Beachvolleyball

Olympiasiegerin Laura Ludwig kehrt auf Welttour zurück

Gute Laune vor der ersten Bewährungsprobe nächste Woche in China: Margareta Kozuch (l.) und Laura Ludwig im BeachCenter am Hamburger Bundesstützpunkt.

Gute Laune vor der ersten Bewährungsprobe nächste Woche in China: Margareta Kozuch (l.) und Laura Ludwig im BeachCenter am Hamburger Bundesstützpunkt.

Foto: picture alliance

Mit ihrer neuen Partnerin Margareta Kozuch will Ludwig erste Punkte für die Qualifikation zu den Sommerspielen 2020 erspielen.

Hamburg.  Nach fast 20 Monaten Wettkampfpause kehrt Beachvolleyball-Olympiasiegerin und -Weltmeisterin Laura Ludwig (33) in ihren gelernten Beruf zurück. In der Zwischenzeit wurde sie Mutter eines Sohnes (Teo/zehn Monate alt) und verlor Erfolgspartnerin Kira Walkenhorst (28), die nach Verletzungen und neun Operationen ihre Karriere vorerst beendete. Die Hamburgerin Margareta Kozuch (32), einst eine der besten Hallenvolleyballspielerinnen der Welt, ist nun die neue starke Frau an Ludwigs Seite. Nach fünf Monaten intensiven gemeinsamen Trainings will das HSV-Duo von Mitte nächster Woche an in Xiamen erste Punkte für die Qualifikation zu den Sommerspielen 2020 in Tokio blocken.

„Ich freue mich, dass es losgeht, und bin gespannt, was wir leisten können. Die lange Pause hat mir mental gutgetan. Ich bin bei allem Ehrgeiz entspannter geworden. Am wichtigsten ist jetzt, dass es unserem Sohn gut geht“, sagt Ludwig vor dem Abflug am Sonnabend nach China. Ihr Umfeld, Trainer Jürgen Wagner und Manager Andreas Scheuerpflug, halten sich mit aktuellen Prognosen zurück.

Für Rückschläge fehlt die Zeit

Perspektivisch sind beide optimistisch. „Die werden richtig gut, da mache ich mir gar keine Sorgen“, sagt Scheuerpflug, und Trainer Wagner schätzt, „dass beide spätestens bei der WM in Hamburg (28. Juni bis 7. Juli) eine respektable Vorstellung abgeben werden“. Wagner, der 2016 in Rio Ludwig/Walkenhorst und 2012 in London Julius Brink/Jonas Reckermann zum Olympiasieg führte, sagt aber auch, er hätte gern ein Jahr mehr Zeit gehabt, um das neue Team auf Olympia vorzubereiten.

Nun muss alles klappen, für Rückschläge fehlt ebendiese Zeit. Beide blieben aber in den vergangenen fünf Monaten verletzungsfrei und haben zuletzt im Trainingslager auf Teneriffa in Testspielen gegen selbst stärkste Konkurrenz keinen Satz verloren. „Sie sind auf einem guten Weg, aber wie weit sie sind, wird erst das Turnier zeigen. Training und Wettkampf sind nun mal ganz unterschiedliche Dinge“, warnt Wagner vor zu großen Erwartungen. Es bleibe abzuwarten, wie beide unter Stress neu gelernte Techniken und Taktiken umsetzen.

Harte Trainingseinheiten

Kozuch, erst seit zweieinhalb Jahren Beachvolleyballerin, muss die Bewegungsabläufe des Strandspiels noch verinnerlichen, was ihr inzwischen weit besser gelingt als in der Zeit vor Ludwig, als sie mit der Stuttgarter Vizeweltmeisterin Karla Borger halbwegs erfolgreich auf Welttour ging. „Maggie ist eine großartige Sportlerin, ich bin begeistert, wie wissbegierig sie ist“, sagt Wagner. Ludwig wiederum muss schnell ihren alten Wettkampfrhythmus finden, was der einst besten Beachvolleyballspielerin der Welt nicht schwerfallen sollte.

Kozuch/Ludwig – das neue Traumduo:

Die letzten Tage in Hamburg nutzen beide nach den vergangenen harten Trainingseinheiten zur Regeneration. „Ich bin seit drei Tagen in einem Loch, müde und kaputt“, stöhnt Kozuch. Das sei aber völlig normal und beabsichtigt, „nächste Woche sind wir frisch, fix und fit“. Auf ihre Reise nach Asien werden Ludwig und ihr Verlobter, Damen-Bundestrainer Imornefe Bowes, Sohn Teo nicht mitnehmen. Beider Eltern kümmern sich hierzulande um den Nachwuchs.

Nummer vier in Deutschland

In Xiamen dürfen Kozuch/Ludwig dank einer Wildcard im Hauptfeld als 19. der Setzliste aufschlagen, nach Weltranglistenpunkten sind sie derzeit Nummer vier in Deutschland. Maximal drei Teams pro Nation werden auf der Welttour fürs Hauptfeld zugelassen, alle anderen müssen in die Qualifikation. Die bleibt Kozuch/Ludwig wohl auch eine Woche später in Kuala Lumpur (Malaysia/30.4. bis 4.5.) erspart, weil das Turnier finanziell schlechter dotiert, damit auch sportlich schlechter besetzt ist.