Sportwelt nach dem Terror

Erklingt die Marseillaise auch beim Spiel gegen Holland?

Die Militärkapelle vor dem Spiel Frankreich gegen Deutschland

Die Militärkapelle vor dem Spiel Frankreich gegen Deutschland

Foto: Witters

Hannovers Polizeipräsident redet Stadionbesuchern ins Gewissen. Löw wollte Spiel erst abblasen lassen. Frankreich-Ikone für EM-Absage.

Paris/Berlin/Hamburg. Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft fand sich durch das Freundschaftsspiel gegen Frankreich im Stade de France mitten in den Geschehnissen der Terrornacht von Paris wieder. Nach den Anschlägen mit mindestens 129 Todesopfern stellt sich nicht nur die Frage nach der Durchführung der Europameisterschaft in Frankreich im nächsten Jahr. Das Länderspiel gegen die Niederlande am Dienstag in Hannover soll jedenfalls stattfinden - als "Zeichen gegen den Terror", wie beide Verbände postulierten.

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Polizei mit flammendem Appell an Stadionbesucher

Im gesamten Stadtgebiet und in der Region Hannover patrouillieren am Dienstag rund um das Fußball-Länderspiel Deutschland gegen die Niederlande Polizisten mit Maschinenpistolen. „Das Gesamtkonzept sieht eine deutlich erhöhte Präsenz an Polizisten vor“, sagte Hannovers Polizeipräsident Volker Kluwe am Montag bei einer Pressekonferenz in Hannover. Zu dem „anderen Auftreten“ gehöre neben den Maschinenpistolen auch der Einsatz von Spürhunden, betonte Kluwe. Sowohl rund um das Stadion als auch in der Arena selbst sowie bei den Unterbringungsorten der Mannschaften würden sie eingesetzt.

Wie viele Beamte in Hannover und Umgebung konkret im Einsatz sein werden, wollte Kluwe unter Verweis auf die taktische Planung nicht verraten. Vor den Anschlägen von Paris am Freitag sei man davon ausgegangen, dass zwei Hundertschaften zum Einsatz kommen. „Das werden nun deutlich mehr sein“, sagte Kluwe.

Kluwe appellierte an alle Stadionbesucher, sich besonders besonnen zu verhalten. Dies gelte insbesondere auch für den Einsatz von Pyrotechnik: „Das vergangene Wochenende in Paris habe gezeigt, wie schnell es derzeit zu panischen Reaktionen kommen kann.“ Auf dem Platz der Republik in Paris war es am Sonntag kurzzeitig zu einer Panik gekommen, nachdem ein Knall zu hören gewesen war.

Gabriel würde die Marseillaise spielen lassen

Vizekanzler Sigmar Gabriel plädiert dafür, das Länderspiel Deutschland gegen die Niederlande in Hannover für einen weiteren Ausdruck der Anteilnahme zu nutzen. „Ich übrigens fände es toll, wenn dort die Marseillaise gespielt wird als Zeichen unserer Verbundenheit mit Frankreich und Paris", sagte der SPD-Chef in Berlin. Beim Spiel der Franzosen in England im Londoner Wembley-Stadion soll die französische Hymne von allen Spielern und Fans gemeinsam gesungen werden.

Polizisten und Spürhunde durchsuchen DFB-Hotel

Vor dem Testspiel der DFB-Elf gegen die Niederlande sind die Sicherheitsvorkehrungen verschärft worden. „Wir haben die Sicherheitsmaßnahmen rund um die Mannschaft erhöht“, sagte Teammanager Oliver Bierhoff am Montag in Barsinghausen. Polizisten mit Spürhunden durchsuchten das Mannschaftshotel.

Vor der Partie in Frankreich am Freitagabend hatte die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes das Hotel wegen einer Bombendrohung verlassen müssen. Bundestrainer Joachim Löw macht sich für die Partie am Dienstag (20.45 Uhr/ZDF) „im Moment keine Sorgen“, weil man auch in ständigem Kontakt mit den höchsten Sicherheitsinstanzen stehe.

Vor dem Teamquartier herrschten leicht verstärkte Vorkehrungen. Die Zufahrt zur Sportschule war rund 150 Meter vor dem Gebäude mit rot-weißen Plastikbarrieren abgesperrt. Polizisten kontrollierten Autofahrer, die auf den Parkplatz fahren wollten.

Niederländische Sportministerin reist nach Hannover

Auch die niederländische Sportministerin Edith Schippers wird als Geste der Solidarität mit Frankreich zum Spiel des Oranje-Teams gegen Deutschland nach Hannover reisen. Sie schließt sich damit einer Initiative von Bundeskanzlerin Angela Merkel an. Nach den Anschlägen von Paris habe dieses Spiel eine besondere Bedeutung, erklärte die Ministerin am Sonntagabend in Den Haag. „Wir werden zeigen, dass wir unsere freie Art zu leben, fortsetzen.“

EM-Absage für Löw kein Thema

Auch Bundestrainer Joachim Löw hat sich gegen eine Absage der EM in Frankreich ausgesprochen. „Es macht keinen Sinn, über ein anderes Land zu diskutieren. Ich bin sicher, dass die EM in Frankreich stattfinden wird“, sagte Löw in Barsinghausen. Er sei sich sicher, dass „alles dafür getan wird, die Spiele und das Turnier sicher zu machen“. Ähnlich hatte sich zuvor bereits Abwehrchef Jérôme Boateng geäußert. „Letztlich ist es nicht entscheidend, wo die EM stattfindet, weil diese schrecklichen Attentate überall passieren können“, sagte der Bayern-Profi in einem Interview dem „Kicker“.

Löw dachte an Absage des Länderspiels

Joachim Löw hat eingestanden, nach den Anschlägen von Paris zunächst nicht an eine Durchführung des Länderspiels gegen die Niederlande gedacht zu haben. "Als ich in Frankfurt gelandet bin, hatte ich das Gefühl, dass dieses Spiel nicht stattfinden kann", sagte der Bundestrainer bei der DFB-Pressekonferenz in Barsinghausen. Nach einer Nacht sei aber allen klar gewesen, dass das Länderspiel stattfinden müsse, "aus Verbundenheit und Mitgefühl für unsere französischen Freunde".

Die Gedanken werden bei den Opfern und Angehörigen sein. "Wir werden in jeder Phase dieses Spiels mittrauern", sagte Löw, der hofft, dass die Rivalität mit Holland in den Hintergrund rückt. „Wenn wir das Spiel so verstehen, haben wir unabhängig vom Ergebnis gewonnen“, sagte Löw vor der Partie am Dienstag (20.45 Uhr/ZDF) in Hannover. Ihm selbst ginge es "den Umständen entsprechend ganz gut", sagte Löw. Es sei für den gesamten DFB-Tross eine "schockierende Nacht" gewesen.

Auch DFB-Manager Oliver Bierhoff steht noch unter den Eindrücken von Paris. "Am Tag danach war es fast noch schlimmer, wenn man die Bilder sieht", sagte Bierhoff. "Man blickt auf die Tribüne und auf einmal verschwinden Steinmeier und Hollande." Spätestens zu diesem Zeitpunkt sei klar gewesen, dass etwas Schlimmes passiert sein müsse. "Man muss funktionieren, hat die Ratio eingeschaltet." Mit Spielern und Betreuern sei in den Katakomben des Stade de France ständig diskutiert worden. Letztendlich sei es aber die richtige Entscheidung gewesen, das Spiel gegen die Niederlande durchzuführen: "Wir wissen, dass es nicht nur um persönliche Befindlichkeiten geht." Dieses Argument hätten die Spieler angenommen.

Sportlich sei das Spiel unter anderen Vorzeichen zu betrachten, sagte Löw: "Es hat sicher nicht unbedingt den Mehrwert im Hinblick auf die EM." Das Ergebnis werde nicht die übergeordnete Rolle spielen. Auch auf eine sportliche Bestandsaufnahme der "Elftal", um die ein niederländischer Journalist gebeten hatte, verzichtete Löw ebenso wie auf eine fachliche Analyse der deutschen Niederlage gegen Frankreich.

Kabinett bei Holland-Spiel fast komplett

Mit ihrem Besuch beim Länderspiel gegen die Niederlande in Hannover will Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ein Zeichen gegen den islamistischen Terror setzen. Zusammen mit der Kanzlerin werden mehrere Minister bei dem Freundschaftsspiel am Dienstagabend auf der Ehrentribüne sitzen. Dabei sind nach Angaben von Vize-Regierungssprecherin Christiane Wirtz auch Vizekanzler Sigmar Gabriel und Justizminister Heiko Maas (beide SPD) sowie Innenminister Thomas de Maizière (CDU).

Die „Bild“-Zeitung hatte am Sonntag berichtet, dass das gesamte Kabinett nach Hannover kommen wolle. Dies bestätigte sich nicht. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD), der am Freitagabend im Stade de France dabei war, hält sich am Dienstag zu einem Besuch auf Zypern auf.

Frankreich-Idol Fontaine für EM-Absage

Frankreichs Fußball-Idol Just Fontaine hat sich nach den Terroranschlägen von Paris gegen eine Austragung der Europmeisterschaft 2016 in seinem Heimatland ausgesprochen. „Es bricht mir das Herz bei dem, was ich jetzt sage, zumal ich mich so sehr auf die Europameisterschaft gefreut habe, aber ich denke, Frankreich sollte auf das Championat verzichten“, sagte der 82 Jahre alte Rekordtorschütze der WM 1958 der Tageszeitung „Die Welt“. „Jedes andere Land kann das Championat ausrichten, nur nicht wir. Ich habe große Angst davor, dass sich der schwarze Freitag wiederholt.“

Frankreich könne die Sicherheit nicht garantieren, die es braucht, um solch eine große Veranstaltung auszurichten, fügte er hinzu: „Es ist einfach zu gefährlich. Glauben Sie etwa, dass künftig wieder Menschen ins Stade de France gehen werden?“

Fontaine war am Freitag selbst im Stade de France in Paris beim Länderspiel Frankreich gegen Deutschland, als die Anschlagsserie begann. „Ich hatte noch nie so eine Angst. Das ging sicher allen 80.000 Zuschauern im Stadion so“, sagte er. Am Tag nach den Anschlägen reiste Fontaine in seinen Heimatort Toulouse zurück.

Justizminister Maas ist DFB-Team "dankbar"

Bundesjustizminister Heiko Maas hat vor dem Länderspiel Deutschland gegen Holland die Sicherheit als oberste Priorität bezeichnet. „Wir müssen alles tun, um die Sicherheit bei dem Spiel zu gewährleisten“, sagte der SPD-Politiker in einem schriftlichen Statement. „Ich bin der Mannschaft dankbar, dass sie bereit ist, morgen zu spielen“, sagte Maas und betonte: „Unsere Botschaft ist klar: Wir werden uns unsere Art zu leben nicht nehmen lassen. Den Erfolg, das Spiel abzusagen, sollten wir keinem Terroristen gönnen.“

Spanier mit weichen Knien nach Brüssel

Auch das morgige Länderspiel Belgien gegen Spanien steht im Zeichen der Angst vor dem Terror. „Natürlich hat man Angst, wenn solche Dinge geschehen“, sagte der spanische Stürmer Manuel Agudo, genannt „Nolito“. „Aber wenn man uns sagt, wir sollen spielen, dann treten wir auch an.“

Einige der mutmaßlichen Attentäter von Paris hatten in Brüssel gelebt. Der Stadtteil Molenbeek gilt als eine Hochburg der Islamisten. „Spanien spielt in der europäischen Brutstätte des Dschihadismus“, titelte die Madrider Zeitung „El País“ am Montag. „Das wird wegen der Sicherheitsproblematik ein unangenehmes und beschwerliches Gastspiel werden“, zitierte das Blatt Kreise des spanischen Fußballverbandes RFEF. „Es wurde jedoch zu keinem Zeitpunkt erwogen, das Spiel abzusagen.“

Die Partie in Brüssel ist das letzte Testspiel des Europameisters vor einer Länderspielpause bis zum März 2016. Die belgische Polizei ergriff besondere Sicherheitsvorkehrungen. Nach Informationen des spanischen Sportblatts „Marca“ orientieren diese sich an den Maßnahmen, die vor einem Monat beim Gastspiel der israelischen Nationalelf in Brüssel getroffen worden waren. „Dies sind schwierige Augenblicke“, sagte Spaniens Innenverteidiger Marc Bartra.

Polizei in Hannover analysiert Sicherheitslage

Die Polizei in Hannover analysiert vor dem Länderspiel derzeit die Sicherheitslage in der niedersächsischen Landeshauptstadt. „Vor dem Hintergrund der Pariser Geschehnisse wird die Lage bewertet, und wir bereiten uns auf das Spiel morgen Abend vor“, sagte der Sprecher der Polizeidirektion Hannover, Thorsten Schiewe, am Vormittag.

Wie viele Beamte im Einsatz sein werden und welche Sicherheitsvorkehrungen konkret geplant sind, dazu gab es bisher keine Angaben von der Polizei. Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) will am Mittag zu den Sicherheitsfragen rund um das Spiel Stellung nehmen. Auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) wird am Dienstag zusammen mit einigen Kabinettsmitgliedern im Stadion sein.

Im Hotel Fuchsbachtal in Barsinghausen bei Hannover, wo im Laufe des Montags die Nationalmannschaft zusammentrifft, gibt es diesmal erhöhte Sicherheitsvorkehrungen, sagte eine Mitarbeiterin am Morgen. Detailliert wollte sie sich dazu aber nicht äußern.

DFB vor Holland: "Sicherheit hat Prio 1"

Nach den Terroranschlägen von Paris trifft sich die deutsche Nationalmannschaft am Mittag in Barsinghausen zur Vorbereitung auf das Testländerspiel gegen die Niederlande. „Jetzt sind wir gefordert, ein Signal zu setzen“, sagte DFB-Interimspräsident Rainer Koch der ARD mit Blick auf die Partie am Dienstagabend (20.45 Uhr/ZDF) in Hannover. Angesichts der Ereignisse in Frankreich sei klar: „Sicherheit hat Prio 1“, betonte Koch.

Bundestrainer Joachim Löw und Teammanager Oliver Bierhoff werden sich um 13 Uhr bei einer Pressekonferenz zu dem letzten Länderspiel des Jahres äußern. Man wolle als Mannschaft ein Zeichen der Gemeinschaft setzen, mit dem französischen Volk und mit den Angehörigen der Opfer, hatte Bierhoff angekündigt. Auch Kanzlerin Angela Merkel wird mit Bundesministern am Dienstagabend im Stadion dabei sein.

Emotionales Handballspiel zwischen Buxtehude und Paris

„Wir dürfen gemeinsam dem Terror nicht weichen. Wir sind wehrhaft“, sagte Koch. „Die Gesellschaft muss natürlich Trauer zeigen. Und sich dann überlegen, wie geht es weiter“, betonte der Funktionär.

Löw hat den Kader im Vergleich zum Frankreichspiel um sechs Spieler auf 18 Akteure verkleinert. Nicht mehr im Aufgebot stehen Kapitän Bastian Schweinsteiger, Torwart Manuel Neuer und Lukas Podolski, die von Löw eine Pause bekommen.

Jérôme Boateng (Knie) und Jonas Hector (Oberschenkel) sind angeschlagen. Leroy Sané reist wie vorab vereinbart zur U 21. Nach der Rückkehr aus Paris hatte Löw die Spieler zunächst nach Hause zu ihren Familien entlassen.

„Der Sport steht jetzt total im Hintergrund“, hatte Löw unter dem Eindruck der Ereignisse in Paris gesagt. Gemeinsam mit „den Freunden vom holländischen Fußballverband“ werde man sich „einige Aktionen einfallen lassen“, um der Partie gegen die Niederlande einen würdigen Rahmen zu verleihen, versicherte Koch.

Boateng erfuhr in Halbzeit von Anschlägen

Jérôme Boateng hat sich gegen eine EM-Absage ausgesprochen. „Letztlich ist es nicht entscheidend, wo die EM stattfindet, weil diese schrecklichen Attentate überall passieren können“, sagte der Bayern-Verteidiger dem „Kicker“.

Die Ereignisse im und um das Stade de France am Freitagabend seien noch sehr präsent, bemerkte der 27-Jährige: „Für mich war es das bisher schrecklichste Erlebnis meiner Karriere, weil wir so nahe dran waren. Das mulmige Gefühl bleibt.“ Er hoffe, „dass man das allmählich verarbeitet“.

Boateng erfuhr in der Halbzeitpause nach seiner verletzungsbedingten Auswechslung beim Blick auf sein Handy von den Ereignissen. Bei den im Stadion zu hörenden Detonationen habe er schon ein ungutes Gefühl bekommen. „Beim ersten Knall guckte ich ins Publikum, aber da war kein Rauch, nichts. Da wurde mir schon komisch, weil wir mittags im Hotel die Bombendrohung hatten. Beim zweiten Knall fragte ich mich, was das sein könne“, schilderte der Abwehrspieler.

Unterschwellig hätten die Nationalspieler Angst gehabt, berichtete er von der Stimmung in der langen Nacht in der Kabine des Stade de France und der Sorge um Freunde im Stadion und in der Stadt. Der Freund eines Freundes habe seine Frau und Schwester verloren. „Da spürt man, wie nah das alles ist“, sagte Boateng.

Bei der Partie am Dienstag gegen die Niederlande in Hannover wird der Abwehrchef des Nationalteams wegen einer Kapselreizung im Knie nicht mitspielen können.

DFB prüft Sicherheitskonzept für EM

Nach den Terrorangriffen von Paris will der DFB sein Sicherheitskonzept für die Nationalmannschaft bei der EM 2016 in Frankreich auf den Prüfstand stellen. „Natürlich müssen wir uns auch beim DFB Gedanken über erweiterte Sicherheitsmaßnahmen bei der EM machen“, sagte DFB-Interimspräsident Rainer Koch der „Bild“. Die deutschen Weltmeister hatten wegen der Attacken am Freitagabend die Nacht nach dem Länderspiel in Frankreich in den Katakomben des Stade de France verbringen müssen. „Für die Franzosen wird die Sicherheit bei der EM eine sehr große Herausforderung“, befand Koch.

Auch DFB-Sicherheitschef Hendrik Große-Lefert sieht diese Frage vor der Europameisterschaft im kommenden Jahr als gewichtiger denn je. „Es ist ganz klar, dass dieser Vorfall in der Planung aller weiteren Dinge berücksichtigt werden muss. Insofern hat es natürlich großen Einfluss auf das weitere Verfahren“, sagte Große-Lefert der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Er warnte indes: „Hundertprozentige Sicherheit kann es im gesellschaftlichen Raum eben nie geben, das sollte jedem bewusst sein.“

Allofs gegen Verzicht auf Bewerbung für EM 2024

Manager Klaus Allofs vom Bundesligisten VfL Wolfsburg hat sich gegen Forderungen nach einem Verzicht auf eine deutsche Bewerbung um die Fußball-EM 2024 wegen des WM-Skandals gestellt. „Ich bin auch der Meinung, dass die Vorgänge rund um die WM 2006 aufgeklärt werden müssen. Bei allen Bedenken aber darf man nicht das Augenmaß verlieren, sondern muss auch den Blick weiter nach vorn richten“, sagte Allofs der „Welt“. Zuvor hatte unter anderem Vereinschef Martin Kind von Hannover 96 gefordert, die deutsche EM-Kandidatur bis zur Klärung der dubiosen Vorgänge um die Vergabe der WM 2006 an Deutschland auszusetzen.

Allofs zog als Begründung für seine Haltung die Parallele zum Abgasskandal beim VfL-Geldgeber Volkswagen. „In der VW-Affäre ist Aufklärung und Ursachenforschung vonnöten, dennoch wird auch an die Zukunft gedacht“, sagte der ehemalige Nationalspieler. Der DFB hatte die Bewerbung um die Europameisterschaft 2024 bislang forciert und gilt als Favorit für die Ausrichtung des Turniers.

Nächste Katastrophe für Germanwings-Helfer

Während der Terroranschläge von Paris sind rund 1200 französische Helfer am Freitagabend im Fußballstadion gewesen, die nach dem Germanwings-Absturz im März im Einsatz waren. „Besonders für sie war es natürlich eine besondere Tragik, dass sie hören mussten, das an diesem Abend wahrscheinlich mehr als 140, 150 Opfer von Terroranschlägen wurden“, sagte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) in den ARD-„Tagesthemen“. Auch in der Nähe des Stade de France hatten sich Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt.

Die Helfer waren als Dank und Anerkennung zu dem Freundschaftsspiel der deutschen und französischen Nationalmannschaft eingeladen worden. Wenige Stunden zuvor hatte Steinmeier bei einer Zeremonie in Paris Bürgermeister und Einsatzleiter mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.