Sport in der Coronakrise

Verschiebung wegen Corona: Neuer Marathon-Termin steht

Der Haspa-Marathon Hamburg findet in diesem Jahr erstmals nicht im Frühjahr statt.

Der Haspa-Marathon Hamburg findet in diesem Jahr erstmals nicht im Frühjahr statt.

Foto: Daniel Reinhardt / dpa

Offiziell: Weitere Ligaspieltage abgesagt. Schalke-Profi nach Coronaparty bestraft. Slowakischer Spitzenclub insolvent.

Hamburg. Für den Sport ist es in der Coronakrise der nächste schwarze Dienstag. Die Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball-Liga (DFL) ist wie erwartet dem Vorschlag des Präsidiums gefolgt und hat die Spielpause in den Bundesligen bis 30. April verlängert. Immer mehr Vereine geraten durch die Zwangspause in existenzielle Schwierigkeiten. Die Forderungen nach einem Rettungsfonds werden auch in Deutschland immer lauter. Italien geht diesen Schritt bereits.

Die wichtigsten Entwicklungen am Dienstag:

Verschiebung wegen Corona: Neuer Marathon-Termin steht

Knapp drei Wochen nach der Verschiebung des Haspa-Marathons Hamburg infolge des Coronavirus haben die Veranstalter in Abstimmung mit den Behörden einen neuen Termin gefunden. Die 35. Auflage soll am 13. September stattfinden. Ursprünglicher Termin war der 19. April.

„Wir sind der festen Überzeugung, dass eine Durchführung der Veranstaltung zu diesem neuen Zeitpunkt realistisch ist, auch wenn wesentliche organisatorischen Rahmenbedingungen, insbesondere bedingt durch die Corona-Epidemie und durch bis dahin zu erwartende neue Erkenntnisse zum Gesundheitsschutz von Teilnehmerinnen und Teilnehmern, andere als die bislang üblichen sein werden“, sagte Organisationschef Frank Thaleiser.

Sportsenator Andy Grote wertete den neuen Termin als "optimistisch stimmendes Signal: Mit guter Kooperation ist auch in schwierigen Zeiten vieles im Sport machbar." Unklar ist noch, ob der ursprünglich für 18. April geplante Jugend- und Kinderlauf Das Zehntel im Rahmen des neuen Veranstaltungsdatums oder an einem gesonderten Termin organisiert werden kann.

Coronavirus: Weitere Bundesliga-Spieltage abgesagt

Christian Seifert lobte den Zusammenhalt im deutschen Fußball und verkündete dann per Videoschalte, was eigentlich längst bekannt war: Die Zwangspause in der Bundesliga und der 2. Liga verlängert sich wegen der Coronapandemie mindestens bis zum 30. April. Einen entsprechenden Vorschlag des DFL-Präsidiums verabschiedeten am Dienstag die Bosse der 36 Profiklubs bei der ersten virtuellen Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball-Liga (DFL) einstimmig.

„Die Ligen standen noch nie enger zusammen als derzeit“, sagte DFL-Geschäftsführer Seifert: „Wir wollen den Profifußball irgendwie durch diese Phase bringen. Auch hier wird es einen Neustart geben, und dafür wird es Pläne benötigen.“ Seifert sprach dabei von flexiblen, strategischen Ideen.

Der nun ausgeweiteten Unterbrechung fallen die Spieltage Nummer 28 bis 31 zum Opfer. Der Spielbetrieb ist bereits seit dem 12. März ausgesetzt – abgesehen von den normalen Unterbrechungen im Sommer und Winter schon jetzt die längste Pause der Bundesliga-Geschichte. Die letzte Begegnung war am 11. März das Geisterspiel zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln (2:1) gewesen.

St.-Pauli-Präsident Göttlich: Saison zu Ende spielen!

Oke Göttlich, Präsident des Zweitligisten FC St. Pauli und Mitglied des DFL-Präsidiums, bekräftigte den Vorsatz, die Saison zu Ende zu spielen. "Wir sind uns auch einig, dass es für das wirtschaftliche Fortbestehen eines jeden Standortes und auch der sozialen Verantwortung aller Mitarbeiter*innen gegenüber sinnvoll ist, die Saison auf jeden Fall zu Ende zu spielen, um die finanziellen Einbußen nicht so groß werden zu lassen, dass wir Arbeitsplätze gefährden", wurde er in einer Vereinsmitteilung zitiert.

Nach Coronaparty: "Saftige Strafe" für Harit

Fußball-Profi Amine Harit ist von seinem Verein FC Schalke 04 mit einer empfindlichen Geldstrafe belegt worden. Das bestätigte Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider am Dienstag auf Anfrage. Zuvor hatten die „Ruhr-Nachrichten“ und die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ darüber berichtet.

Als es in Nordrhein-Westfalen schon erhebliche Kontaktbeschränkungen gab, war der 22 Jahre alte Mittelfeldspieler in einer Shishabar in Essen gemeinsam mit zehn weiteren Personen nach dem damals gültigen Ladenschluss (18.00 Uhr) von der Polizei bei einer Coronaparty erwischt worden. Die herbeigerufenen Beamten hatten die unerlaubte Versammlung weit nach Mitternacht aufgelöst. Für sein Fehlverhalten bekam der Marokkaner, der sich später einsichtig zeigte, von den Königsblauen eine „saftige Geldstrafe“.

US-Open-Anlage wird zur Coronaklinik

Üblicherweise wird in Flushing Meadows um Punkte und Tennis-Trophäen gespielt - nun sollen sich dort Ärzte und Freiwillige gegen das Coronavirus stemmen. Ein Teil des US-Open-Geländes im New Yorker Stadtteil Queens wird angesichts der sich weiter dramatisch zuspitzenden Lage in der amerikanischen Weltstadt zum Krankenhaus.

In einer Trainingshalle sollen künftig in 350 Betten vorrangig an Covid-19 Erkrankte behandelt werden, beim Umbau hilft die US Army. Das Louis Armstrong Stadium, zweitgrößter Platz im Billie Jean King National Tennis Center, wird zur Mensa: 25.000 Mahlzeiten pro Tag sollen dort an Patienten, Gesundheitspersonal und Schulkinder ausgegeben werden.

Corona-Krise: New York applaudiert Pflegern und Ärzten
Corona-Krise: New York applaudiert Pflegern und Ärzten

FC Kopenhagen kürzt wegen Coronakrise Gehälter

Als erster dänischer Fußballclub kappt der Europa-League-Teilnehmer FC Kopenhagen wegen der Coronapandemie die Gehälter seiner Profis. Die Spieler, Trainer und sportlichen Leiter des Vereins hätten sich dazu entschlossen, ihre Löhne in den kommenden beiden Monaten um 20 Prozent zu senken, teilte der Club am Dienstag mit. Der Beschluss sei gemeinsam mit den Hauptaktionären und der Vereinsführung gefällt worden.

„Wir alle haben dasselbe Ziel: Den FCK bestmöglich durch diese Zeit zu bringen, damit wir die gesamte Energie wieder in die Jagd nach Erfolg legen können, wenn der Ball wieder rollt“, erklärte Hauptaktionär Lars Seier Christensen.

Coronakrise: Magdeburg stimmt Kurzarbeit zu

Die Mitarbeiter sowie das gesamte Team der Drittliga-Fußballer haben beim 1. FC Magdeburg der Kurzarbeit zugestimmt. Damit setzt der Club den bereits vor einer Woche mit den Anträgen eingeleiteten Schritt um. Das teilte der FCM am Dienstag mit. „Es ist nicht selbstverständlich, dass trotz der sehr schwierigen Situation alle Angestellten bereitwillig den Verein durch eigenes Abtreten von Ansprüchen vollumfänglich unterstützen“, sagte Geschäftsführer Mario Kallnik. Die Spieler halten sich mit individuellen Plänen fit, alle Angestellten arbeiten aus dem Home Office.

Vor dem FCM hatten bereits Vereine wie der Hallesche FC, der FSV Zwickau, der Chemnitzer FC und der FC Carl Zeiss Jena auf Kurzarbeit umgestellt. Die Bundesagentur für Arbeit übernimmt bei Kurzarbeit 60 Prozent des ausgefallenen Nettolohns. Bei Arbeitnehmern mit Kind sind es 67 Prozent. Die Beitragsbemessungsgrenze liegt im Osten derzeit bei 6450 Euro.

Italiens Fußballverband will Corona-Rettungsfonds einrichten

Der italienische Fußballverband (FIGC) will einen Rettungsfonds für die von der Coronakrise schwer belasteten Clubs einrichten. Einen entsprechenden Vorschlag machte der Verband der italienischen Regierung. Der Fonds soll zum Teil vom Fußballverband und zum Teil mit einer Quote (ein Prozent) auf alle Fußballwetten finanziert werden. Neben den Proficlubs sollen auch Amateurvereine unterstützt werden.

Derweil ist weiter völlig offen, wann die Ligen wieder ihren Spielbetrieb aufnehmen können. Auch ein Saisonabbruch ist nicht vollkommen ausgeschlossen. Man müsse sich dem Problem des Saisonabbruchs „unter Berücksichtigung der sportlichen Ergebnisse und Verträge“ stellen, sagte Damiano Tommasi, Chef der Fußballergewerkschaft AIC.

Ex-Manager Allofs schlägt Coronafonds vor

Der langjährige Bundesliga-Manager Klaus Allofs hat einen Krisenfonds aus Fernsehgeldern vorgeschlagen, um für die Folgen einer Krise wie jetzt der Coronapandemie besser gerüstet zu sein. „Ich denke, dass das kein so schlechter Ansatz ist“, sagte Allofs dem „Weser-Kurier“. Allerdings müsse dafür eine „gesamtheitliche Lösung“ gefunden werden, die dann auch verpflichtend sei. „Die Gelder sollten zweckgebunden eingesetzt werden“, sagte Allofs, der in der Bundesliga viele Jahre die Geschicke bei Werder Bremen und beim VfL Wolfsburg geleitet hat.

Allofs kritisierte, dass die Clubs „bei den immer steigenden Einnahmen, insbesondere aus den Medienrechten, den Gedanken an Rücklagen vernachlässigt“ hätten. „Es ging im Fußball in den letzten Jahren nur bergauf. Immer höhere Zahlen, immer höheren Einnahmen. In Zeiten, in denen der Boom scheinbar Normalität ist, ist man weniger bereit in eine solche Richtung zu denken“, sagte Allofs.

Frankfurts Sars-CoV-2-positiven Teammitgliedern geht es gut

Eintracht Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic hat bei den vier Teammitgliedern, deren Test auf das Coronavirus Sars-CoV-2 positiv war, Entwarnung gegeben. „Es geht ihnen wirklich sehr gut, sie waren alle schnell über den Berg. Einer von den vier hat gar nichts mitbekommen“, sagte der 48-Jährige im Interview mit "Hessenschau.de". Zwei Spieler und zwei Betreuer sind betroffen.

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Peru öffnet PanAm-Dorf für Coronavirus-Patienten

Sieben Monate nach den Panamerikanischen Spielen in Perus Hauptstadt Lima wird das Athletendorf mit mehr als 1000 Wohnungen seine Tore für die Coronavirus-Patienten des südamerikanischen Landes öffnen. Am Montag wurden in zwei Wohntürmen 900 Betten für die Intensivbehandlung von an Covid-19 erkrankten Patienten freigegeben.

Staatspräsident Martin Vizcarra versprach für den Bedarfsfall gar 3000 Betten in den sieben bis zu 20 Stockwerken hohen Komplexen, die während der Mini-Olympiade des amerikanischen Kontinents sowie der paralympischen Wettbewerbe bis 1. September 2019 von Sportlern belegt waren. Am Montag vermeldete Peru mit seinen gut 33 Millionen Einwohnern 24 Tote infolge der neuen Lungenerkrankung sowie 950 bestätigte Fälle.

Wegen Corona: Korrupter Funktionär wieder frei

Der ehemalige Präsident des brasilianischen Fußballverbandes CBF, José Maria Marin, der in den USA wegen des Korruptionsskandals beim Fußballweltverband FIFA inhaftiert war, wurde am Montag (Ortszeit) aufgrund eines Straferlasses wegen des Coronavirus freigelassen. Marins Anwälte hatten aus „gesundheitlichen Gründen“ einen Antrag auf Notfallfreilassung gestellt. Richterin Pamela Chen bewilligte diesen.

Marin war im Dezember 2017 in sechs von sieben Anklagepunkten schuldig gesprochen worden, das Strafmaß wurde auf vier Jahre Haft festgelegt. Marin gehörte jahrelang zum innersten Führungszirkel des früheren FIFA-Bosses Joseph S. Blatter und fungierte auch als Chef der WM-Endrunde 2014 in seiner brasilianischen Heimat.

US-Rugbyverband infolge von Corona pleite

Der Rugbyverband der Vereinigten Staaten ist pleite. Wie USA Rugby am Montag auf seiner Internetseite bekannt gab, will der Dachverband sich nach Chapter 11 des US-Insolvenzrechts neu strukturieren und finanziell sanieren.

Die Aussetzung des Spielbetriebs aufgrund der Coronapandemie am 13. März habe die bestehenden Finanzprobleme deutlich verschlimmert. Sponsoren hätten Zahlungen reduziert oder eingestellt.

Coronavirus: Slowakischer Spitzenclub insolvent

Der slowakische Fußball-Spitzenclub MSK Zilina geht als erstes prominentes Opfer der Coronakrise in die Insolvenz. Der 1909 gegründete siebenmalige Meister wurde einem Insolvenzverwalter unterstellt, der umgehend die Verträge mit 17 Spielern auflöste. Diese hatten sich Medienberichten zufolge geweigert, einer Gehaltskürzung von bis zu 80 Prozent zuzustimmen.

Zilina hatte die Hauptrunde in der nach einem Wettanbieter benannten Fortuna-Liga auf dem zweiten Platz beendet, die anschließende Meisterrunde ist aufgrund der Pandemie ausgesetzt. Sollte die Saison fortgesetzt werden, will Zilina sie dennoch mit einer Nachwuchsmannschaft zu Ende spielen.

Zilina hatte im Januar Sturmtalent Robert Bozenik, an dem der auch der HSV interessiert war, für vier Millionen Euro an Feyenoord Rotterdam verkauft.

Guardiola fürchtet wegen Corona um seine Linie

Die Coronakrise bereitet Pep Guardiola große Sorgen – auch um sein Gewicht. Der gertenschlanke Teammanager des englischen (Noch-)Fußballmeisters Manchester City befürchtet, sichtlich angefressen aus der Zwangspause hervorzugehen. „Wir werden nach der Krise stärker, besser, netter und auch ein bisschen fetter zurückkommen“, sagte der 49-Jährige in einer Videobotschaft zur Clubkampagne „Cityzens At Home“.

Guardiola, der eine Million Euro für medizinisches Material gespendet hatte, verband seine launige Ansprache mit durchaus ernsten Worten. „Wir vermissen den Fußball. Wir vermissen das Leben, das wir noch vor wenigen Tagen hatten. Aber jetzt ist die Zeit gut zuzuhören und unseren Wissenschaftlern, Ärzten und dem Pflegepersonal zu folgen“, sagte der frühere Bayern-Trainer.

„Ihr seid meine Fußball-Familie, und wir werden alles Mögliche tun, damit ihr euch besser fühlt“, sagte der Spanier und mahnte: „Bleibt drinnen, bleibt sicher.“ Der Spielbetrieb in der Premier League ist als Maßnahme zur Eindämmung des Coronavirus noch bis mindestens zum 30. April ausgesetzt.

Training trotz Corona: Reuter verteidigt sich

Stefan Reuter, Manager des Fußball-Bundesligisten FC Augsburg, hat sich gegen Vorwürfe gewehrt, sich nicht an die Trainingsempfehlung der Deutschen Fußball-Liga zu halten. Die Clubs waren von der DFL gebeten worden, ihre Profis bis einschließlich 5. April nur individuell trainieren zu lassen.

Der bayerische Bundesligist aus Augsburg hatte ebenso wie einige andere Teams den Mannschaftstrainingsbetrieb jedoch eingeschränkt wieder aufgenommen. „Es hat sich niemand bei mir oder uns über Wettbewerbsverzerrung beschwert, ganz und gar nicht“, sagte der 53 Jahre alte Reuter der „Bild“-Zeitung.

Golf-Masters spendet Millionen für Coronahilfe

Der Augusta National Golf Club möchte mit einer großzügigen Spende seinen Beitrag zum Kampf gegen das Coronavirus leisten. Der Veranstalter des berühmten Masters kündigte am Montag an, der hiesigen Universität eine Million Dollar für die sofortige Ausweitung der Coronavirus-Tests zu Verfügung zu stellen. Eine weitere Million soll in einen Notfallfonds für Hilfsmaßnahmen im US-Bundesstaat Georgia fließen.

Das diesjährige Masters, das in der kommenden Woche auf der Anlage an der Magnolia Lane beginnen sollte, wurde wegen des weltweiten Ausbruchs von COVID-19 auf unbestimmte Zeit verschoben. Seit dem Debüt 1934 fiel das Masters lediglich 1943 bis 1945 wegen des Zweiten Weltkriegs aus.

Coronavirus: Sandhausens Profis verzichten auf Gehalt

Die Fußballprofis des Zweitligisten SV Sandhausen werden bis zum 5. April individuell weiter trainieren und sind wegen der Coronavirus-Krise zum Gehaltsverzicht bereit. „Dass die Mannschaft, die Trainer und das Team drumherum sich dem Verein und allen anderen Mitarbeitern gegenüber solidarisch erklären, ist ein tolles Zeichen für unser Zusammengehörigkeitsgefühl“, sagte Präsident Jürgen Machmeier am Montag. Über die Höhe des Gehaltsverzichts wurde Stillschweigen vereinbart.