Beachvolleyball

Der schwere Weg zu Olympia in Tokio für Laura Ludwig

Laura Ludwig mit ihrer Partnerin Margareta Kozuch bei der Beachvolleyball-WM am Rothenbaum.

Laura Ludwig mit ihrer Partnerin Margareta Kozuch bei der Beachvolleyball-WM am Rothenbaum.

Foto: Christian Charisius / dpa / Christian Charisius

Beachvolleyball-Sportdirektor Niclas Hildebrand korrigiert Ziele für 2020 nach unten. Kozuch nach der WM unter Druck?

Hamburg. Am Tag nachdem sechs der zehn deutschen Teams bei der Beachvolleyball-WM in ihren ersten K.-o.-Spielen gescheitert waren, schwante Niclas Hildebrand, dass die Zielvorgaben für die Sommerspiele 2020 in Tokio mit einer Medaille bei den Frauen und Platz fünf bei den Männern doch etwas zu hoch angesetzt sein könnten. „Wir müssen da bescheidener rangehen“, sagte der Beach-Direktor des Deutschen Volleyballverbandes am Donnerstag, bevor noch drei weitere Teams ausgeschieden waren. Nach den ordentlichen Leistungen in den Gruppenspielen „hätte ich aber etwas mehr erwartet. Einige Spieler und Spielerinnen scheinen mit dem Druck nicht zurechtzukommen.“

Das könnte auch für Margareta Kozuch gelten, der neuen Partnerin der Olympiasiegerin Laura Ludwig (33). Die 32-Jährige blieb bei der klaren Zweisatz-Niederlage gegen die Weltranglisten-Achten Sara Hughes/Summer Roos (USA) in vielen Phasen in der Annahme und im Angriff unter ihren Möglichkeiten, klagte schon vor dem Match über Atemprobleme, ein mögliches Indiz für zu viel Stress. Im Spiel selbst musste sie im zweiten Satz deswegen eine medizinische Auszeit nehmen.

Denkbare Ursache: Kozuch will die in sie gesetzten Hoffnungen so schnell wie möglich erfüllen, die Erwartungen des gesamten Teams nicht enttäuschen. Dabei betont Cheftrainer Jürgen Wagner jederzeit, dass die technische, taktische und mentale Umstellung vom Hallen- zum Beachvolleyball, die Kozuch seit sieben Monaten mühsam vollzieht, seine Zeit brauche, „Maggie“ auf einem guten Weg und ihre Einstellung hervorragend seien. Athletisch ist sie bereits Weltspitze. Im Block (2.) und im Angriff (3.) gehört sie bei dieser WM zu den drei Spielerinnen, die am höchsten springen.

Klarer Weg, möglicherweise Korrekturen

„Unter Druck hatten wir noch zu wenige Lösungen“, resümierte Trainer Wagner den WM-Auftritt, „in der Spielfähigkeit aber haben wir den erhofften riesen Schritt nach vorn gemacht. Der Weg ist grundsätzlich klar. Aber vielleicht müssen wir jetzt mal einen kleinen Umweg gehen und Korrekturen setzen.“

Die Zeit droht aber zum limitierenden Faktor zu werden. Die besten zwölf Turnierresultate bis Juni 2020 zählen für die Olympiaqualifikation. Kozuch/Ludwig haben bisher zwei neunte Plätze vorzuweisen. In den ausstehenden rund 20 Turnieren können sie sich nur noch wenige Vorstellungen wie bei der WM in der Runde der letzten 32 leisten. Hildebrand bleibt optimistisch: „Sie werden es schaffen. Das Potenzial ist vorhanden. Die Chemie zwischen beiden stimmt.“

In der nächsten Woche treten Kozuch/Ludwig beim Fünf-Sterne-Turnier in Gstaad (Schweiz) an. Wegen fehlender Erfolge müssen sie auch dort wieder in die Qualifikation fürs Hauptfeld.