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Pariser Polizei spricht fürs Finale ein Machtwort

Große Vorfreude: Der FC Bayern München und Trainer Hansi Flick (r.) stehen im Finale der Champions Legaue gegen Paris Saint-Germain.

Große Vorfreude: Der FC Bayern München und Trainer Hansi Flick (r.) stehen im Finale der Champions Legaue gegen Paris Saint-Germain.

Foto: Witters

Bayern München und PSG bestreiten am Sonntag das Endspiel, das ZDF überträgt live. Alles Wissenswerte zum Spiel im Newsblog.

Der FC Bayern München (3:0 gegen Olympique Lyon) und Paris St. Germain (3:0 gegen RB Leipzig) bestreiten nach ihren deutlichen Halbfinalsiegen am Sonntag (21 Uhr/ZDF, Sky und Dazn) das Endspiel der Champions League in Lissabon.

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Orsato pfeift Bayern im Finale

Der italienische Schiedsrichter Daniele Orsato pfeift am Sonntag das Finale.

Der 44-Jährige, der seit 2010 als internationaler Referee im Einsatz ist, wird sein erstes großes Finale bestreiten. In der laufenden Saison leitete Orsato bereits fünf Königsklassen-Spiele, zuletzt im Achtelfinal-Hinspiel zwischen Real Madrid und Manchester City (1:2).

Orsato leitete bislang drei Bayern-Partien, auch jene beim Achtelfinal-Aus im März 2019 gegen den FC Liverpool (1:3).

Der Italiener war jüngst auch beim Europa-League-Finalturnier in Deutschland im Einsatz und pfiff das Viertelfinale in Duisburg zwischen dem FC Sevilla und den Wolverhampton Wanderers (1:0).

Als vierten Offiziellen für das Finale am Sonntag bestimmte die Uefa Ovidiu Hațegan aus Rumänien. Video-Referee ist Orsatos Landsmann Massimiliano Irrati.

Kahn warnt: Gegen Neymar und Mbappé „knallt's“

Bayern-Vorstand Oliver Kahn blickt dem Finale mit einem Gefühl der Münchner Entschlossenheit und fußballerischen Stärke entgegen. „Wir wissen natürlich, Paris ist eine absolute Hausnummer. Aber wir kennen auch unsere eigenen Stärken“, sagte Kahn am Donnerstag in einer Video-Pressekonferenz aus dem Münchener Teamquartier außerhalb von Lissabon.

„Klar, wenn wir gegen Paris den Ball verlieren, dann geht die Post ab über Mbappé, über Neymar. Wenn die eine Chance haben, dann knallt's meistens“, mahnte der 51-Jährige allerdings.

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„Es ist aber nicht so, dass nur Paris Mbappé und Neymar hat. Wir haben Lewandowski, wir haben Gnabry, wir haben Manuel Neuer. Wir haben so viele gute Spieler in unseren Reihen. Das Ziel ist klar: Die Jungs wollen die Champions League gewinnen. Dafür tun sie alles. Sie werden nicht müde, weiter gewinnen zu wollen“, erklärte Kahn.

"Jungs würden zu Fuß nach München laufen"

Er setzt auf den Mix aus früheren Weltmeistern und Triple-Siegern wie Neuer, Müller und Boateng in Kombination mit den Akteuren, die noch nicht die Champions League gewonnen hätten: „Jungs, die für den Henkelpott von hier zu Fuß nach München laufen würden.“

Moderiert werde diese Mannschaft in Hansi Flick von einem Trainer, der stets die richtigen Worte und Lösungen finde. „Was große Mannschaften auszeichnet, ist, dass sie nie zufrieden sind. Sie wollen immer noch einen draufsetzen“, sagte Kahn mit Blick auf das Endspiel.

Pariser Polizei verbietet Fanzonen beim Finale

Beim Endspiel wird es am Sonntag in Paris keine Fanzonen geben. Dies teilte die Pariser Polizei der Nachrichtenagentur AFP mit. Am Mittwoch hatte Sportministerin Roxana Maracineanu die Errichtung von Fanzonen in der Hauptstadt ins Spiel gebracht.

Anna Souyris, Gesundheitsbeauftragte von Paris, bezeichnete diese Idee als „einen schlechten Vorschlag“. Er sei weder „durchdacht, noch macht es aus gesundheitlicher Sicht Sinn“, sagte Souyris. Nach dem Halbfinal-Sieg von PSG über Leipzig war es auf dem Champs-Élysées und rund um das Prinzenpark-Stadion zu großen Menschenansammlungen gekommen. Die Polizei nahm nach Ausschreitungen insgesamt 36 Personen vorläufig fest.

Mehrere Bezirke im Ballungsraum Paris verzeichnen derzeit täglich mehr als 50 neue Infektionen pro 100.000 Einwohner und überschreiten damit die festgelegte „Alarmschwelle“. Mit rund 256.000 Fällen seit Beginn der Corona-Pandemie ist Frankreich eines der am stärksten betroffenen Länder Europas.

Eberl: Alle Gladbacher "drücken die Daumen"

Auch Borussia Mönchengladbachs Sportchef Max Eberl fiebert mit seinem Ex-Club Bayern München. „Der FC Bayern hat am Sonntag sehr, sehr gute Chancen, den Henkelpott zu holen“, sagte Eberl am Donnerstag im Gladbacher Trainingslager in Harsewinkel und kündigte an: „Wir werden alle die Daumen drücken.“

Eberl bescheinigte den Verantwortlichen der Münchner eine „großartige Arbeit“. Auch der Einzug von Leipzig in die Vorschlussrunde sei „ein Ausdruck von Qualität“ der Bundesliga.

Mit Mönchengladbach qualifizierte sich Eberl in diesem Jahr selbst für die kommende Champions-League-Saison. Der 46-Jährige hatte seine eigene Spielerkarriere einst beim FC Bayern begonnen.

Finale im ZDF mit Experte Sandro Wagner

Das ZDF zeigt das Finale am Sonntag im Free-TV. Grund dafür ist der Rundfunkstaatsvertrag, der Großereignisse „von erheblicher gesellschaftlicher Bedeutung“ für jedermann zugänglich machen soll.

Darunter fallen unter anderem „Endspiele der europäischen Vereinsmeisterschaften im Fußball bei deutscher Beteiligung“. Das Finale wird gleichzeitig auch bei den Bezahlanbietern Sky und Dazn gezeigt.

„Die Zuschauer können sich auf ein absolutes Programm-Highlight freuen. Die stärksten Mannschaften haben sich in Lissabon durchgesetzt. Der Fußball-Höhepunkt des Jahres steht bevor“, sagte ZDF-Sportchef Thomas Fuhrmann. Die Übertragung beginnt bereits um 20.15 Uhr, Moderator Jochen Breyer empfängt den früheren Nationalspieler Sandro Wagner als Gast. Kommentator ist Bela Rethy.

Das ZDF übertrug bis 2018 regelmäßig die Königsklasse, verlor dann aber die Übertragungsrechte. Ab 2022 bis 2014 hat der Sender wieder die Endspiele des höchsten europäischen Vereinswettbewerbs im Programm.

Lewandowski vor historischer Krönung

Robert Lewandowski steht kurz davor, als erster Bundesliga-Profi Torschützenkönig in der Champions League zu werden. Im Halbfinale erzielte der Torjäger seinen 15. Saisontreffer.

Der 31 Jahre alte Pole führt damit klar vor dem mit Borussia Dortmund ausgeschiedenen Erling Haaland, der für den BVB und zuvor RB Salzburg zehnmal getroffen hatte, sowie Teamkollege Serge Gnabry, der nach seinem Doppelpack gegen Lyon bei neun Toren steht.

Zwei Treffer fehlen Lewandowski im Finale noch zur Einstellung des 17-Tore-Rekordes von Cristiano Ronaldo aus der Spielzeit 2013/14. Dabei hat Lewandowski das Pech, das wegen des Corona-Virus in dieser Saison Viertel- und Halbfinale beim Endturnier in Lissabon jeweils nur in einer Partie ausgetragen werden.

Kahn mit Altersspruch über Neuer

Auch über Manuel Neuer hat sich Oliver Kahn am Donnerstag ausgelassen. „Wenn ein Torwart älter wird, wird er nicht schlechter. Manuel Neuer ist jetzt 34 – und Gianluigi Buffon bald 50. Da kann er noch viele Jahre auf hohem Niveau spielen", sagte Ex-Torhüter Kahn über seinen Nach-Nachfolger in der Nationalmannschaft und bei den Bayern.

Kahn über Alaba: "Nähern uns weiter an"

Bayern-Vorstand Oliver Kahn ist „sehr optimistisch“, dass Abwehrchef David Alaba bei den Bayern bleiben und seinen in einem Jahr auslaufenden Vertrag verlängern wird. Der 51-Jährige berichtete am Donnerstag in Lissabon von häufigen Gesprächen mit dem Österreicher und dessen Beratern. Mit diesen wurde auch während des Finalturniers in Portugals verhandelt. „Über Inhalte kann ich nicht reden“, sagte Kahn, deutete aber die Richtung an: „Wir nähern uns weiter an.“

Das letzte Gespräch sei in einer sehr angenehmen Atmosphäre verlaufen, berichtete Kahn. „Wir als Club versuchen alles, um David zu halten. Und David weiß auch, was er – gerade in diesen Zeiten - am FC Bayern hat“, sagte Kahn mit Hinweis auf die Auswirkungen der Corona-Krise auf das Fußball-Business. Er sei zuversichtlich, „dass wir ihn halten können“.

Alaba hatte nach dem Spiel gegen Lyon bei Dazn gesagt, dass sein Fokus aktuell ganz auf dem Königsklassen-Turnier liege. „Wir sind ins Finale eingezogen, und ich versuche, mich voll und ganz darauf vorzubereiten. Ich habe mich in den letzten Wochen komplett von der Diskussion abgekapselt.“ Für ihn habe sich nichts geändert.

Einnahmen: Bayern knackt 100-Millionen-Marke

Bayern München und RB Leipzig haben durch ihre starken Auftritte in der Champions League einen warmen Geldregen zu erwarten. Der Rekordmeister knackt sogar deutlich die 100-Millionen-Marke.

Die Münchner sicherten sich bislang 78,45 Millionen Euro aus festen Prämien sowie 33,24 Millionen aus Geldern, die über die Koeffizientenrangliste vergeben werden. Hinzu kommt noch ein Anteil an den Fernsehgeldern aus dem Marktpool sowie weitere vier Millionen für einen möglichen Sieg im Finale.

Leipzig hat sich mit seinem Einzug ins Halbfinale insgesamt 57,15 Millionen an Prämien erspielt. Erlöse aus Koeffizientenrangliste und Marktpool sind dort noch nicht inbegriffen.

Dadurch, dass in diesem Jahr im Viertel-und Halbfinale das Rückspiel als Einnahmequelle für die Uefa wegfielen, können sich die Einnahmen der Clubs jedoch noch verändern. Über mögliche Anpassungen will die Uefa nach dem Finalturnier in Lissabon beraten.

In der Koeffizientenrangliste, die basierend auf Leistungen über zehn Jahre hinweg ermittelt wird, sind die Bayern Dritter und Leipzig, das erst zum zweiten Mal an der Champions League teilgenommen hatte, auf Platz 76.

Dank Bayern: Ajax direkt in der Gruppenphase

Dank Bayerns Finaleinzug durfte auch Ajax Amsterdam jubeln. Da in den Münchnern und Paris Saint-Germain nun beide Endspielteilnehmer bereits über ihre nationalen Ligen direkt für die kommende Saison der Königsklasse qualifiziert sind, rückt der Erste der niederländischen Eredivisie in die Gruppenphase. Ansonsten hätte Ajax sich über die Playoffs erst für die Vorrunde qualifizieren müssen. „We back, baby“, twitterte der Club am Mittwochabend.

2019 war der viermalige Sieger der Königsklasse erst im Halbfinale der Champions League gescheitert, in der Vorsaison kam das Aus bereits in der Gruppenphase. In den Niederlanden war der nationale Ligenbetrieb wegen der Coronavirus-Pandemie abgebrochen worden. Ajax stand zu diesem Zeitpunkt auf dem ersten Tabellenplatz, wurde aber nicht zum Meister bestimmt.

Gibt Thiago seine Abschiedsvorstellung?

Im Finale wird Mittelfeldspieler Thiago nach „Kicker“-Informationen zum letzten Mal das Trikot des FC Bayern tragen. Demnach verhandeln die Münchner mit dem FC Liverpool über die Höhe der Ablösesumme für den Spanier. Der wechselwillige 37-fache Nationalspieler sucht beim englischen Meister offenbar eine neue Herausforderung.

Der Sender RMC aus Monaco hatte bereits am Sonntag berichtet, dass sich Thiago mit dem FC Liverpool geeinigt habe. Demnach winkt dem 29-Jährigen beim Team von Trainer Jürgen Klopp ein Vierjahresvertrag. Seinen Schritt habe er bereits einigen Mitspielern beim deutschen Rekordmeister mitgeteilt.