Eishockey

Winter Game am Millerntor? Das sagt der FC St. Pauli

Ein "Winter Game" vor 30.000 Zuschauern? Die Crocodiles Hamburg würden gerne eine Eishockeyspiel im Millerntorstadion des FC St. Pauli durchführen.

Ein "Winter Game" vor 30.000 Zuschauern? Die Crocodiles Hamburg würden gerne eine Eishockeyspiel im Millerntorstadion des FC St. Pauli durchführen.

Foto: Witters/Imago

Crocodiles Hamburg wollen ein Freiluftspiel im Fußballstadion, erste Gespräche laufen. Pläne auch für eine neue Eishockeyhalle.

Hamburg.  Anlässlich seines 30-jährigen Bestehens plant der Eishockeyclub Crocodiles Hamburg im Zeitraum Ende Dezember 2020 bis Mitte Januar 2021 ein besonderes Highlight. Erstmals in der Geschichte der Oberliga soll es ein „Winter Game“ unter freiem Himmel in Hamburg geben. Im Gespräch ist das Millerntor-Stadion des FC St. Pauli.

„Ein solches Event wäre die beste Maßnahme, um unsere Bekanntheit zu steigern und Eishockey in Hamburg populärer zu machen“, sagte Sven Gösch (47), Geschäftsführer des Tabellendritten der Oberliga Nord, auf dem Neujahrsempfang des Clubs am Mittwochabend bei Hauptsponsor Hapag-Lloyd am Ballindamm.

Crocodiles in Gesprächen mit dem FC St. Pauli

Eine erste Kontaktaufnahme mit dem FC St. Pauli hat es gegeben. In der kommenden Woche reist Gösch nach Dresden, um sich mit den Verantwortlichen des Zweitligisten Eislöwen auszutauschen. Dieser hatte am 4. Januar gegen die Lausitzer Füchse mehr als 30.000 Fans ins Stadion des Fußball-Zweitligisten Dynamo Dresden gelockt.

„Wir könnten eine solche Veranstaltung nicht allein stemmen. Aber ich werde mich informieren, was an Kosten und Auflagen auf uns zukommt“, sagte Gösch. Gegner sollen die Hannover Indians werden, die viele Fans mitbringen. Das Winter Game der DEL2 in Dresden hatte unterm Strich 650.000 Euro gekostet.

Der FC St. Pauli äußerte sich zurückhaltend zu dem Plan. Eine aktuelle Anfrage zu diesem Thema liege dem Verein nicht vor, und der Weg über die Öffentlichkeit "sollte nicht unbedingt präferiert werden", hieß es auf Abendblatt-Anfrage. Und überhaupt: "Ein solches Spiel im Winter wird mit Blick auf die kurze Regenerationszeit des Rasens auch eher kritisch gesehen."

Prinzipiell ist der Zweitligaverein aber offenbar gesprächsbereit. Man habe mit den Crocodiles beim Austausch der Einlaufkinder "bereits auf anderer Ebene gerne miteinander kooperiert“.

Crocodiles haben große Pläne

Große Pläne haben die Crocodiles, die im vergangenen Jahr die Insolvenz ihrer Betriebsgesellschaft nur knapp hatten abwenden können, auch im wirtschaftlichen und infrastrukturellen Bereich. Gösch erklärte, die Sponsoringerlöse 2020/21 um 35 Prozent erhöhen zu wollen.

Dazu passte, dass Hapag-Lloyd-Vorstandschef Rolf Habben Jansen (53) in seiner Rede potenzielle Sponsoren mit der Ankündigung umwarb, „dass wir auch dabeibleiben“. Als formale Vertragsverlängerung wollte er diese Aussage zwar nicht verstanden wissen. „Aber wir stehen dem Projekt sehr wohlwollend gegenüber.“

Neue Eishockeyhalle in Farmsen?

Ein weiteres wichtiges Projekt soll langfristig der Bau einer Spielstätte werden, die das in die Jahre gekommene Eisland Farmsen ersetzt und allen Anforderungen der Topligen DEL und DEL2 genügt.

Dafür ist Gesellschafter Klaus-Peter Jebens (63) gefragt, der neben seiner Idee, in seinem Gewerbepark in Rahlstedt zu bauen, nun auch eine Fläche nahe der BMX-Bahn am Neusurenland in Farmsen ins Auge gefasst hat.

Zwar müsste das Bauland wegen giftiger Stoffe im Boden aufwendig und kostenintensiv saniert werden. „Aber das Gelände ist eine Option“, sagte Jebens, der zunächst aber die Bürgerschaftswahl am 23. Fe­bruar abwarten will.