FC Bayern München

Bayerns Zukunft mit Ribéry – aber ohne Neymar und Rooney

Auch der neue Trainer Pep Guardiola scheint von Ribérys fußballerischen Fähigkeiten angetan zu sein. Neymar und Rooney spielen in den Planungen der Bayern-Bosse indes keine Rolle.

München. Mit Franck Ribéry – aber ohne Neymar und Wayne Rooney: Ungeachtet der bevorstehenden Final-Wochen laufen beim deutschen Fußball-Meister Bayern München die Planungen für die Ära Pep Guardiola. Während der Klub das Interesse am englischen Stürmer Rooney ebenso dementiert wie den angeblich schon perfekten Transfer des brasilianischen Jungstars Neymar, stehen die Ampeln bei Ribéry auf Grün. „Die Türe für Franck ist auf. Er muss nur durchgehen“, sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge der Sport Bild.

Er könne sich eine Vertragsverlängerung mit dem 30 Jahre alten Franzosen „sehr gut vorstellen“, ergänzte der Bayern-Boss. Ribéry selbst hatte kürzlich geäußert, seinen erst 2015 endenden Kontrakt ausdehnen zu wollen. „Wir haben seine Worte zur Kenntnis genommen, er ist ein super Spieler. Das ist ein Zeichen, wie wohl er sich fühlt“, sagte Rummenigge dazu.

Ribéry spielt nach Meinung vieler Experten seine beste Saison, seit er 2007 an die Isar kam. „Ich denke, dass Franck noch einen Schritt nach vorne gemacht hat“, sagte Bastian Schweinsteiger am Dienstag: „Er ist absolute Weltklasse.“ Ribéry werde zwar meist an seinen Dribblings und seinem Offensivspiel gemessen, habe aber auch im defensiven Bereich dazugelernt. „Mittlerweile macht er das sehr gut, für uns als Mannschaft und Verein ist er sehr wertvoll“, betonte er.

Eine Unterschrift könnte nun sogar noch vor dem Champions-League-Finale am 25. Mai gegen Borussia Dortmund erfolgen. Sie wäre gleichbedeutend mit einem Rentenvertrag. Der dribbelstarke Linksaußen, der derzeit seinen zweiten Frühling erlebt, könnte seine Karriere beim FC Bayern beenden.

Laut Ribéry ist die Anziehungskraft des FC Bayern, der in dieser Saison von Sieg zu Sieg und Rekord zu Rekord eilte, stärker denn je. „Egal, mit wem du sprichst: Alle Topspieler würden zurzeit gerne für Bayern spielen“, sagte er kürzlich. Zu diesen Spielern gehören möglicherweise auch Neymar und Rooney – doch die Münchner wollen sie nicht.

„Diese Geschichte stimmt hinten und vorne nicht“, teilte der Klub zu Meldungen mit, ein Transfer von Neymar (21) zur kommenden Saison sei sicher. Zu Rooney (27), der Manchester United um die Freigabe gebeten hat, ergänzte Sportvorstand Matthias Sammer, gebe es keinen Kontakt: „Ich weiß auch nicht, was er der Bundesliga geben könnte.“

Sicher sind einstweilen nur die Verpflichtungen von Mario Götze (20) vom BVB und Jan Kirchhoff (22), der vom FSV Mainz 05 kommt. Spätestens 2014 stößt wohl Robert Lewandowski (24) vom BVB dazu, auch der Transfer des Frankfurters Sebastian Rode (22) wird zu diesem Zeitpunkt erwartet. Mit Ausnahme von Lewandowski handelt es sich durchweg um junge deutsche Spieler – und das ist kein Zufall.

Der FC Bayern will auch unter Guardiola das Korsett der deutschen Nationalmannschaft stellen. Dazu passt, dass der Verein neben Ribéry und David Alaba die deutschen Auswahlspieler Thomas Müller und Toni Kroos, deren Verträge allesamt 2015 enden, langfristig binden will. Rummenigge betonte, er erwarte von Guardiola „keine Revolution oder riesige Überraschungen“ – das gilt für den Spielstil und die personelle Ausrichtung.

Drei Profi-Verträge laufen aus. Während der Abschied von Anatoli Timoschtschuk (geht wohl in die Ukraine) feststeht, ist die Zukunft von Daniel van Buyten ebenso ungewiss wie die von Claudio Pizarro. Beide wollen bleiben, und die Bayern scheinen gewillt, ihnen diesen Wunsch zu erfüllen. Dazu ist fraglich, wie es mit Arjen Robben (bis 2015 gebunden) und Mario Gomez (2016) weitergeht. Wegschicken wird sie der FC Bayern allerdings nicht. Robben dementierte am Dienstag Kontakte zu Manchester City.

Alle Gespräche, das betonte Sammer zuletzt, werden angesichts der Final-Wochen jedoch erstmal zurückgestellt. „Ich glaube nicht, dass wir im Mai reden, es wird sich in den Juni reinziehen“, sagte er. Als Triple-Gewinner hätte dann der ein oder andere gute Argumente für eine kleine Gehaltsaufbesserung.