Stiftung Leistungssport

Team Hamburg: Sportlergruppe so groß wie noch nie

Lesedauer: 3 Minuten
Rudern in verschiednen Kategorien: die Brüder Eric (l.) und Torben Johannesen.

Rudern in verschiednen Kategorien: die Brüder Eric (l.) und Torben Johannesen.

Foto: TimGroothuis / WITTERS

76 Athletinnen und Athleten werden auf ihrem Weg zu Olympia und den Paralympics gefördert. In drei verschiedenen Kategorien.

Hamburg.  Mit 76 Sportlerinnen und Sportlern – und damit so vielen wie nie seit der Gründung 2001 – geht das Team Hamburg in die Vorbereitung auf die Olympischen und Paralympischen Spiele in Tokio 2020. Am Montag veröffentlichte Teamchef Alexander Harms die Neuordnung der Förderkategorien. „Wir sind froh, mit so vielen tollen Menschen zusammenzuarbeiten, die Hamburg, ihre Vereine und das Team Hamburg national und international repräsentieren“, sagte der 30 Jahre alte Geschäftsführer der Stiftung Leistungssport.

Diese als Dachorganisation und die Stadt unterstützen das Team Hamburg mit jeweils 50.000 Euro pro Jahr. Zusätzlich dazu engagieren sich bislang 14 Unternehmen, die vom zweimaligen Hockey-Olympiasieger Moritz Fürste (34) und dessen Agentur Upsolut Sports akquiriert wurden, mit jährlich 20.000 Euro. Um das Geld so zielgerichtet wie möglich einzusetzen, wurden die Förderkriterien verändert. Bis Dezember 2018 erhielten alle damals 67 Teammitglieder pauschal 250 Euro im Monat. Diese Summe wird nun, rückwirkend zum 1. Januar 2019, monatlich an die Mitglieder der Kategorien I (Olympia­kader Tokio 2020) und III (Nachwuchskader) ausgezahlt. Athleten in der Kategorie II (Perspektivkader Paris 2024) erhalten dagegen 400 Euro monatlich.

Veränderte Förderpraxis der Sporthilfe

Begründet wird der Fakt, dass Perspektivkader besser bezahlt werden als Eliteathleten, mit der veränderten Förderpraxis der Stiftung Deutsche Sporthilfe. Diese bundesweit bedeutendste Fördereinrichtung des Spitzensports hat im Zuge der Leistungssportreform entschieden, mehr Geld an die Elite und deutlich weniger an Talente auszuschütten. Mit der veränderten Förderpraxis wolle man, sagt Alexander Harms, dem Exodus von Talenten entgegenwirken.

Während in der ersten Kategorie Hockey 19 der 25 Mitglieder stellt, dominiert im Perspektivkader Beachvolleyball mit zehn von 29 Mitgliedern. Im Nachwuchskader ist Rudern mit acht von 22 Mitgliedern am stärksten vertreten. Insgesamt werden zwölf Sportarten gefördert. Erstmals dabei ist Golf, das 2016 in Rio de Janeiro sein Olympiacomeback feierte und durch Esther Henseleit und Miriam Emmert vom deutschen Mannschaftsmeister und Europapokalsieger GC Falkenstein repräsentiert wird.

Team soll in Hamburg präsenter werden

Bekannteste Athleten im neuen Team Hamburg sind die Ruder-Brüder Torben und Eric Johannesen, die allerdings in verschiedenen Kategorien gefördert werden. Da Eric (30) im Jahr 2018 nicht zum deutschen A-Kader zählte, wird er dem Perspektivkader zugeordnet, während Torben (24) als amtierender Achter-Weltmeister zur Elite gerechnet wird. „Das Team Hamburg ist seit mehr als zehn Jahren ein verlässlicher Partner an meiner Seite, der es mir ermöglicht, mich unter professionellen Bedingungen auf meinen Sport zu konzen­trieren“, sagte Eric Johannesen. Nicht zum Team zählen dagegen Beachvolleyball-Olympiasiegerin Laura Ludwig (33) und ihre neue Partnerin Margareta Kozuch (32). „Beide haben keinen Antrag gestellt“, sagt Alexander Harms.

In den kommenden Monaten soll das Team über Aktionen in Hamburg präsenter werden, um auf dem Weg nach Japan Teamgeist und Identifikation der Athleten mit der Stadt zu fördern. „Die Sportler sind es, die das Team leben und ausmachen. Wir versuchen, ihnen dafür die bestmögliche Förderung zu bieten“, sagt Alexander Harms.