Qualifikation

Beachvolleyball: Über Wien zu Olympia nach Tokio

Nils Ehlers (l.) und Lars Flüggen sind
29. der Weltrangliste.

Nils Ehlers (l.) und Lars Flüggen sind 29. der Weltrangliste.

Foto: Witters

Zwei HSV-Duos überstehen Qualifikation für das hochdotierte Major-Turnier in der österreichischen Hauptstadt.

Wien. Wenn am Prater­stern im Zentrum Wiens zehn Ampeln Beachvolleyball-Motive zeigen, schlagen auf der benachbarten Donauinsel die weltbesten Strandspieler auf. Beim Fünf-Sterne-Turnier haben sich mit den deutschen Meisterinnen Victoria Bieneck/Isabel Schneider und Margareta Kozuch/Laura Ludwig zwei HSV-Duos durch die Qualifikation geschlagen, grünes Licht für ihre Teilnahme im Hauptfeld (32 Teams) erhalten.

Nils Ehlers/Lars Flüggen (HSV) können ihnen nach einem Sieg in Quali-Runde eins heute folgen. Die Vizeweltmeister Julius Thole/Clemens Wickler (Eimsbütteler TV), Karla Bor­ger/Julia Sude (Stuttgart/Friedrichshafen) und Sandra Ittlinger/Chantal Laboureur (München/Stuttgart) waren aufgrund ihrer Weltranglistenpositionen gesetzt.

In Wien stehen 600.000 US-Dollar auf dem Spiel, nach der WM in Hamburg (eine Million Dollar) das zweithöchste Preisgeld des Jahres, zudem viele Weltranglistenpunkte für die Qualifikation zu den Sommerspielen in einem Jahr in Tokio. Und da haben die deutschen Nationalteams Nachholbedarf. Thole/Wickler sind bisher am aussichtsreichsten Richtung Japan unterwegs, Borger/Sude und Ehlers/Flüggen wiesen vergangene Woche beim vorolympischen Turnier in Tokio mit den Plätzen vier und zwei stark aufsteigende Form nach.

Olympia-Qualifikation endet Mitte Juni 2020

Beide Paare spielen erst seit einem Jahr zusammen, haben aber offenbar ihre Findungsphase erfolgreich abgeschlossen. Die ebenfalls neue Formation Kozuch/Ludwig (Nr. 34 der Welt) wiederum baggert weiter ihren Erwartungen hinterher. Zwei neunte Plätze sind in dieser Saison ihre besten Ergebnisse; wohl zu wenig für Olympia.

Die Olympia-Qualifikation endet zwar erst Mitte Juni 2020, die besten zwölf Resultate seit September 2018 zählen, doch es gibt im nächsten Jahr, Stand heute, kein Turnier mehr, bei dem so viele Punkte wie in Wien vergeben werden.

Die ersten 15 der bereinigten Weltrangliste (nur zwei Paare pro Nation) sind in Tokio dabei, vom 18. bis 22. September werden in Haiyang zwei zusätzliche nationale Startplätze bei Frauen und Männern ausgespielt. Meldefrist ist heute Mittag, der Deutsche Volleyballverband (DVV) plant, die Weltranglistenachten Thole/Wickler und Ittlinger/Laboureur (35.) nach China zu schicken. Borger/Sude (19.) sollen sich über das Ranking ihr Tokio-Ticket sichern.

Möglicher Partnertausch

Niclas Hildebrand (Jesteburg), DVV-Sportdirektor Beach, will nach den deutschen Meisterschaften Anfang September am Timmendorfer Strand mit allen Beteiligten eine Leistungsbilanz ziehen. Angedacht ist danach die Konzentration bei Frauen und Männern auf nur noch zwei Nationalteams, plus eins in Reserve. „Unser vorrangiges Ziel bleibt es, jeweils zwei Teams nach Tokio zu schicken.

Über Medaillen denken wir später nach“, sagt Hildebrand. Theoretisch bestünde die Möglichkeit, wie vor einem Jahr, ausgelöst vom damaligen Karriereende der Olympiasiegerin Kira Walkenhorst (HSV), noch einmal die Partner zu tauschen. Hildebrand hält davon wenig: „Wir haben doch gerade gesehen, wie lange es braucht, bis sich eine neue Formation sportlich zusammenfindet.“

Veränderungen könnte es dennoch geben, zumindest im Umfeld und für die aktuellen Turniere. Die Hamburgerinnen Bieneck/Schneider werden jetzt von Frauen-Bundestrainer Kersten Holthausen – nicht mehr von Chefbundestrainer Imornefe Bowes – gecoacht, Ittlinger/Laboureur wechselten nach der WM zu den Junioren-Nationaltrainern Jörg Ahmann (Stuttgart) und Kay Matysik (Berlin). Bowes kümmert sich nun stärker um das Team seiner Lebensgefährtin Laura Ludwig. Cheftrainer von Kozuch/Ludwig bleibt Jürgen Wagner (Moers), der in Wien vor Ort ist. „Trainerwechsel sind im Sport etwas völlig Normales, dadurch kann der eine oder andere neue Reiz gesetzt werden“, sagt Hildebrand.