Sport in der Coronakrise

Berlin-Marathon abgesagt – muss Hamburg jetzt nachziehen?

Solche beeindruckenden Bilder wird es in diesem Jahr nicht geben. Der Berlin-Marathon wird wegen der Coronavirus-Pandemie abgesagt.

Solche beeindruckenden Bilder wird es in diesem Jahr nicht geben. Der Berlin-Marathon wird wegen der Coronavirus-Pandemie abgesagt.

Foto: Alexander Koerner / Bongarts/Getty Images

Bundesligist übt angeblich Zweikämpfe. Rothenbaum-Turnier könnte in Herbst wandern. Nowitzki schwärmt von Chat mit Willoughby.

Hamburg. Der Nächste, bitte! Nun hat die Coronavirus-Pandemie auch die Handball-Bundesliga zum Abbruch der Saison gezwungen. Folgen am Donnerstag auch die Fußballer? Noch wird fieberhaft an Modellen gearbeitet, unter welchen Voraussetzungen die Serie noch zu Ende gespielt werden kann, um den Einnahmeverlust in Grenzen zu halten. Doch Experten sind skeptisch und die Signale aus der Politik uneindeutig. In einem der ersten von der Pandemie betroffenen Länder rollt der Ball bereits wieder. Als weitere Großveranstaltung fällt der Berlin-Marathon dem Virus zum Opfer. Und der FC Barcelona bricht in der Not mit einem Tabu.

Die Entwicklungen am Dienstag, den 21. April 2020:

Hella Hamburg Halbmarathon abgesagt

Hamburgs Läufer und Läuferinnen müssen wie erwartet eine weitere Absage einer Großveranstaltung verkraften: Der Organisator des für den 28. Juni terminierten Hella-Halbmarathons hat die Veranstaltung abgesagt. Die 26. Auflage des Rennens, das von der Reeperbahn aus rund um die Außenalster führt, soll nun ein Jahr später am 27. Juni 2021 ausgetragen werden.

„Wir sind natürlich sehr enttäuscht, respektieren aber die Entscheidung der Behörden. Die Gesundheit der Menschen hat eindeutig Vorrang“, sagte Steven Richter, Geschäftsführer vom Veranstalter BMS Die Laufgesellschaft. Mit in der Regel mehr als 10.000 gemeldeten Teilnehmern gehört der Lauf zu den größten Halbmarathon-Rennen in Deutschland.

Zweikämpfe trotz Corona? Schmadtke wettert gegen Ex-Club

Geschäftsführer Jörg Schmadtke vom Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg hat sich über angebliches Zweikampftraining der Konkurrenz während der Corona-Krise beschwert. „Die Clubs hatten sich über Gruppengröße und Zweikämpfe verständigt. Wenn sich da einige nicht dranhalten, finde ich das ärgerlich und nicht kollegial“, sagte der 56-Jährige der „Bild“-Zeitung. Ausgerechnet bei seinem langjährigen Club Fortuna Düsseldorf und auch beim FC Augsburg soll nach Informationen der Zeitung Zweikampftraining stattgefunden haben.

Die Düsseldorfer, die seit Montag wieder im Arena-Sportpark trainieren, weisen die Vorwürfe zurück. „Wir haben in Gruppen auf drei Plätzen trainiert, damit wir den maximalen Abstand einhalten“, erklärte Medienchef Kai Niemann. Trainer Uwe Rösler sagte dem „Express“ nach den Einheiten: „Wir haben nach dem Aufwärmen Ballgewinne, Passformen, Torabschlüsse trainiert. Aber alles noch ohne Zweikämpfe.“

Schmadtke, gebürtiger Düsseldorfer und langjähriger Fortuna-Profi, kritisierte die Konkurrenten. „Ich prangere das sogar an. Ich kann nicht Wasser predigen und Wein trinken. Wir müssen aufpassen, dass einige nicht Sachen propagieren, an die sie sich dann nicht halten“, sagte Schmadtke.

Berlin-Marathon wegen Corona abgesagt – folgt Hamburg?

Der Berlin-Marathon muss in diesem Jahr wegen der Coronakrise abgesagt werden. Der Senat beschloss am Dienstag ein Verbot von Großveranstaltungen mit mehr als 5000 Teilnehmern bis zum 24. Oktober. Der Marathon sollte am 27. September stattfinden, im vergangenen Jahr waren 47.000 Teilnehmer an den Start gegangen.

Im Zuge der Coronakrise waren zuletzt auch zahlreiche andere Marathons abgesagt worden. In Boston und London hoffen die Organisatoren noch, die Läufe im September und Oktober nachholen zu können. Im März war in Berlin bereits der für den 5. April geplante Halbmarathon abgesagt worden. Für das Laufevent waren rund 34.000 Teilnehmer erwartet worden.

Damit wird auch die Austragung des Haspa-Marathons Hamburg ein Stück unwahrscheinlicher. Die 35. Auflage war wegen der Pandemie vom 19. April auf den 13. September verschoben worden.

Coronakrise: FC Barcelona verkauft Stadionname

Der spanische Fußballmeister FC Barcelona hat sich angesichts der Coronakrise zu einem beispielhaften Hilfsakt mit hohem Symbolcharakter entschlossen. Der Club von Weltstar Lionel Messi und Nationaltorwart Marc-Andre ter Stegen vergibt für die Saison 2020/21 erstmals die Namensrechte an seinem Stadion Camp Nou. Ein entsprechender Beschluss der Klubführung um Präsident Josep Bertomeu wurde am Dienstag bekanntgegeben.

Demnach soll die Stiftung des Vereins (Barca Foundation) einen Namenssponsor suchen, mit dessen Geldern der Kampf gegen die Pandemie sowohl in Katalonien als auch international unterstützt werden soll. Die Wendung „Camp Nou“ soll im neuen Namen enthalten bleiben.

„Wir befinden uns in einer weltweiten Krise, die in unserer modernen Geschichte ohne Beispiel ist, und müssen uns unserer Verantwortung (...) stellen“, sagte Stiftungschef Jordi Cardoner. Barcas Ziel sei es, mit der Aktion „eine Welle der Hoffnung“ für die von der Pandemie Betroffenen zu starten.

Corona: Stadt Berlin signalisiert grünes Licht für Geisterspiele

Auch Hertha BSC und der 1. FC Union Berlin dürfen auf ein mögliches Ende der Bundesliga-Zwangspause in der Coronakrise hoffen. Sollte das deutsche Fußball-Oberhaus in den kommenden Wochen den Spielbetrieb wieder aufnehmen und die Saison mit Partien hinter verschlossenen Toren zu Ende bringen wollen, würde auch der Berliner Senat mitspielen – unter bestimmten Voraussetzungen.

„Wir können uns Geisterspiele grundsätzlich vorstellen, wenn alle Hygiene- und Abstandsregelungen (für Stab, Betreuer, Technik etc. im Stadion) eingehalten werden“, erklärte Martin Pallgen am Dienstag als Sprecher der Senatsverwaltung für Inneres und Sport schriftlich der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage. „Nach der jetzigen Rechtslage müssten beide Vereine bei uns eine Ausnahmegenehmigung für Spiele im Olympiastadion bzw. der Alten Försterei stellen. Diese würden wir dann positiv bescheiden“, schrieb Pallgen weiter.

Die beiden Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU/Nordrhein-Westfalen) und Markus Söder (CSU/Bayern) hatten am Montag den 9. Mai als Datum für eine mögliche Wiederaufnahme des Spielbetriebs der Bundesliga ins Gespräch gebracht. Am kommenden Donnerstag will die Deutsche Fußball-Liga über das weitere Vorgehen entscheiden. Nach derzeitigem Stand ist der Spielbetrieb bis mindestens 30. April ausgesetzt.

Corona: Innenministerium bremst Bundesliga-Pläne

Das Bundesinnenministerium ist strikt dagegen, jetzt schon einen Termin für die Wiederaufnahme von Bundesliga-Spielen zu nennen. Das geht aus einem Schreiben des parlamentarischen Staatssekretärs Stephan Mayer (CSU) an die Vorsitzende der Sportministerkonferenz, die Bremer Senatorin Anja Stahmann (Grüne), hervor, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. In dem Schreiben vom Dienstag heißt es, die von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Regierungschefs der Länder zunächst bis zum 3. Mai vereinbarten Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus gälten „uneingeschränkt“ auch für den Sport. Dies sei auch bei der Telefonschaltkonferenz der Sportminister am Montag so besprochen worden.

Das für den Sport zuständige Bundesinnenministerium sei zwar bereit, „an konzeptionellen Überlegungen mitzuwirken“. Angesichts der weiterhin schwierigen Pandemielage sollten aber derzeit noch keinerlei Öffnungen oder Lockerungen für den Sportbetrieb „zu einem konkreten Termin“ in Aussicht gestellt werden.

Vor einer Entscheidung über die Durchführung von sogenannten Geisterspielen seien erst „die weiteren Entwicklungen der Pandemie in Deutschland und die noch nicht bekannten Konzepte des Deutschen Fußball-Bundes e. V. (DFB) und der Deutschen Fußball-Liga GmbH (DFL) abzuwarten“.

Coronatests in Bundesliga: RKI äußert Zweifel

Lars Schaade, der Vizepräsident des Robert-Koch-Instituts, steht den geplanten Coronavirus-Tests in der Fußball-Bundesliga sehr skeptisch gegenüber. „Ich sehe nicht, warum bestimmte Bevölkerungsgruppen routinemäßig gescreent werden sollen“, sagte Schaade am Dienstag auf der RKI-Pressekonferenz in Berlin.

Er plädierte dafür, die Tests für „medizinische Indikationen“ einzusetzen. Also dann, wenn ein Grund für den Einsatz einer therapeutischen oder diagnostischen Maßnahme bei einem bestimmten Krankheitsbild angebracht ist. In diesem Fall könne ein Fußballprofi getestet werden. „Wenn er eine medizinische Indikation hat, gerne. Wenn er ein Teil eines Ausbruchsgeschehens ist, auch“, sagte er.

Corona: Wird Rothenbaum-Turnier im September nachgeholt?

Nach dem Verbot von Großveranstaltungen in Deutschland bis zum 31. August hoffen die Veranstalter des traditionsreichen Tennis-Turniers am Hamburger Rothenbaum auf eine Verlegung in den Spätsommer. „Unsere Wunschvorstellung wäre eine Verlegung in den September“, sagte Turnierdirektorin Sandra Reichel. Eigentlich hätten die European Open in diesem Jahr vom 11. bis 19. Juli 2020 stattfinden sollen, wegen der Coronavirus-Pandemie ist die reguläre Durchführung der Sandplatzveranstaltung aber nicht möglich.

Derzeit würden alle Optionen geprüft. „Wir haben mit allen Partnern sehr vertrauensvolle Gespräche geführt und wollen alles dafür tun, um eine Austragung der Hamburg European Open in diesem Jahr zu ermöglichen“, sagte Reichel, die „in ständigem Kontakt mit der ATP“ steht.

Aktuell behält Hamburg noch seine bisherige Kalenderposition im Juli. „Wir arbeiten eng mit den Turnierveranstaltern zusammen, um alles zu tun, um ein erfolgreiches Turnier auf die Beine zu stellen“, sagte David Massey, der Europachef der ATP. Weitere Entscheidungen bezüglich des Kalenders würden in „der zweiten Maihälfte erwartet“, wie es in einer Mitteilung hieß.

Corona: Real Madrid würde für Geisterspiele ins Zweitstadion

Trainingsfeeling statt Bernabéu-Flair: Der spanische Fußball-Rekordchampion Real Madrid plant offenbar, bei Wiederaufnahme der Meisterschaft seine verbleibenden Heimspiele im vereinseigenen Trainingsstadion auszutragen. Wie mehrere spanische Medien am Montag berichteten, hat der Club von 2014er-Weltmeister Toni Kroos einen entsprechenden Antrag beim Ligaverband LFP eingereicht, sollte die Saison wie erwartet vor leeren Rängen fortgesetzt werden.

Demnach möchten die Königlichen ihre Geisterspiele im 6000 Zuschauer fassenden Estadio Alfredo di Stéfano in Valdebebas vor den Toren der spanischen Hauptstadt austragen. Dadurch würde man zugleich die Umbauarbeiten am 81.044 Zuschauer fassenden Estadio Santiago Bernabéu im Stadtzentrum beschleunigen.

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Die spanische Liga soll bereits zugestimmt haben, berichtete die Zeitung "Marca" am Dienstag. Allerdings müsste Real bei einem Weiterkommen in der Champions League auch noch die Erlaubnis der Europäischen Fußball-Union (UEFA) einholen. Der Rekordsieger der Königsklasse hatte vor der Corona-Zwangspause im Achtelfinalhinspiel gegen Manchester City eine 1:2-Heimniederlage kassiert.

Fußballergewerkschaft warnt vor Corona-Depressionen

Die Einschränkungen des öffentlichen Lebens und des Sports aufgrund der Coronavirus-Pandemie wirken sich nach einer Studie der Spielergewerkschaft FIFPro negativ auf die mentale Gesundheit von Fußballprofis aus. Zu diesem Ergebnis kommt die FIFPro nach einer aktuellen Umfrage unter Spielern. Demnach hat sich der Prozentsatz der Fußballer, die über Symptome von Depressionen klagen, seit Beginn der Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus verdoppelt.

22 Prozent der Spielerinnen und 13 Prozent der männlichen Profis, die zwischen dem 22. März und dem 14. April befragt wurden, klagten laut FIFPro über Symptome, die mit Depressionen zusammenhängen. Bei einer Umfrage im Dezember und Januar, die allerdings in einer anderen, deutlich kleineren Gruppe stattfand, waren es elf Prozent der Frauen und sechs bei den Männern. Für die aktuelle Studie befragte FIFPro 1602 Spieler aus 16 Ländern. An der von Dezember bis Januar durchgeführten Umfrage hatten 307 Spieler aus sieben der 16 Länder teilgenommen.

Eggestein: Werder könnte von Coronapause profitieren

Mittelfeldspieler Maximilian Eggestein von Werder Bremen blickt einer baldigen Fortsetzung der Fußball-Bundesliga noch zwiegespalten entgegen. „Mich würde es natürlich freuen“, sagte der U-21-Vizeeuropameister: „Aber das Ganze muss gesellschaftlich vertretbar sein. Da darf der Fußball keine Sonderrolle einnehmen. Aber ich glaube, das möchte er auch gar nicht.“

Angesichts der enormen Verletzungsprobleme des Tabellen-17. kann Eggestein der langen Pause wegen der Coronakrise sogar etwas Positives abgewinnen. „Wir als Spieler fühlen uns fitter als vor der Unterbrechung. Die Pause tat einigen ganz gut. Es ist jetzt ein kleiner Neustart für uns, wohlwissend, in welcher Situation wir uns befinden“, sagte der 23-Jährige.

Champions-League-Spiel in Liverpool als Virenschleuder?

Das Champions-League-Spiel zwischen Premier-League-Spitzenreiter FC Liverpool und dem spanischen Fußball-Topclub Atlético Madrid steht im Fokus neuer Untersuchungen im Zusammenhang mit der Ausbreitung des Coronavirus in Liverpool. Das berichtet die englische BBC. Die Partie fand am 11. März vor 52.000 Zuschauern statt, davon kamen 3000 aus Madrid. In Spanien waren zu diesem Zeitpunkt bereits erste Ausgangssperren in Kraft getreten.

Bislang gibt es zwar noch keine konkreten Infektionsfälle, die mit dem Spiel in Verbindung gebracht werden können. Die wissenschaftliche Hauptberaterin der Regierung, Angela McLean, sagte der BBC aber, es bräuchte weitere Untersuchungen: „Wenn alles untersucht ist, wird es sehr interessant sein zu sehen, in welcher Beziehung das Virus in Liverpool zu dem in Spanien steht.“

Auch der Bürgermeister von Madrid, José Luis Martínez-Almeida, sagte am Wochenende beim Radiosender Onda Cero, dass es ein „Fehler“ gewesen sei, Atlético-Fans zu dem Spiel fahren zu lassen. „Es hat keinen Sinn ergeben, dass zu diesem Zeitpunkt 3000 Atlético-Fans nach Anfield reisen konnten.“ In Liverpool sind bereits 246 Menschen an den Folgen des Coronavirus gestorben. Madrid ist eine der am schlimmsten betroffenen Städte in ganz Europa.

Coronakrise: DFB hat Länderspiele gegen Ausfall versichert

Die finanziellen Verluste für den Deutschen Fußball-Bund durch die wegen der Coronakrise ausgefallenen Länderspiele sind nicht so hoch wie erwartet. „Der DFB verfügt über eine Ausfallversicherung für seine Länderspiele, die auch im Falle der Länderspiele im März gegen Italien und Spanien greift. Diese Versicherung setzt eine Spielabsage von dritter Seite voraus“, sagte DFB-Schatzmeister Stephan Osnabrügge dem Onlineportal „Sport1“.

Allerdings sei die Versicherung bei einer vertraglichen Höchstsumme gedeckelt und werde daher nicht alle Ausfälle des Verbandes abdecken. Auch mögliche Einnahmeverluste bei einer Absage des DFB-Pokalfinals sollen in Teilen abgesichert sein. Osnabrügge rechnet trotz der zu erwartenden Versicherungssummen „in allen Erlösbereichen mit erheblichen Ausfällen“. Im schlimmsten Fall werde das Haushaltsdefizit rund 50 Millionen Euro vor Steuern betragen.

Nach „Sport1“-Informationen hat der DFB die Versicherung schon vor längerer Zeit abgeschlossen und bereits bei der Absage des Länderspiels gegen die Niederlande im November 2015 davon profitiert. Die Partie in Hannover war damals wegen der Terrorgefahr wenige Tage nach den Anschlägen in Paris kurzfristig abgesagt worden.

Coronapause: Oberligakapitän sticht jetzt Spargel

Der Kapitän des Fußball-Oberligisten VfL Halle 96 hilft in der Corona-Zwangspause in der Landwirtschaft aus. Arnold Schunke arbeitet seit etwa einer Woche als Spargelstecher, berichtet die „Mitteldeutsche Zeitung“ (Dienstag). „Vor drei Wochen bin ich über eine Onlineplattform darauf gestoßen, dass in der Landwirtschaft Arbeitskräfte gesucht werden. Ich habe vorher noch nie Spargel gestochen“, sagte der 24-Jährige. In der Oberliga droht derzeit aufgrund der Coronavirus-Pandemie ein Abbruch der Saison. Zudem ist der Starttermin für die nächste Spielzeit ungewiss.

Durch die Grenzschließungen konnten Saisonarbeiter aus Osteuropa nicht in dem Umfang wie in den vergangenen Jahren nach Deutschland kommen. Der Bedarf ist hoch, es werden fast 90.000 Arbeitskräfte gesucht. Schunke arbeitet auf einem Hof in Langeneichstädt südöstlich von Halle. Fünf bis sechs Stunden steht der Lehramtsstudent täglich auf dem Feld, bekommt dafür den Mindestlohn von 9,30 Euro pro Stunde.

Nowitzki über Corona-Chat mit Willoughby: "Weltklasse"

Basketball-Ikone Dirk Nowitzki hat seine Qualitäten beim Kartenspielen für einen guten Zweck unter Beweis gestellt. Im Rahmen des „Logged-in-Festivals“ traf sich Nowitzki per Videochat mit den Ex-Nationalspielern Marvin Willoughby, Demond Greene sowie Robert Garrett und spielte mit seinen ehemaligen Kollegen eine Runde Uno. „Das war Weltklasse. Wie in alten Zeiten, wirklich total witzig“, sagte Nowitzki.

In Zeiten der Coronakrise freute sich Nowitzki über die willkommene Abwechslung. „Das hat echt Spaß gemacht: Die Jungs zu sehen, alte Sachen zu bequatschen und natürlich Trash zu talken wie vor 20 Jahren. So etwas wäre natürlich sonst nie zustande gekommen“, sagte der 41-Jährige: „Man kann nicht nur im Haus sitzen und an Corona denken. Man muss trotzdem versuchen, das Leben weitergehen zu lassen.“

Nowitzki, der im vergangenen Jahr seine NBA-Karriere bei den Dallas Mavericks beendete, hatte mit seinen Weggefährten zu Beginn seiner Laufbahn gemeinsam beim Bundesligisten in Würzburg sowie mit der deutschen Nationalmannschaft auf dem Parkett gestanden. „Ich wurde erst gefragt, ob ich auch Gaming mache. Da habe ich gesagt: "Seid ihr wahnsinnig? Mit drei kleinen Kindern? Ich habe seit zehn Jahren keine Playstation mehr gespielt'", erzählte Nowitzki.

Der gebürtige Würzburger habe dann Uno vorgeschlagen, „so kam die Idee auf“. Der NBA-Champion von 2011 schaltete sich aus Dallas zu, Garrett aus Hawaii, Greene aus München und Willoughby, mittlerweile Geschäftsführer der Hamburg Towers, aus Buchholz in der Nordheide.

Coronakrise: Popp schlägt gemeinsame EM vor

Noch steht die Neuterminierung der Frauenfußball-EM 2021 im Zuge der Coronakrise aus, doch Alexandra Popp (29) hätte da eine Idee. „Mein erster Gedanke war: Lasst doch die EM im gleichen Land mit der Männer-EM stattfinden, um ein Riesending daraus zu machen“, sagte die Kapitänin des Fußball-Nationalteams.

Die Stürmerin vom Serienmeister VfL Wolfsburg gibt allerdings zu, dass ein solches Co-Turnier bei der kommenden paneuropäischen Endrunde der Männer „natürlich schwierig“ umzusetzen sei. Doch generell glaubt sie, dass ein gemeinsames Großevent dem Frauenfußball nützen könnte: „Man könnte viel Fanszenerie mitnehmen, viel Emotionen und Aufmerksamkeit.“

Solch ein Konzept wäre für Popp „zumindest mal einen Versuch wert, ich stelle mir das ganz cool vor. Das wäre eine Welle, auf der wir mit dem Frauenfußball mitschwimmen und einen Riesenmehrwert mitnehmen könnte.“ Wegen der Coronavirus-Pandemie hat die UEFA die Männer-EM um ein Jahr in den Sommer 2021 verschoben und einen neuen Termin für die Frauen-EM in England angekündigt. Es zeichnet sich ab, dass das Turnier ebenfalls ein Jahr später stattfinden wird.

Trotz Coronakrise: Serie A will weiterspielen

Die italienische Fußballliga will trotz des Widerstands zahlreicher Vereine die Saison nach Ende des Corona-Lockdowns beenden. „Das Lega Serie A Council bestätigte am Montagabend einstimmig seine Absicht, die Saison 2019/20 zu Ende zu spielen - sofern die Regierung dies zulässt“, hieß es in einer Ligaerklärung. Die Liga tagt am Mittwoch, um über Pläne zum Neustart der Meisterschaft zu diskutieren. Eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs werde dabei „gemäß den Bestimmungen der FIFA und der UEFA“ und des italienischen Fußballverbandes (FIGC) sowie „gemäß den medizinischen Protokollen zum Schutz der Spieler“ erfolgen.

Mit Brescia Calcio, dem FC Turin, Udinese Calcio, Sampdoria Genua, dem FC Genua, SPAL Ferrara und Cagliari Calcio hatten sich sieben Clubs ausdrücklich gegen einen Neustart der Serie A ausgesprochen. Sechs dieser Vereine sind in der besonders vom Coronavirus betroffenen Region im Norden Italiens beheimatet. Italiens Sportminister Vincenzo Spadafora dämpfte in einem Gespräch mit dem TV-Sender Rai 2 allerdings die Hoffnungen des Ligaverbandes auf eine baldige Wiederaufnahme des Spielbetriebs. „Weder der Neustart der Fußballmeisterschaft noch eine Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs sind für den 4. Mai gesichert“, sagte der 46-Jährige.

Corona: Testspiele in Südkorea wieder erlaubt

Im südkoreanischen Fußball darf ab sofort wieder der Ball rollen. Wie der nationale Ligaverband mitteilte, können die Vereine der K-League ab Dienstag Testspiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit absolvieren. Die Mannschaften sollen sich damit bestmöglich auf einen zeitnahen Start der Spielzeit in der höchsten südkoreanischen Liga vorbereiten können.

Laut der Nachrichtenagentur Yonhap ist ein Saisonauftakt Mitte Mai derzeit das wahrscheinlichste Szenario. Erst am Wochenende hatten die südkoreanischen Behörden angesichts des Rückgangs der Coronafälle grünes Licht für Geisterspiele gegeben. Nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP sind allerdings noch keine Testspiele final terminiert.

Bei diesen Partien dürfen die Spieler als vorbeugende Maßnahme nicht miteinander sprechen, auch Handshakes sind ausdrücklich verboten. Auch Baseballspiele sind unter Ausschluss der Öffentlichkeit und Einhaltung der Sicherheitsvorkehrungen wieder möglich. Südkorea war als eines der ersten Länder intensiv von der Coronakrise betroffen, der für Ende Februar geplante Saisonstart der nationalen Fußballliga war daraufhin auf unbestimmte Zeit verschoben worden.

Corona: PGA prüft Ryder Cup ohne Zuschauer

Auch dem Ryder Cup der Golfer droht angesichts der Coronakrise in diesem Jahr eine Geisterkulisse. Wie der US-Verband PGA of America am Montagabend bestätigte, wird derzeit geprüft, ob der bedeutendste Teamwettbewerb der Welt ohne Zuschauer ausgetragen werden kann. Das im Zweijahres-Rhythmus stattfindende Prestigeduell zwischen den besten Golfern der USA und Europa soll vom 25. bis 27. September im US-Bundesstaat Wisconsin ausgetragen werden.

Der Ryder Cup ist gerade für Fans das Highlight im Golfkalender, die Atmosphäre ist vergleichbar mit der in einem Fußballstadion. „Es ist schwer, sich einen Ryder Cup ohne Fans vorzustellen“, sagte PGA-Chef Seth Waugh deshalb gegenüber dem New Yorker Radiosender WFAN: „Wir haben begonnen darüber zu sprechen, ob wir zumindest ein virtuelles Fan-Erlebnis schaffen können. Wir werden versuchen, so kreativ wie möglich zu sein.“

NFL spendet Millionenbetrag für Kampf gegen Corona

Die US-Football-Profiliga NFL hat über verschiedene Kanäle insgesamt rund drei Millionen Dollar (rund 2,8 Millionen Euro) für den Kampf gegen das Coronavirus gespendet. Das teilte die Liga am Montag mit. Das Geld komme Gesundheitseinrichtungen und Hilfsorganisationen in besonders betroffenen Gebieten in sieben Bundesstaaten zugute. Damit soll vor allem Schwarzen und Afroamerikanern geholfen werden, die statistisch gesehen besonders häufig an der Lungenkrankheit Covid-19 erkranken.

„Es ist eine schwere Zeit für unsere Nation. Es ist wichtig für uns, weitere Wege zu finden, denen zu helfen, die es am meisten brauchen“, sagte NFL-Commissioner Roger Goodell.

Griechische Fans verstoßen gegen Coronaregeln

Geburtstagsfeier mit Polizeieinsatz: Mehr als 200 Fans des griechischen Fußball-Traditionsclubs PAOK Saloniki haben am Montag gegen das Versammlungsverbot verstoßen und sich trotz der Corona-Pandemie anlässlich des 94. Vereins-Geburtstages vor dem Stadion des amtierenden Meisters getroffen. Die Polizei setzte Tränengas ein, um die Versammlung aufzulösen. Laut griechischen Medienberichten wurden mindestens eine Person verhaftet und mehrere Fans mit Bußgeldern bestraft.

Die Regierung hatte am Montag verkündet, dass sich derzeit mehr als 2200 Personen mit dem Coronavirus in Griechenland infiziert haben, 116 seien an den Folgen gestorben. „Wir werden auf den Rat der Experten warten und auf Basis der Instruktionen schrittweise die Sporteinrichtungen wieder öffnen“, sagte Griechenlands stellvertretender Sportminister Lefteris Avgenakis dem Sender Mega TV. Er gehe davon aus, dass die professionellen Fußball-Teams im Mai wieder trainieren könnten. Bislang gelten die Beschränkungen bis zum 27. April.

Coronavirus: Verhaltensregeln und Empfehlungen der Gesundheitsbehörde

  • Reduzieren Sie Kontakte auf ein notwendiges Minimum, und halten Sie mindestens 1,50 Meter Abstand zu anderen Personen
  • Achten Sie auf eine korrekte Hust- und Niesetikette (ins Taschentuch oder in die Armbeuge)
  • Waschen Sie sich regelmäßig die Hände gründlich mit Wasser und Seife
  • Vermeiden Sie das Berühren von Augen, Nase und Mund
  • Wenn Sie persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das Coronavirus im Labor nachgewiesen wurde, sollten Sie sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen an Ihr zuständiges Gesundheitsamt wenden