Fußball-Ticker

HSV-Konkurrent Stuttgart trennt sich von Trainer Walter

Lesedauer: 12 Minuten
Tim Walter ist nicht mehr Trainer des VfB Stuttgart.

Tim Walter ist nicht mehr Trainer des VfB Stuttgart.

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Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Montag, den 23. Dezember 2019:

Stuttgart trennt sich von Trainer Tim Walter

Diese Maßnahme hatte sich angedeutet: Einen Tag nach dem 2:2 zum Jahresabschluss gegen Hannover hat sich der VfB Stuttgart mit sofortiger Wirkung von seinem Trainer Tim Walter getrennt. Das gab der HSV-Aufstiegsrivale am Abend bekannt. Walter hatte die Schwaben erst im Sommer übernommen. Sein Vertrag läuft noch bis 2021. Es ist die siebte Trainerentlassung in der laufenden Zweitliga-Spielzeit.

"Die umfangreiche Analyse der Hinrunde ergab, dass wir unsere kurz- und mittelfristigen Zielsetzungen, aufzusteigen und unsere Spieler und unsere Spielidee gemeinsam konsequent weiterzuentwickeln, gefährdet sehen", sagte Sportdirektor Sven Mislintat. Über einen Nachfolger sei noch keine Entscheidung gefallen, ergänzte Thomas Hitzlsperger in dem Club-Statement, in dem auch Walter zu Wort kam: "Die Mannschaft ist mir in den vergangenen Monaten ans Herz gewachsen."

BVB-Kapitän Reus veröffentlicht Hochzeitsfoto

Nationalspieler Marco Reus von Borussia Dortmund und seine langjährige Freundin Scarlett Gartmann haben auf ihren Instagram-Accounts ein Hochzeitsfoto gepostet. Als Eintrag stellten beide dazu das Datum 21.12.19 sowie Herzen und ein Ring-Symbol. Nach Informationen der „Bild“-Zeitung sollen beide am vergangenen Sonnabend geheiratet haben, die Trauung habe standesamtlich stattgefunden. Auf dem Bild küssen sich die beiden, Gartmann trägt ein weißes Spitzenkleid, Reus zu seinem Anzug eine schwarze Fliege und als Einsteckblumen zwei weiße Rosen.

Das Paar hat bereits eine gemeinsame Tochter – sie kam Ende März zur Welt. Der 30 Jahre alte Kapitän des BVB hatte beim letzten Hinrundenspiel der Dortmunder am vergangenen Freitag in Hoffenheim (1:2) wegen eines Muskelfaserrisses gefehlt.

Verdacht der Körperverletzung: Boateng muss vor Gericht

Der frühere Nationalspieler Jérôme Boateng von Rekordmeister Bayern München muss sich wegen des Verdachts der Körperverletzung an seiner ehemaligen Lebensgefährtin vor Gericht verantworten. Das Amtsgericht München hat die Anklage gegen den 31-Jährigen wegen „einfacher, vorsätzlicher Körperverletzung“ zugelassen. Ein Teilbeschluss zur Eröffnung der Hauptverhandlung ist ergangen. Entsprechende Medienberichte bestätigte Gerichtssprecher Klaus-Peter Jüngst.

Allerdings muss sich der Weltmeister von 2014 und frühere HSV-Profi, aus dessen zehnjähriger Partnerschaft mit seiner früheren Lebensgefährtin zwei Kinder hervorgegangen sind, nicht wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten. Für diesen Vorwurf, den die Staatsanwaltschaft München I bei ihrer Anklage vorgebracht hatte, sah das Gericht keine hinreichenden Anhaltspunkte.

Die Anwälte Boatengs hatten im September erklärt, dass es um einen „privaten Sachverhalt“ gehe, der „im Wesentlichen auf unbewiesenen Behauptungen Dritter beruhe“.

Funkel bleibt Fortuna-Trainer – unter einer Bedingung

Fortuna Düsseldorf hat den Vertrag mit Trainer Friedhelm Funkel um eine weitere Saison bis Sommer 2021 verlängert. Das teilte der Tabellen-16. einen Tag nach dem 2:1-Erfolg gegen Aufsteiger Union Berlin mit. Das neue Arbeitspapier für den 66 Jahre alten Coach gilt aber nur für die Bundesliga.

„Ich habe immer wieder betont, wie sehr mir dieser Verein ans Herz gewachsen ist. Daher macht es mich stolz, dass der erfolgreiche Weg, den wir in den letzten Jahren eingeschlagen haben, auch nach dieser Saison seine Fortsetzung findet“, sagte Funkel: „Ich bin mir nicht erst nach dem emotionalen Heimsieg gegen Union Berlin sicher, dass wir die Klasse halten können.“

Im März 2016 hatte Funkel die Fortuna in höchster Abstiegsnot in der 2. Bundesliga übernommen und den zweimaligen DFB-Pokal-Sieger vor dem Absturz in die 3. Liga bewahrt. 2018 schaffte der frühere Profi mit der Fortuna die Rückkehr in die Bundesliga und erreichte vergangene Saison Platz zehn.

Östersund erstreitet Klassenerhalt vor Gericht

Der schwedische Club Östersund FK wird auch im kommenden Jahr in der ersten schwedischen Liga spielen. Die Beschwerdekammer hat am Montag die Entscheidung des Lizenzausschusses zurückgewiesen, wie der Verein mitteilte.

Die Lizenzbehörde hatte dem Pokalsieger von 2017 die Spielgenehmigung für die Allsvenskan verweigert, da der Verein nicht die wirtschaftlichen Voraussetzungen für das kommende Jahr erfülle.

Klinsmann will Herthas Kader radikal verkleinern

Trainer Jürgen Klinsmann will die Winterpause in der Bundesliga auch zur Ausdünnung des Kaders bei Hertha BSC nutzen. Wie die „Bild“-Zeitung berichtet, könnten demnach bis zu zehn Spieler den Hauptstadtclub verlassen. Dazu sollen auch prominente Akteure wie Salomon Kalou und Ondrej Duda gehören, ebenso dürften Alexander Esswein, Mathew Leckie oder Peter Pekarik bei entsprechenden Angeboten wohl gehen und haben keine Perspektive mehr. Der slowakische Nationalspieler Duda hatte in den beiden vergangenen Begegnungen schon nicht mehr zum Kader der Berliner gehört und bereits Gedanken geäußert, Hertha den Rücken zu kehren.

„Der Kader ist zu groß geraten. Das hat es schon Ante Covic sehr schwer gemacht“, sagte Klinsmann zuletzt im Vereinspodcast. Auch seinem Vorgänger Covic standen eine Vielzahl an Profis zur Verfügung. Derzeit kann der frühere Bundestrainer Klinsmann auf 34 Profis zurückgreifen. Einzelne Namen und mögliche Abgänge kommentierte der 55-Jährige noch nicht. Bereits am 29. Dezember startet für Hertha die Vorbereitung auf die Mitte Januar beginnende Rückrunde.

Magath über Videobeweis: "Schiedsrichter werden vorgeführt"

Der frühere Meistertrainer Felix Magath (66) übt deutliche Kritik am Videobeweis in der Bundesliga. „So wie das jetzt läuft, mit den öffentlichen Diskussionen und Videobetrachtungen, werden die Schiris vorgeführt“, sagte er im Interview der „Bild“-Zeitung. Er sei immer ein Verfechter des Video-Assistenten gewesen, sagte er, „weil ich gedacht habe, dass dadurch Fehlentscheidungen minimiert werden“.

Er habe sich vorgestellt, „dass da einer im Stadion am Monitor sitzt und den Schiri bei klaren Fehlentscheidungen unterstützt, ohne dass das alle mitbekommen“. Derzeit bekommen die Schiedsrichter Unterstützung aus einer Zentrale, dem sogenannten Kölner Keller.

Neuer sieht sich noch lange im Nationalteam

Nationaltorhüter Manuel Neuer denkt offensichtlich daran, noch mindestens vier bis fünf Jahre auf höchstem Niveau zu spielen. „Noch bin ich fit und daher bereit“, sagte der 33-Jährige im Interview mit dem "Kicker" auf die Frage, ob er bei der EM-Endrunde 2024 in Deutschland noch dabei sein werde. Der Vertrag von Neuer bei Bayern München läuft derzeit bis 2021: Ungeachtet eines angeblich feststehenden Transfers von Alexander Nübel von Schalke 04 zur neuen Saison soll diese Vereinbarung wohl bis 2023 verlängert werden.

Einen Wechsel ins Ausland will sich Neuer dennoch offenhalten. „Ich habe nie gesagt, dass ich meine Karriere unbedingt in Deutschland beende. Ich habe aber auch nicht gesagt, dass ich den FC Bayern verlassen werde. Was ich für die Nationalelf gesagt habe, gilt für meine Karriere: Wenn ich mich gut fühle, wenn ich gebraucht werde und weiß, dass ich Leistung zeigen kann, will ich spielen, solange es Spaß macht“, führte er in dem Interview aus. Aktuell könne er sich einen Wechsel ins Ausland nicht vorstellen, ergänzte er.

Rassistische Rufe gegen Rüdiger rufen Regierung auf den Plan

Nach den rassistischen Beleidigungen gegen Chelsea-Profi Antonio Rüdiger hat die britische Regierung die Zusammenarbeit mit dem englischen Fußballverband und der Premier League angekündigt. „Natürlich müssen die Fußballverbände mehr tun, um dieses Problem zu lösen. Wir sind entschlossen, mit ihnen zusammenzuarbeiten und es aus der Welt zu schaffen“, sagte ein Sprecher von Premierminister Boris Johnson am Montag.

Zuvor hatte die Vereinigung der englischen Profi-Fußballer (PFA) die Regierung aufgefordert, das Problem Rassismus im Fußball zu untersuchen und Lösungen herbeizuführen. „Die PFA fordert eine Untersuchung der Regierung zu Rassismus und der Zunahme von Hassverbrechen im Fußball sowie sofortige und dringende Maßnahmen einer Allparteiengruppe im Ministerium für Kultur, Medien und Sport, um dieses dringende Problem anzugehen“, schrieb die PFA auf ihrer Internetseite. Der deutsche Nationalspieler war beim 2:0 (2:0) im Londoner Stadtduell bei Tottenham Hotspur von Spurs-Fans beleidigt worden.

Er werde die Konfrontation suchen und sich nicht verstecken, schrieb der dunkelhäutige Rüdiger: „Es ist wichtig, dass man darüber in der Öffentlichkeit spricht, sonst wird es wieder in ein paar Tagen vergessen sein.“ Zugleich teilte er mit, dass er nicht „Tottenham als gesamten Club mit in die Sache ziehen“ wolle, „ich weiß, dass nur einige wenige Idioten verantwortlich waren“.

Rüdiger betonte, er habe viel Zuspruch und Nachrichten erhalten – auch von Fans der Spurs. Für diese bedankte er sich ausdrücklich, forderte aber auch, die Verantwortlichen zu identifizieren. „In einem solch großen und modernen Stadion gibt es sehr viele TV- und Überwachungskameras“, meinte der 26-Jährige. Und falls diese Aufnahmen nicht weiterhelfen würden, „dann muss es Zeugen gegeben haben, die den Vorfall gesehen und gehört haben. Wann hört dieser Schwachsinn endlich auf?“.

Tottenham kündigte bereits am Sonntagabend Untersuchungen an. „Jede Form von Rassismus ist völlig inakzeptabel und wird in unserem Stadion nicht toleriert“, schreibt der Verein auf seiner Internetseite. Als Maßnahmen kündigte der Club Stadionverbote an. Tottenham ist eigentlich bekannt für seine jüdische Identität. Eine Flagge Israels ist im Stadion bei den Heimspielen immer zu sehen. Chelsea-Fans hatten im letzten Jahr mit rassistischen Beschimpfungen gegen Stürmer Raheem Sterling von Manchester City für Empörung gesorgt.

Real stolpert im spanischen Titelrennen

Der spanische Rekordmeister Real Madrid hat im spannenden Titelrennen der Primera División einen Dämpfer kassiert. Die Königlichen kamen vor heimischer Kulisse gegen den Tabellensiebten Athletic Bilbao nicht über ein 0:0 hinaus und müssen damit Spitzenreiter FC Barcelona um zwei Punkte davonziehen lassen.

Real spielte nur vier Tage nach dem 0:0 im Clasico von Beginn an sehr dominant, ging aber wie bereits im Gipfeltreffen mit den Katalanen sehr verschwenderisch mit seinen Chancen um. Nationalspieler Toni Kroos (19.) scheiterte aus kurzer Distanz an der Latte, Karim Benzemas (32.) Versuch aus spitzem Winkel klärte Unai Núñez auf der Linie. Bei der besten Chance nach dem Wechsel traf Nacho (59.) per Kopf ebenfalls nur den Querbalken.

Barça hatte bereits am Sonnabend seine Pflichtaufgabe gegen Deportivo Alavés mit einem 4:1 (2:0) mit Bravour gelöst.

Reals Stadtrivale Atlético Madrid ist dagegen durch ein 2:1 (0:0) bei Betis Sevilla wieder in die Champions-League-Ränge geklettert. Ángel Correa (58.) und ein sehenswertes Hackentor von Álvaro Morata (84.) machten den ersten Auswärtserfolg der Rojiblancos seit dem 25. September perfekt. Der Anschlusstreffer des ehemaligen Dortmunders Marc Bartra (90.+3) kam zu spät.

( SID/dpa )