Serge Gnabry mit dem Coronavirus infiziert.

3. Liga: Zwickau vs. Türkgücü abgesagt

Nach drei Corona-Fällen beim Drittliga-Aufsteiger Türkgücü München ist das für Freitagabend angesetzte Punktspiel beim FSV Zwickau abgesagt worden. Wie der DFB mitteilte, geschah dies auf offiziellen Antrag der Münchner. Die Entscheidung sei in Abstimmung mit dem zuständigen Gesundheitsamt sowie im Einvernehmen mit Zwickau getroffen worden. Nun muss ein Nachholtermin gefunden werden.

Nach den drei Coronafällen befinden sich seit Freitag 18 Spieler von Türkgücü sowie Mitglieder des Trainer- und Betreuerstabs in Quarantäne, darunter der komplette Spieltagskader der Münchner für die Partie in Zwickau. Es ist die dritte Spielabsage in der laufenden Saison der 3. Liga.

Özil-Berater greift Arsenal-Trainer an

Nach der Ausbootung von Ex-Weltmeister Mesut Özil hat dessen Berater Arsenal-Trainer Mikel Arteta scharf kritisiert. „Die Fans verdienen eine ehrliche Erklärung und nicht, dass Arteta sagt, er habe Özil enttäuscht. Das hat er nicht. Er hat es versäumt, fair, offen und ehrlich zu sein und jemanden, der unter Vertrag steht, mit Respekt zu behandeln“, sagte Erkut Sogut dem US-Sender ESPN. „Jeder weiß, dass er ihn nicht fair behandelt hat. Er hat ihm keine Chance gegeben, sich zu zeigen.“

Özil war nicht für den Premier-League-Kader des FC Arsenal nominiert worden und kann damit bis Jahresende nur für die U23 des Clubs oder in Pokalwettbewerben zum Einsatz kommen. Arteta hatte dies als „eine fußballerische Entscheidung“ begründet. Özil selbst hatte bei Instagram seine Enttäuschung geäußert. Es mache ihn traurig, dass seine Loyalität und Treue nicht erwidert werden.

Corona-Regeln missachtet: Jovic droht Haftstrafe

Luka Jovic von Real Madrid droht in seiner serbischen Heimat wegen eines angeblichen Verstoßes gegen die Corona-Regeln eine Haftstrafe. Die Staatsanwaltschaft in Belgrad erhob Anklage gegen den früheren Frankfurter und forderte sechs Monate Haft. Das teilte die Justizbehörde mit. Das Gericht muss nun über die Annahme der Anklage entscheiden.

Jovic soll im März seine Wohnung in Serbien verlassen haben, obwohl er aus einem Gebiet mit hohen Corona-Fallzahlen eingereist war. Den Vorschlag der Staatsanwaltschaft, eine Entschädigungssumme in Höhe von 30.000 Euro für wohltätige Zwecke zu zahlen, lehnte er ab.

Was Jovic vorgeworfen wird

Zu Beginn der Corona-Pandemie war Jovic mit der Erlaubnis der Madrilenen aus Spanien zu seiner Familie nach Serbien geflogen. Lokale Medien berichten, dass der 22-Jährige in Belgrad unterwegs gewesen und mit Freunden gefeiert haben soll. Nach den damaligen Vorschriften hätte sich Jovic zwei Wochen in Quarantäne begeben müssen.

Der Stürmer erklärte, er sei sowohl in Spanien als auch nach seiner Ankunft in Serbien negativ getestet worden. Er habe zudem keine klaren Anweisungen erhalten, wie er sich in der Selbstisolierung zu verhalten habe.

Senat kritisiert Union-Heimspiel mit 4500 Fans

Die Berliner Senatsverwaltung für Inneres und Sport hat die Entscheidung zur Zulassung von rund 4500 Zuschauern beim Heimspiel des 1. FC Union gegen den SC Freiburg als „falsches Signal“ bezeichnet. Man habe sich „eine andere Lösung gewünscht“, teilte ein Sprecher mit. „Die Entscheidung darüber liegt aber bei der DFL, den Vereinen und den jeweils zuständigen Gesundheitsämtern der Bezirke (im aktuellen Fall Treptow-Köpenick). Von der Innen- und Sportverwaltungsseite haben wir da keine Handhabe.“

Am Donnerstag hatte das lokale Gesundheitsamt trotz stark steigender Infektionszahlen in der Hauptstadt dem Hygienekonzept der Unioner zugestimmt. Die Veranstaltung wurde mit den insgesamt maximal möglichen 5000 Teilnehmern zugelassen. Allerdings sind Fangesänge und Sprechchöre auf den Tribünen für die Fans untersagt. So sieht es die Berliner Infektionsschutzverordnung vor.

Zuschauer? Innenministerium für einheitlichere Regeln

Die unterschiedlichen Entscheidungen zu Zuschauern bei Bundesliga-Spielen stoßen bei der Bundesregierung auf Kritik. Was angesichts der gestiegenen Corona-Infektionszahlen im konkreten Fall sinnvoll sei, sei zwar Sache der örtlichen Gesundheitsämter, betonte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums. Die Bundesregierung appelliere aber an die Verantwortlichen, „hier zu einem einheitlichen Verfahren zu kommen“ haben. Das Hygienekonzept des DFB gelte nach wie vor. Nichtsdestotrotz sei es vor dem Hintergrund eines stärkeren Infektionsgeschehens sinnvoll, auch Konzepte, die man erarbeitet hat, zu überprüfen.

Am vergangenen Wochenende waren bei Hoffenheim gegen Dortmund in Sinsheim wegen eines niedrigen Inzidenzwerts noch 6030 Zuschauer zugelassen, während in vielen anderen Stadien schon wieder vor leeren Rängen gekickt wurde. An diesem Wochenende sieht es nicht anders aus: Bei Union Berlin und dem VfL Wolfsburg sind Zuschauer in einem bestimmten prozentualen Anteil gestattet, in den meisten anderen Arenen dürfen nur wenige oder gar keine Fans dabei sein.

Fünf Corona-Fälle bei HSV-Rivale Heidenheim

Fünf Personen des Zweitligisten 1. FC Heidenheim sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte der Club mit, ohne die Namen der Betroffenen zu nennen. Die Mannschaft sowie das Trainer- und Funktionsteam hätten sich jeweils nach Hause begeben. Zunächst sei Maximilian Thiel am Mittwoch positiv getestet worden. Daraufhin sei am Donnerstag eine weitere Testreihe durchgeführt worden, bei der Thiel negativ getestet wurde, aber fünf andere positive Ergebnisse auftraten, sagte ein Sprecher.

An diesem Freitag soll eine weitere Testreihe erfolgen. Diese soll Aufschluss darüber geben, in welcher Form der Trainingsbetrieb fortgeführt werden kann. Nach Angaben des Sprechers sei schwer zu sagen, ob das Heimspiel gegen den VfL Osnabrück am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) ausgetragen werden kann. Man befände sich im Austausch mit dem Gesundheitsamt.

3. Liga: Magdeburg spielt vor 7500 Fans

Die Drittliga-Partie des 1. FC Magdeburg gegen den SV Wehen Wiesbaden am Sonnabend (14 Uhr/MagentaSport) kann wie geplant vor bis zu 7500 Zuschauern über die Bühne gehen. Allerdings gilt nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt Magdeburg ab sofort eine durchgängige Maskenpflicht in der MDCC-Arena für alle Stadionbesucher. Der am Donnerstag zunächst ausgesetzte Kartenvorverkauf wurde am Freitagvormittag wieder aufgenommen.

Corona-Entwarnung bei Werder Bremen

Werder Bremen hat nach einem Corona-Fall eines Spielers das Training wieder aufgenommen. Die Testreihen, die am Freitagvormittag beim Team sowie Trainer- und Funktionsstab durchgeführt wurden, fielen alle negativ aus. Damit findet auch das Spiel am Sonntag gegen Hoffenheim (18 Uhr/Sky) statt.

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Mancini entschuldigt sich für Corona-Cartoon

Der italienische Nationaltrainer Roberto Mancini hat sich nach einem Fehltritt bei Instagram entschuldigt. Mancini hatte im Sozialen Medium einen Cartoon zum Thema Corona veröffentlicht und damit einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. „Ich hatte nicht die Absicht, respektlos gegenüber Patienten und Opfern von Covid-19 zu sein. Wenn dieser Eindruck entstanden ist, entschuldige ich mich“, schrieb Mancini (55) bei Twitter.

Das Bild zeigte eine Krankenschwester, die ihren Patienten fragte: „Wissen sie, warum sie krank geworden sind?“ Der Patient antwortete: „Durch das Anschauen der Nachrichten.“ In Italien sind bislang fast 39.000 Menschen an Corona gestorben. Der Instagram-Post ist inzwischen wieder gelöscht.

VfB befürchtet wirtschaftliche Absteiger

Stuttgarts Sportdirektor Sven Mislintat rechnet durch die aktuelle Krise mit großen Verlusten für den Bundesligisten. „Wir werden über alle Budgettöpfe hinweg bis zu 30 Millionen Euro verlieren im Vergleich zur Pre-Corona-Zeit“, sagte der 47-Jährige „Spox“ und „Goal“. „Das muss erst einmal kompensiert werden.“

Allzu große Ziele will Mislintat mit dem Aufsteiger daher vorerst nicht ausrufen. Zunächst gehe es darum, die Klasse zu halten „mit der Prämisse, dass wir in der Corona-Krise wirtschaftlich gesund bleiben“, sagte er. „Wir leben in Zeiten, in denen es plötzlich vorstellbar erscheint, dass es nicht nur sportliche, sondern auch wirtschaftliche Absteiger aus der Bundesliga geben könnte.“