Champions-League-Finale

Szenen des Nachspiels: Söder begrüßt Bayern in München

Blog: Bayern zurück in München. Presse tadelt weinenden Neymar, adelt dafür Coman und Neuer. Party in München und Marseille.

Lissabon. Ausgerechnet der in Paris geborene Kingsley Coman hat mit dem wichtigsten Tor seiner Karriere den zweiten Triple-Jahrgang des FC Bayern München zu den Fußball-Königen von Europa gekürt.

Das 500. Champions-League-Tor der Münchner entschied am Sonntagabend beim 1:0 (1:0) ein intensives, enges und hart umkämpftes Endspiel gegen Paris Saint-Germain (PSG) beim Finalturnier in Lissabon. Der Schlusspfiff war der Start in eine lange Partynacht.

Bayern vs. PSG: Fan-Reaktionen im Zeitraffer

Kimmich serviert für PSG-Azubi Coman

Held des Abends im Estádio da Luz war neben dem bärenstark haltenden Manuel Neuer Außenstürmer Coman, der bei PSG ausgebildet wurde und dort auch als 16-Jähriger sein Profidebüt gefeiert hatte.

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Bayerns "King" köpfte nach einer Superflanke von Joshua Kimmich in der 59. Minute das Tor zum Triple. Der Schachzug von Bayern-Trainer Hansi Flick war aufgegangen: Er hatte Coman für Ivan Perisic aufgeboten. Die Pariser Vergangenheit Comans sei "vielleicht eine Extra-Motivation", hatte Flick beim Streamingdienst Dazn gesagt.

Abendblatt.de hält Sie rund um das große Finale auf dem Laufenden.

NACH DEM SPIEL:

FC Bayern zurück in München

Die Triple-Helden des FC Bayern sind wieder in München. Die Maschine aus Lissabon mit der Mannschaft von Trainer Hansi Flick an Bord landete auf dem Flughafen der bayerischen Hauptstadt. Mit Wasserfontänen wurde der Flieger der Münchner begrüßt. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nahm den Tross auf dem Vorfeld in Empfang und beglückwünschte das Team auf einem roten Teppich zum Erfolg. Nationaltorwart Manuel Neuer, wie auch seine Mitspieler in einem schwarzen T-Shirt mit der weißen Aufschrift „TRIPLE 2020“, trug den silbernen Henkelpott aus der Maschine.

Der deutsche Fußball-Rekordmeister hatte am Sonntagabend in Lissabon gegen Thomas Tuchels Paris Saint-Germain mit 1:0 die Champions League gewonnen und sich so zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte das Triple aus Meisterschaft, DFB-Pokal und Königsklassen-Titel gesichert.

Ribéry: "Hansi, du verdienst diesen Sieg"

Auch Franck Ribéry hat seinem Ex-Club Bayern München gratuliert. Der französische Stürmer der AC Florenz feierte seine ehemaligen Teamkollegen per Twitter. „Wieder ein Triple. Ich gratuliere Jungs, was für eine Saison! Super Bayern!!!“, kommentierte der 37-Jährige.

Ribéry sparte auch nicht mit Lob für Trainer Hans Flick. „Hansi, du verdienst diesen Sieg, du hast eine fantastische Arbeit gemacht. Du bis eine außerordentliche Person und ein großer Coach. Was für ein Resultat!“, schrieb Ribéry.

Tuchel weiter bei PSG? "Gehe fest davon aus"

Thomas Tuchel geht nach dem verlorenen Champions-League-Finale gegen den FC Bayern von einem Verbleib als Trainer bei Paris Saint-Germain aus. „Ich weiß nichts anderes. Ich gehe mal fest davon aus“, sagte der 46-Jährige beim TV-Sender Sky.

Tuchel, dessen Vertrag bis 2021 läuft, ist in dieser Saison mit PSG Meister und Pokalsieger geworden, das große Ziel der Geldgeber und Club-Eigentümer aus Katar hatte das Starensemble um Neymar und Kylian Mbappé am Sonntag gegen den deutschen Rekordmeister aber verpasst. Die Bayern gewannen im Estádio da Luz mit 1:0 (0:0).

„Ich habe es vorher gefühlt, dass es wahrscheinlich auf die erste Torchance ankommt“, sagte Tuchel. „Dass wir leiden werden, dass wir gegen eine starke Mannschaft spielen. Wir haben einen großen Kampf gesehen. Wir wollten es unbedingt wissen.“

Tuchel über Neuer: "Wettbewerbsverzerrung"

Den Münchner Nationaltorwart Manuel Neuer, der einige starke Szenen hatte, lobte der frühere Bundesliga-Trainer in höchsten Tönen. „Das ist natürlich ein bisschen Wettbewerbsverzerrung“, sagte Tuchel: „Er ist zum falschen Moment in absoluter Topform, er hat das Torwartspiel auf ein neues Niveau gehoben. Leider für uns.“

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Pressekonferenz mit Flick nach dem Bayern-Coup

Doppeltes Triple für Lewandowski

Robert Lewandowski (32) machte es sich im Bett mit dem Henkelpott gemütlich. Nach dem Champions-League-Triumph in Lissabon veröffentlichte der FC Bayern ein Foto seines Torjägers, wie er die silberne Schönheit an seiner Seite anschmachtete.

Lewandowski feierte durch das 1:0 gegen PSG sogar ein doppeltes Triple: Der polnische Stürmer gewann mit seiner Mannschaft nicht nur Meisterschaft, DFB-Pokal und die Königsklasse, sondern war auch in allen drei Wettbewerben bester Torschütze. „Er spielt einfach eine Wahnsinnssaison“, befand Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.

15 Mal traf Lewandowski, der im Finale leer ausging, in der Champions League, 34 Mal konnte er in der Bundesliga jubeln und sechs Treffer erzielte er im DFB-Pokal. „Ich bin keiner, der einzelne Spieler heraushebt“, sagte Trainer Hansi Flick nach dem Triumph von Lissabon, den Lewandowski auch mit einer Fahne seines Heimatlandes feierte. „Er ist aber Torschützenkönig geworden, er ist für uns ein wahnsinnig wichtiger Spieler wie so viele andere auch.“

Neymar gratuliert "Bayer" – Leverkusen dankt

Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen: Neymars noble Geste, nach dem verlorenen Finale den Bayern zu gratulieren (siehe auch früheren Eintrag), rief dummerweise einen anderen Fußball-Bundesligisten auf den Plan. „Parabens ao Bayer“, „Glückwunsch an Bayer“, schrieb der Brasilianer bei Twitter und vergaß ein „N“ im Namen der Sieger.

Schon wenige Minuten später antwortete der spanischsprachige Twitterkanal von Bayer Leverkusen spaßig: „Keine Ahnung, warum du uns gratulierst, wir sind doch noch in Ferien. Aber dennoch, danke.“

Der 28-jährige Brasilianer meldete sich nach der Niederlage in Lissabon zudem bei Instagram zu Wort. Rätselhaft mit einem Bibelwort aus dem zweiten Brief Paulus´ an Timotheus „Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, die Treue bewahrt“.

Das war alles, was er zu einem einzigen Schuss aufs Tor, ganzen vier erfolgreichen Dribblings, aber 27 Ballverlusten im Finale in Lissabon zu sagen hatte. Am Ende war er ein Häufchen Elend, das sich weinend auf der Spielerbank versteckte und nur unwillig zur Siegerehrung schritt.

Alaba tröstet weinenden Neymar

Die wohl kurioseste Szene des Champions-League-Finales ereignete sich unmittelbar nach dem Schlusspfiff. Während seine Mitspieler jubelnd über den Rasen hüpften, dachte David Alaba auch an die Verlierer.

Der Österreicher nahm Paris’ weinenden Superstar Neymar in den Arm und spendete ihm minutenlang Trost. Eine große Geste von Alaba, die allerdings nicht viel an Neymars Trauer änderte.

„Untröstlich“, schrieb die französische Sportzeitung „L’Équipe“ am Montag in großen Lettern über ein Titelbild mit Neymar und kommentierte: „Bonjour Tristesse“.

Festnahmen nach Triple-Feier in München

Auch in München hat die Polizei bei den Feiern zum Champions-League-Sieg mehrere Menschen festgenommen worden – in dem Fall wegen des Zündens von Pyrotechnik (siehe auch Eintrag zu Paris-Krawallen).

Mehr als zehn Personen seien wegen Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz angezeigt worden, teilten die Beamten am Montag mit. Sie kamen wieder auf freien Fuß.

Weil eine 46-Jährige bei der Festnahme Widerstand leistete und ein 48-Jähriger ihr helfen wollte, wurden die beiden zudem wegen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte und Gefangenenbefreiung angezeigt.

In der Münchner Innenstadt hatten mehrere Tausend Menschen an verschiedenen Stellen gefeiert. Weil dabei allerdings immer wieder die zu Corona-Zeiten geltenden Mindestabstände unterschritten wurden, sprachen die Polizisten gezielt Leute an und machten Lautsprecherdurchsagen. Wegen Autokorsos staute sich an einigen Orten zudem der Verkehr.

12,79 Millionen sehen Bayern-Sieg im ZDF

Bayern Münchens Triumph hat dem ZDF einen Quotenerfolg beschert. 12,79 Millionen Menschen sahen das Finale am Sonntagabend im Zweiten. Das entspricht nach Angaben des Senders einem Marktanteil von 39,9 Prozent.

Der öffentlich-rechtliche Sender hatte mittels einer Sub-Lizenz die Übertragungsrechte vom Pay-TV-Sender Sky erworben, der ebenfalls übertrug und 1,04 Millionen Zuschauer hatte. Auch der kostenpflichtige Internet-Anbieter Dazn zeigte am Sonntag das Finale, veröffentlicht aber keine Zahlen.

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Bei der bisher letzten Endspielübertragung im ZDF hatten im Mai 2018 13,09 Millionen Menschen die Niederlage des FC Liverpool gegen Real Madrid angeschaut. Der Marktanteil betrug 38 Prozent. Das englische Finale des Vorjahres zwischen dem siegreichen FC Liverpool von Trainer Jürgen Klopp und Tottenham lief nicht im frei zu empfangenden Fernsehen, sondern nur bei den Pay-Anbietern Sky und Dazn.

Die bisher erfolgreichste Champions-League-Übertragung des ZDF war das deutsche Finale 2013, als 21,61 Millionen Menschen den Bayern-Sieg gegen Borussia Dortmund sahen. Der Marktanteil lag bei 61,7 Prozent.

Tausende Marseille-Fans feiern PSG-Pleite

Des einen Leid ist des anderen Freud: Dieser Spruch traf nach der Niederlage von PSG auf die Fans des Erzrivalen Olympique Marseille zu – der bis auf Weiteres einziger französischer Titelträger im Landesmeistercup bleibt.

Die Anhänger in Marseille strömten vor Freude über die Niederlage von PSG in Lissabon zu Tausenden auf die Straßen, feierten, brannten Bengalos ab und schossen Leuchtraketen in den Marseiller Nachthimmel.

Doch ähnlich wie Paris (siehe früherer Eintrag) blieb auch die Hafenstadt nicht von Ausschreitungen verschont. Auf Bildern war zu sehen, wie Fans etwa einen brennenden Container umwarfen.

Die Polizei in Marseille hatte vor dem Finale PSG-Fankleidung in der Innenstadt verboten. Nach Kritik hatte die Polizei in Marseille das Verbot zurückgenommen.

Marseille steht wegen PSG-Niederlage Kopf

Steinmeier beglückwünscht den FC Bayern

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier gratulierte ebenfalls. „Sie runden damit eine Saison ab, in der Sie bereits die Deutsche Meisterschaft und den DFB-Pokal eindrucksvoll gewonnen haben", schrieb er an die Bayern und Hansi Flick gerichtet.

"Hunderttausende Fans und Fußballfreunde in Deutschland und auf der Welt konnten zwar im Stadion nicht dabei sein, haben aber von zu Hause mitgefiebert. Fußball verbindet uns – auch in Zeiten von Corona!“, heißt es in dem Glückwunschschreiben.

„Ihre großartigen Leistungen sind ein Riesenerfolg für Ihre Mannschaft und für den deutschen Fußball insgesamt“, schrieb Steinmeier.

Söder empfängt die Bayern am Flughafen

Auch deutsche Politiker reihten sich in die Schar der Gratulanten ein. „Gratulation an den @FCBayern! Gewinn der Champions League krönender Abschluss einer herausragenden Saison!“, twitterte etwa Markus Söder (CSU) kurz nach dem Schlusspfiff:

Bayerns Ministerpräsident wollte die Mannschaft des FC Bayern nach dem Triple-Sieg direkt am Münchner Flughafen in Empfang nehmen. Geplant sei eine Begrüßung samt Gratulation auf dem Rollfeld am Montagnachmittag, sagte ein Sprecher der Staatskanzlei. Die Sondermaschine aus Lissabon mit dem Team an Bord sollte gegen 16 Uhr landen.

Der FC Bayern hatte angekündigt, Mannschaft und Delegation würden infolge der Corona-Hygieneregeln mit Bussen direkt von einer Vorfeldposition abgeholt und nicht zu sehen sein, damit es keine Menschenansammlungen am Airport gibt.

Polens Spitzenpolitik gratuliert Lewandowski

Polens Staatsoberhaupt Andrzej Duda hat Stürmerstar Robert Lewandowski gratuliert. „Robert Lewandowski ist Torschützenkönig der Champions League. Bravo! Glückwunsch!“, schrieb Duda in der Nacht auf Montag bei Twitter.

Auch Ministerpräsident Mateusz Morawiecki äußerte sich auf Twitter. Das Match zwischen Bayern und Paris Saint-Germain sei eine großartige Vorstellung voller Emotionen gewesen, lobte der Regierungschef und gratulierte sowohl der Siegermannschaft als auch Lewandowski.

Bayerns Profis im knallharten Terminstress

Nur 18 Tage nach dem Champions-League-Finale beginnt für die Bayern-Profis bereits die neue Saison mit dem Verein. Am 11. September steht für den Titelverteidiger in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen den Fünftligisten 1. FC Düren das erste Pflichtspiel auf dem Programm. Eine Woche später eröffnet der deutsche Meister die Bundesligasaison mit einem Heimspiel gegen Schalke.

Im September stehen auch gleich noch zwei Finals im Spielplan: Am 24. September geht es in Budapest gegen den Europa-League-Gewinner FC Sevilla um den Uefa-Supercup. Und nur sechs Tage später wird im Prestigeduell mit Vizemeister Borussia Dortmund in der Münchner Allianz Arena der nationale Supercup-Sieger ermittelt.

Trainer Hansi Flick will seinen Triple-Gewinnern nach der extrem langen Corona-Saison trotzdem noch einmal einen ausreichenden Urlaub gönnen. „Es uns jetzt auch gut, wenn wir 14 Tage mal durchschnaufen können“, sagte er nach dem 1:0 gegen PSG. Das wäre bis wenige Tage vor dem Start im Pokal. Er werde sich in der freien Zeit „Gedanken zu machen, wie es dann weitergeht“.

Einige Bayern-Akteure werden jedoch schon Anfang September wieder Länderspiele für ihre jeweiligen Nationalmannschaften bestreiten müssen. Bundestrainer Joachim Löw verzichtet aber zum Beispiel auf vier stark belastete Bayern-Profis (Neuer, Kimmich, Goretzka, Gnabry) in den Nations-League-Partien gegen Spanien (3. September) und die Schweiz (7. September). Löw will nur die lange verletzten Niklas Süle und Leroy Sané nominieren. Neuzugang Sané durfte nach seinem Transfer von Manchester City beim Champions-League-Finalturnier in Portugal noch nicht für die Bayern auflaufen.

Flick über Thiago: "Hat mir gesagt, er bleibt"

Trainer Hansi Flick umarmte seinen Mittelfeldregisseur Thiago nach der erfolgreichen „Mission Triple“ innig und sprach mit dem Spanier auf dem Rasen des „Stadion des Lichts“ über dessen Zukunft. „Er hat mir gesagt, dass er bleibt“, sagte Flick nach dem Finale der Champions League in Lissabon auf die Frage, ob es denn das Abschiedsspiel von Thiago bei Bayern München gewesen wäre.

Flick behielt für einige Sekunden sein Pokerface, und lachte dann laut los. „Ich habe ihm einfach gedankt für die Zeit, wie jedem anderen Spieler auch“, sagte Flick und klärte auf: „Ich weiß es nicht, er weiß es selbst auch noch nicht, weil wir uns alle auf dieses Champions-League-Finale konzentriert haben zu 100 Prozent.“

Man müsse jetzt abwarten, „was die nächsten Tage ergeben“, sagte Flick. Thiago (29) hatte nach sieben Jahren in München bereits seinen Wechselwunsch geäußert, der englische Meister FC Liverpool mit Trainer Jürgen Klopp gelten als größter Interessent.

19 Millionen Euro Siegprämie für den FCB

Der dritte Champions-League-Triumph beschert dem FC Bayern eine Rekordsumme bei den Uefa-Prämien. Mit Sieg im Endspiel steigerte der deutsche Rekordmeister seine Einnahmen auf 115,69 Millionen Euro, sofern die Uefa wegen geringerer Erlöse aus der Vermarktung der Königsklasse keine Corona-Abschläge vornimmt.

Dazu kommen noch ein knapp zweistelliger Millionenbetrag aus dem sogenannten Marktpool sowie die Zuschauereinnahmen aus drei Heimspielen in der Gruppenphase, die vor Corona noch in einer ausverkauften Münchner Allianz Arena ausgetragen werden konnten.

Allein der Finalsieg gegen PSG wird von der Uefa mit 19 Millionen Euro honoriert. Als erstes Team überhaupt gewannen die Bayern alle Partien in einer Königsklassen-Saison, nämlich elf.

Neymar und Mbappé gratulieren fair

Bei aller Enttäuschung und allen Tränen hat sich Neymar aber auch als fairer Sportsmann bewiesen. Nach dem Spiel gratulierte er wie auch Co-Star Kylian Mbappé den Bayern zum Titel. Beide Profis äußerten sich in der Nacht zum Montag via Twitter.

„Verlieren ist Teil des Sports, wir versuchen alles, wir kämpfen bis zum Ende“, schrieb der Brasilianer Neymar zudem. Der Franzose Mbappé meinte, er sei „enttäuscht, dieses Jahr nicht mit der besten Auszeichnung zu beenden“, aber so sei das Leben. Man habe mit aller Kraft gekämpft.

Neymars "symbolische Tränen": Die Pressestimmen

Der FC Bayern als "Metronom" und "unbestritten beste Mannschaft der Welt" mit einem "brillianten" Manuel Neuer, Neymar dagegen als ein Häufchen Elend – so bewerte die internationale Presse das Finale zwischen München und Paris:

Coman kann gegen PSG "nicht zurückziehen"

Matchwinner Kingsley Coman hat große Empathie mit seinem Ex-Club PSG gezeigt. „Ich fühle schon mit meiner Heimatstadt“, sagte der 24-Jährige, der von der Uefa zum „Man of the Match“ gekürt wurde. Aber auch dies hier: „Das ist ein unglaublicher Tag für mich, der schönste Tag meines Lebens, was den Fußball angeht.“

Der französische Nationalspieler, dessen Eltern aus dem Überseedepartement Guadeloupe stammen, wurde 1996 in Paris geboren und in der Jugendakademie von PSG ausgebildet. Dort feierte er im Februar 2013 als 16-Jähriger sein Profidebüt, ehe Coman 2014 zu Juventus Turin wechselte. Von dort ging „King“ 2015 nach nur einer Saison (zunächst auf Leihbasis) zu den Bayern.

„Ich bin sehr, sehr, sehr glücklich“, sagte der technisch beschlagene Flügelflitzer über sein Siegtor, sein achtes im 30. Champions-League-Spiel, „das ist ein unglaublicher Abend für den Club. Ich wollte natürlich ein gutes Spiel machen. Aber das ist nichts gegen PSG. Ich bin jetzt 100 Prozent Bayern. Da kann ich nicht aus alter Verbundenheit zurückziehen.“

PSG-Fans randalieren – Festnahmen

In Paris ist es nach dem Finale zu Ausschreitungen gekommen. PSG-Fans zertrümmerten Schaufenster, setzten Fahrzeuge in Brand und verwüsteten Geschäfte. Wie die Polizei am Montag mitteilte, wurden 148 Personen festgenommen.

Die Gewalttätigkeiten ereigneten sich während und nach dem Spiel am Sonntagabend rund um den Prinzenpark und auf den Champs-Elysees, teilte die Polizei auf Twitter mit.

Trotz der Coronavirus-Pandemie hatten 5000 PSG-Fans die Übertragung des Finales aus Lissabon im Stadion verfolgen können.

Mehr zu den Ausschreitungen lesen Sie hier.

EC-Titel: Bayern schließt zu Liverpool auf

Bayern München hat zum sechsten Mal den Henkelpott gewonnen und sicherte sich damit zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte das begehrte Triple.

Damit schlossen die Münchner in der Liste der Rekordsieger zum FC Liverpool auf. Beide Vereine triumphierten im Europapokal der Landesmeister und dem Nachfolgewettbewerb Champions League sechsmal. Mehr Siege im wichtigsten europäischen Vereinswettbewerb haben nur noch Real Madrid (13) und der AC Mailand (7) vorzuweisen.

Für Bayern München ist es insgesamt der achte europäische Titel, nur vier Mannschaften haben mehr. Außerdem ist Bayern einer von sechs Vereinen, die alle drei europäischen Wettbewerbe mindestens einmal gewonnen haben. 1967 triumphierte der FCB im Europapokal der Pokalsieger, 1996 im Uefa-Cup.

Paris St. Germain muss nach dem Triumph im Europapokal der Pokalsieger in der Saison 1995/96 weiter auf seinen zweiten internationalen Titel warten. Mit 15 Titeln führt Real Madrid das Ranking der erfolgreichsten Europacup-Clubs an.

Das Europapokal-Ranking:

  1. Real Madrid: Insgesamt 15 Titel (13 Landesmeister/0 Pokalsieger/2 Uefa-Cup oder Europa League)
  2. FC Barcelona: 11 (5/4/3)
  3. AC Mailand: 9 (7/2/-)
  4. FC Liverpool: 9 (6/-/3)
  5. Bayern München: 8 (6/1/1)
  6. Ajax Amsterdam: 6 (4/1/1)
  7. Inter Mailand: 6 (3/-/3)
  8. Juventus Turin: 6 (2/1/3)
  9. Manchester United: 5 (3/1/1)
  10. FC Chelsea: 5 (1/2/2)
  11. FC Sevilla: 6 (-/-/6)
  12. FC Porto: 4 (2/-/2)
  13. Atletico Madrid: 4 (-/1/3)
  14. FC Valencia: 4 (-/1/3)
  15. Feyenoord Rotterdam: 3 (1/-/2)
  16. AC Parma: 3 (-/1/2)
  17. Tottenham Hotspur: 3 (-/1/2)
  18. RSC Anderlecht: 3 (-/2/1)

Vereine mit zwei Titeln: u.a. Borussia Dortmund (1/1/-) und Benfica Lissabon (2/-/-)

Kostet Barça Bayerns Titel fünf Millionen Euro?

Nach dem Triple mit Bayern München hofft der Brasilianer Philippe Coutinho auf ähnlich erfolgreiche Tage beim alten und neuen Arbeitgeber FC Barcelona. „Ich werde dafür arbeiten, dass die Dinge, die bisher nicht eintraten, mir die nächste Saison gelingen“, sagte er nach dem Finale.

„Ich kehre mit viel Lust nach Barcelona zurück“, verkündete der 28-Jährige im Interview mit dem brasilianischen TV-Kanal Esporte Interativo. Die Katalanen hatten den offensiven Mittelfeldspieler im vergangenen Sommer auf Leihbasis an die Isar abgegeben, nachdem der 120-Millionen-Euro-Mann in eineinhalb Jahren in Spanien nie richtig an seine Leistungen aus der Zeit beim FC Liverpool anknüpfen konnte.

Während die Reds, wo er Leistungsträger war, nach seinem Wechsel gleich zweimal das Champions-League-Finale erreichten und 2019 gewannen, war Coutinho bei Barca und auch bei den Bayern oft nur zweite Wahl. „Es war ein Jahr mit Höhen und Tiefen“, beschrieb er dann auch seine Zeit in München, „Barcelona war aber immer der Klub, von dem ich geträumt habe zu spielen.“

In den kommenden Tagen steht ein Gespräch mit Ronald Koeman, dem neuen Mann auf der Kommandobrücke der Spanier, an. „Ich bin überglücklich über diesen Titel. Das war mein letztes Spiel in diesem Trikot“, sagte Coutinho. Offen bleibt die Frage, ob Barcelona nun die vertraglich festgelegte Summe von 4,5 Millionen Britische Pfund (5 Mio Euro) für einen Champions-League-Triumph Coutinhos an Liverpool überweisen muss.

"Lewy" erster Buli-Schützenkönig seit 1994

Robert Lewandowski hat als erster Spieler eines Bundesligisten seit 1994 die meisten Tore in einer Champions-League-Saison erzielt. Der Torjäger von Bayern München kam auf 15 Treffer und lag damit vor Erling Haaland, der für Red Bull Salzburg und Borussia Dortmund zehn Tore erzielte, sowie seinem Teamkollegen Serge Gnabry (neun Tore).

Letzter Bundesliga-Spieler mit den meisten Toren war der Neuseeländer Wynton Rufer, der 1993/1994 achtmal für Werder Bremen erfolgreich gewesen war. Letzter deutscher Top-Torjäger war Karl-Heinz Rummenigge 1980/1981.

Den Tor-Rekord verpasste Lewandowski indes: Der Portugiese Cristiano Ronaldo hatte in der Saison 2013/2014 im Trikot von Real Madrid 17-mal getroffen.

Kimmich: "Der größte Tag meiner Karriere"

Auch Joshua Kimmich beschrieb dem ZDF seine Gefühlslage. Der Sieg sei demnach "der größte Tag in meiner Karriere. Es ist noch gar nicht zu beschreiben." Es sei "das Maxixum, was man erreichen kann, wenn man mit Brüdern auf dem Platz steht".

Gleichwohl fand auch der Flankengeber des goldenen Treffers einen Kritikpunkt: "Auch heute waren wir nicht fehlerfrei, trotzdem hatten wir dieses Gefühl der Unschlagbarkeit."

Thomas Müller: "Der Haufen ist Wahnsinn"

Auch Thomas Müller bedankte sich nach dem Schlusspfiff (und einem kurzen Schwindelgefühls: "Oh, jetzt wird mir ein bisschen schummrig") bei Manuel Neuer – aber auch bei der kompletten Mannschaft. "Es fühlt sich unglaublich an", sagte der Angreifer im ZDF. "Wir haben eine lange Reise hinter uns – der Haufen ist Wahnsinn, von A bis Z."

Mario Gomez habe Recht gehabt mit seiner Aussage in dem Tribute-Video ehemaliger Bayern-Profis (siehe auch früherer Eintrag), dass sich die aktuelle Mannschaft geradezu darum streite, wer den Fehler des anderen ausbügeln dürfe.

Bevor es Müller "zu schnulzig" wurde, ordnete er die Leistung im Finale allerdings noch durchaus realistisch ein. "Es war nicht unser bestes Spiel, aber wir waren da", sagte der Ex-Nationalspieler, der sich auch für sich selbst freute: "Ich konnte zeigen, dass ich nicht in den Altglascontainer gehöre."

Thomas Müller wird im ZDF-Interview "schummrig"

Pure "Erleichterung" bei Manuel Neuer

Bei Manuel Neuer, der auch dank eigener starker Paraden zum sechsten Mal in der Champions-League-Saison ohne Gegentreffer blieb, machte sich nach dem Schlusspfiff nach eigener Aussage großer Erleichterung breit. "Wir haben alle gewartet, dass die fünf Minuten Nachspielzeit herumgehen", sagte Bayerns Torhüter dem ZDF.

Der Erfolg gegen Paris sei hart erarbeitet gewesen. "Wir hatten nicht ganz die Ruhe im Aufbauspiel", so der FCB-Kapitän. Insgesamt sei die Sicherheit nicht so dagewesen wie noch zuletzt – was aber auch viel mit der Stärke von PSG um die Stars Neymar und Kylian Mbappé zu tun gehabt habe.

Bayern schaffen einmalige Siegesserie

Ein Jahr nach Jürgen Klopp mit dem FC Liverpool triumphierte der 55 Jahre alte Bayern-Coach Hansi Flick im deutschen Trainerduell mit Thomas Tuchel (46). Flick führte die Bayern sieben Jahre nach Jupp Heynckes in der ultra-langen und schwierigen Corona-Spielzeit in nicht einmal zehn Monaten Amtszeit als Chefcoach zum zweiten Triple.

Die Bayern, die ihren dritten Titel nach 2001 und 2013 feierten, sind zudem in 28 Jahren Champions League der erste Gewinner, der in allen Saisonspielen siegen konnte – es waren elf an der Zahl.

Bayern knackt die 500-Tore-Marke

Kingsley Comans Treffer war das 500. Tor des FC Bayern in der Champions League. Nur Real Madrid mit 567 Toren und der FC Barcelona mit 517 kommen auf mehr Tore in der Champions League.

VOR DEM SPIEL:

Rummenigge: Lewandowski mit "Wahnsinns-Saison"

Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge hat kurz vor dem Anpfiff des Finales die Bedeutung von Stürmerstar Robert Lewandowski (siehe auch früheren Eintrag) hervorgehoben.

Der polnische Nationalspieler spiele eine "Wahnsinns-Saison", sagte Rummenigge bei "Sky". Der Torjäger hätte die Auszeichnung zum Weltfußballer deshalb "verdient".

Die Fifa hat allerdings noch keinen neuen Termin zur Vergabe des Titels bekanntgegeben. Für das Finale gegen PSG warnte der Vorstandsvorsitzende der Münchner: "Wir müssen hellwach sein – von der ersten Sekunde an."

Wagner: "Der ganz, ganz große Druck ist nicht da“

Der ehemalige Bayern-Stürmer Sandro Wagner hält das Nervengerüst der Münchner Spieler „definitiv“ für stark genug, um zum dritten Mal die Champions League zu gewinnen. „Du hast eine super Mischung in der Mannschaft“, sagte der 32-Jährige, der für das ZDF als Experte im Einsatz war. „Der ganz, ganz große Druck ist nicht da“, meinte Wagner auch. Die Bayern gewannen bisher 2001 und 2013 die Champions League.

Flick bringt Coman für Perisic

Hansi Flick verändert Bayerns Startelf im Vergleich zum Halbfinal-Sieg gegen Lyon auf einer Position. Auf dem linken Flügel stürmt der frühere PSG-Profi Kingsley Coman anstelle von Ivan Perisic.

Auf der rechten Abwehrseite spielt erneut Joshua Kimmich. Hier war auch über eine Nominierung von Weltmeister Benjamin Pavard spekuliert worden, der im Halbfinale nach einer Fußverletzung einen Kurzeinsatz hatte.

Beim PSG-Team von Trainer Thomas Tuchel kehrt Keylor Navas nach einer auskurierten Verletzung wieder ins Tor zurück. Der 33-Jährige aus Costa Rica, der dreimal mit Real Madrid die Champions League gewann, war im Halbfinale gegen RB Leipzig vom Spanier Sergio Rico vertreten worden. In der PSG-Startelf stehen auch wieder der Ex-Schalker Thilo Kehrer und der Ex-Münchner Juan Bernat.

Ex-HSV-Profi Eric Maxim Choupo-Moting nimmt damit vorerst auf der Bank Platz.

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Pariser Bürgermeisterin "sehr gestresst"

Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo fiebert schon vor dem Beginn des Finales mit. Sie sei „sehr gestresst“, sagte Hidalgo der Nachrichtenplattform Franceinfo. Es fühle sich an wie vor einer Wahl, so die Bürgermeisterin der französischen Hauptstadt. „Wir alle wollen diesen Sieg. Und wenn Paris gewinnt, gewinnt Frankreich.“

Hidalgo hoffte demnach auf eine friedliche Feier in Paris. Fan-Zonen gibt es dort coronabedingt nicht. Am Sonntagabend wird aber die Prachtstraße Champs-Élysées gesperrt, damit die Fußgänger dort genügend Abstand halten können. Es sei eng mit der Pariser Polizeipräfektur zusammengearbeitet worden, um den PSG-Fans eine Feier zu ermöglichen, so Hidalgo. Außerdem würden gratis Schutzmasken verteilt, damit sich alle an die Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus halten können, sagte Hidalgo.

Alle müssten daran interessiert sein, an einer „schönen Feier ohne Gewalt, ohne Ausuferung“ teilzunehmen, betonte die Bürgermeisterin. Am Dienstag war es nach dem Halbfinalsieg von PSG gegen RB Leipzig (3:0) an der berühmten Pariser Prachtstraße zu Zusammenstößen mit der Polizei gekommen, weil Fans ohne Schutzmasken und Sicherheitsabstand gefeiert hatten. Es gab mehrere Festnahmen.

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Auch Frankreichs Premierminister Jean Castex feuerte die Mannschaft schon vor Beginn der Partie an. „Ich stehe voll hinter PSG, wie, denke ich, alle unsere Landsleute“, sagte er Franceinfo. Die Mannschaft sei großartig und solle das Gefühl haben, dass Frankreich sie auf dem Weg zum Sieg begleite, sagte Castex.

Bobic: Tuchel ist eigentlich wie Klopp

Eintracht Frankfurts Sportdirektor Fredi Bobic hält die Arbeit von PSG-Trainer Thomas Tuchel als nicht genug gewürdigt. „Er wird ein bisschen unterschätzt. Er ist nicht nur der Laptoptrainer. Er kann auch Emotionalität entfachen und vorleben“, sagte Bobic bei Sport1.

Tuchel sei „gar nicht so anders als unser anderer Übertrainer“, fügte Bobic mit Blick auf Jürgen Klopp vom FC Liverpool an.

Bobic und Tuchel spielten einst bei den Stuttgarter Kickers zusammen, schon damals habe man gemerkt, „dass er kopfgesteuert und intelligent ist“, verriet der Eintracht-Sportdirektor. Tuchel könne „Vorbild sein für viele andere Fußballer, die es nicht ganz auf das hohe Niveau geschafft haben“.

Italiener Orsato pfeift das Endspiel

Pfeifen wird das Finale der italienische Schiedsrichter Daniele Orsato. Der 44-Jährige, der seit 2010 als internationaler Referee im Einsatz ist, wird sein erstes großes Finale bestreiten. In der laufenden Saison leitete Orsato bereits fünf Königsklassen-Spiele, zuletzt im Achtelfinal-Hinspiel zwischen Real Madrid und Manchester City (1:2).

Orsato leitete bislang drei Bayern-Partien, auch jene beim Achtelfinal-Aus im März 2019 gegen den FC Liverpool (1:3).

Der Italiener war jüngst auch beim Europa-League-Finalturnier in Deutschland im Einsatz und pfiff das Viertelfinale in Duisburg zwischen dem FC Sevilla und den Wolverhampton Wanderers (1:0).

Als vierten Offiziellen für das Finale am Sonntag bestimmte die Uefa Ovidiu Hațegan aus Rumänien. Video-Referee ist Orsatos Landsmann Massimiliano Irrati.

Bayern-Boss Hainer: Teamgeist entscheidend

Auf den Zusammenhalt setzt auch Präsident Herbert Hainer. „Am Ende des Tages, und das sage ich voller Überzeugung, bin ich der Meinung, dass der FC Bayern München die bessere Mannschaft ist. Wir haben sowohl unheimlich gute Einzelspieler, aber wir funktionieren als Team, als Kollektiv auch hervorragend“, sagte der Nachfolger von Uli Hoeneß in einem wenige Stunden vor dem Endspiel auf der Vereinshomepage veröffentlichten Interview.

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Den Teamgeist unter Trainer Hansi Flick sieht Hainer als entscheidend. „Jeder kann sich auf den anderen verlassen, kämpft für den anderen, läuft für den anderen, und deswegen bin ich optimistisch. Ich bin absolut überzeugt davon, dass wir das Zeug haben, das Spiel zu gewinnen und das auch würdig und verdient“, sagte Hainer, dessen „Vorfreude riesig“ sei. Die Mannschaft sei „sehr fokussiert“, sie wisse genau, „worauf es ankommt“.

Alaba: "Sind keine Mannschaft, die zweifelt"

Auch die aktuellen Bayern-Profis gehen mit breiter Brust ins Endspiel. „Wir bauen auf unsere eigenen Stärken, und das zeichnet uns aus. Jeder sieht, wie selbstbewusst wir sind“, sagte Abwehrchef David Alaba dem österreichischen Kurier.

Die Bayern seien „keine Mannschaft, die auch nur irgendwo zweifelt“, betonte der österreichische Nationalspieler, „egal, ob im Spiel oder außerhalb. Wir arbeiten sehr hart und leben von dieser Arbeit.“

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Dies sei auch eine Parallele zur Münchner Triple-Mannschaft von 2013. „Es gibt sicher Vergleiche, die man ziehen kann“, sagte Alaba: „Beide Mannschaften haben einen Charakter, der einzigartig ist, und eine Philosophie, die nur bei uns zu erkennen ist. Das war 2013 ähnlich.“

Robben kommandiert Lewandowski ab

Und Arjen Robben nutzte die Video-Botschaft noch für einen ganz speziellen "Baggerversuch". An Robert Lewandowski gerichtet sagte der Niederländer: "Lewy, wir suchen noch einen Stürmer! Also schieß noch zwei Tore, und dann kannst du rüberkommen nach Groningen."

Robben war nach einem Jahr Pause zu dieser Saison zu seinem Heimatverein FC Groningen zurückgekehrt, für den er am Sonnabend im Testspiel gegen beim Zweitligisten Almere City (1:1) endgültig sein Comeback gegeben hatte.

Lewandowski wiederum ist mit aktuell 15 Treffern der Top-Torjäger der aktuellen Champions-League-Saison. Zum Rekord von Cristiano Ronaldo von 17 Treffern (Saison 2013/14) fehlen dem 31 Jahre alten Polen noch zwei Tore.

"Holt das Ding": Triple-Helden machen Mut

Münchens Triple-Helden von 2013 haben der aktuellen Bayern-Mannschaft kurz vor dem Finale mit Video-Botschaften noch einmal Mut gemacht.

„Ihr habt es verdient, im Finale zu stehen und jetzt hoffe ich, dass ihr euch die Krönung holt. Spielt immer mit eurem Herzen und gebt alles auf dem Platz“, sagte Bastian Schweinsteiger in einem auf der Bayern-Homepage veröffentlichten kurzen Clip. Franck Ribéry meinte: „Ich drücke euch die Daumen, ihr seid besser. Viel Glück und auf geht's.“

2013 hatten Schweinsteiger & Co. im Finale von Wembley mit einem 2:1 gegen Borussia Dortmund erstmals das Triple für die Münchner gewonnen. Der damalige Schütze des entscheidenden Tores, Arjen Robben, ordnete nun an: „Ihr seid bereit. Das sieht man, spürt man. Ihr müsst euch einfach belohnen und dann ist es eine Wahnsinnssaison. Holt das Ding nach München.“

Der 2013er Kapitän des Teams von Trainer Jupp Heynckes, Philipp Lahm, sagte: „Ich drücke euch die Daumen. Holt den Henkelpott.“ Dante erinnerte daran, „immer mit Leidenschaft, bester Qualität, Charakter“ zu spielen. Auch Claudio Pizarro, Mario Gomez, Rafinha und einige weitere Spieler kamen zu Wort.

Robben, Ribéry & Co. wünschen Bayern Glück

CL und EL: Werden Finalturniere zur Regel?

Uefa-Präsident Aleksander Ceferin denkt über einen möglichen Verzicht auf Hin- und Rückspiele im Europapokal nach und kann sich eine dauerhafte Einführung von Finalturnieren vorstellen. Das System mit einem Duell pro Begegnung erscheine „interessanter“, sagte Ceferin der Nachrichtenagentur AP am Sonntag.

„Es ist ziemlich kompliziert, ein Final 8 im Kalender unterzubringen. Aber wir haben gesehen, dass die Menschen spannende Spiele wollen, dass in einem Spiel jedes Team in der Champions League oder Europa League jedes Team schlagen kann. Deshalb ziehen wir das für die Zukunft in Erwägung. Ich denke, im September oder Oktober müssen wir anfangen, ernsthaft zu sprechen.“

Vor den Finalturnieren der Königsklasse in Lissabon und der Europa League in Nordrhein-Westfalen hatte Ceferin derartige Gedankenspiele noch ausgeschlossen. Die Uefa hatte ihre Europapokal-Wettbewerbe wegen der Coronavirus-Pandemie an jeweils einem Standort und komplett von den Viertelfinals an mit nur einem Duell zu Ende gebracht. Der bislang bekannte Modus ist bis 2024 weitgehend festgeschrieben.

Bei einer Europapokal-Revolution müsste diskutiert werden, ab welcher Runde ein mögliches Finalturnier starten könnte. „Man wäre für eine Woche im Zentrum der Aufmerksamkeit der ganzen Welt und dies wäre fantastisch, aber wir müssen sehen“, sagte Ceferin.

DFB-Pokal: Bayern-Heimrecht gegen Amateure?

Fünftligist 1. FC Düren will sein Heimrecht in der ersten DFB-Pokalrunde möglicherweise an den FC Bayern abtreten. „Zu Hause können wir sowieso nicht spielen, unser Stadion wird umgebaut“, sagte Vereinspräsident Wolfgang Spelthahn der „Bild am Sonntag“. Zuvor hatten die Dürener bereits ein Ausweichen ins Stadion von Alemannia Aachen ausgeschlossen, die der Oberligist im Finale des Landespokals Mittelrhein bezwungen hatte. Damit hatten sich die Dürener für die Erstrunden-Partie gegen die Münchner qualifiziert. „Wir denken darüber nach, das Heimrecht zu tauschen“, sagte Clubchef Spelthahn.

Die Vereinsspitze will sich nach einer Sitzung am Sonntagabend eventuell am Dienstag mit den Bayern in Verbindung setzen. „Aktuell hatten die Bayern zum Glück anderes zu tun“, sagte Präsident Spelthahn, seit 35 Jahren Mitglied beim Rekordmeister, mit Blick auf das Champions-League-Finale.

„Eventuell wollen wir anbieten, das Heimrecht für dieses Spiel zu tauschen und die Bayern dann nach Fertigstellung der Anlage zu einem Freundschaftsspiel zu empfangen“, sagte Spelthahn: „Wenn der Aufwand zu groß ist, müssen wir für den Verein die beste Lösung suchen. Und für unsere Spieler könnte es ein Riesen-Erlebnis sein, ein Wettkampf-Spiel in der Allianz-Arena zu spielen. Aber da gehören zwei Seiten dazu.“

Schon jetzt ist klar, dass die Begegnungen der ersten Runde am zweiten September-Wochenende wegen der Coronavirus-Pandemie ohne großes Publikum stattfinden werden. Eine große Bühne ist den Dürenern trotzdem sicher, Sport1 zeigt die Partie gegen die Bayern am 11. September live im Free-TV.

Löw: Bayern-Siege mit Flick "logische Folge"

Bundestrainer Joachim Löw haben die Erfolge seines früheren Assistenten Hansi Flick als Chefcoach beim FC Bayern nicht überrascht. „Weil er einfach gut ist, eine wahnsinnige Akzeptanz hat bei den Spielern, eine Mannschaft formen, führen und entwickeln kann. Dass die Erfolge kamen, war für mich die logische Folge“, schrieb Löw in einem Beitrag für die „Bild am Sonntag“. Löw und Flick hatten die Nationalmannschaft 2014 zum WM-Titel geführt. „Das wird uns für immer verbinden“, versicherte der Bundestrainer. „Wir sind gute Freunde geworden!“

Als Gründe für den Aufschwung der Münchner unter Flick nannte Löw die Fachkompetenz und offensive Spielphilosophie des Trainers sowie seine „sehr empathische Art“. Flick gebe den Spielern das Gefühl, dass er sie auch privat ernst nehme und bringe eine familiäre Note ein. „Aber: In der Sache ist Hansi hart und diszipliniert. Er steht für seine Überzeugungen ein“, urteilte Löw.

Effenberg: Pleite "hätte weitreichende Folgen"

Ex-Nationalspieler Stefan Effenberg hat Bayern München vor „weitreichenden Folgen“ im Falle einer Niederlage im Champions-League-Finale gewarnt. „Das wäre in zweieinhalb Wochen bis zur ersten Pokalrunde weder aus den Köpfen noch aus den Beinen zu verbannen“, schrieb der ehemalige Bayern-Profi in seiner Kolumne beim Nachrichtenportal t-online.de.

Besonders die kurze Zeit zwischen dem Finale der Königsklasse und dem ersten Pflichtspiel am 11. September im DFB-Pokal ist laut Effenberg ein Problem. „Natürlich denkt man noch sehr viel über so eine Niederlage im Finale nach“, schrieb der 52-Jährige: „Du hast eben eine ganze Saison darauf hingearbeitet – und weißt nicht, ob du noch mal eines erleben wirst.“

Nach dem Pokal ginge es in der Liga ab dem 18. September dann „Schlag auf Schlag mit einem Spiel nach dem anderen. Auf einmal bist du mitten in der Saison und hast womöglich den Saisonstart verpatzt.“

Um das zu vermeiden, empfiehlt Effenberg seinem Ex-Club gegen Paris, „ihre Herangehensweise ein Stück weit zu ändern. Gegen PSG lohnt es sich sicher, alles etwas defensiver auszurichten und zwischen Torwart Manuel Neuer und der Viererkette eher 20 oder 25 Meter Platz zu haben statt 40 oder 45.“