Handball-Bundesliga

Der Trainer ist entspannt, der THW Kiel kann kommen

Foto: WITTERS / Witters

Die HSV-Handballer siegten 28:25 (14:13) beim TuS N-Lübbecke und bleiben mit einem Punkt vor Kiel an der Tabellenspitze.

Lübbecke/Hamburg. Selten hat man Martin Schwalb in den vergangenen Wochen derart entspannt reden gehört wie nach dem 28:25-(14:13)-Erfolg der HSV-Handballer beim TuS N-Lübbecke. Die Gelassenheit des HSV-Trainers war allerdings weniger dem souveränen 28. Saisonsieg geschuldet, vielmehr dem Gipfeltreffen am nächsten Sonnabend gegen den THW Kiel (16.30 Uhr, O2 World, Sport1 live). "Jetzt können wir uns endlich voll und ganz auf dieses Spiel freuen", sagte er und strahlte. Es ist das Endspiel um den Titel. Deutscher Meister waren bisher weder der Verein noch Schwalb als Trainer.

Schwalbs Angst vor möglichen Punktverlusten in den Begegnungen vor dem Meisterschaftsfinale, dem Scheitern vor dem seit Monaten fixierten Saisonhöhepunkt, war endgültig gebannt. Das schien eine schwere Last von ihm genommen zu haben. Für ihn hat der HSV bereits jetzt eine erfolgreiche Saison gespielt, egal wie das Kielspiel auch endet, die beste unter seiner Regie. "Es gab sie immer wieder diese quälenden Gedanken", bekannte der Coach, "zum Beispiel vor dem Spiel in Magdeburg. Wenn du dort verlierst, weißt du, wird schon Lübbecke zum Endspiel um den Titel. Solche Konstellationen möchtest du dir und der Mannschaft gern ersparen."

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Das ist nun gelungen, obwohl eine gewisse Nervosität, zahlreiche Fehlwürfe und Fehlpässe dem HSV die Aufgabe in Lübbecke schwerer machten als nötig. Denn die Deckung stand und hinter ihr Nationaltorhüter Johannes Bitter, der seine Statistik mit 44 Prozent gehaltener Bälle bereicherte. "Die Nervosität war diesmal größer als zuvor. Das zeigt nur, wie wichtig uns der Titel ist. Das werte ich als positives Zeichen", meinte Nationalspieler Matthias Flohr.

Krzysztof Lijewski, 27, schrieb derweil Autogramme. Reden wollte der polnische Linkshänder nicht, vor allem nicht über seinen Wechsel zu den Rhein-Neckar Löwen. Der Pole hat dort einen Dreijahresvertrag vom 1. Juli 2011 an unterschrieben. Er wird in Mannheim rund 400 000 Euro netto verdienen, mehr als das Doppelte als in Hamburg. Kommt er schon in diesem Sommer, erhält er einen Gehaltszuschlag von 50 000 Euro. In Lübbecke kam Lijewski aufgrund seiner andauernden Schulterprobleme nur zu einem Kurzeinsatz. Er warf dabei ein Tor, sein Bruder Marcin, der auf derselben Position spielt, war mit fünf Treffern bester Hamburger Schütze aus dem Feld.

Als Lijewski-Ersatz sind beim HSV der Schwede Oscar Carlén, 22, von der SG Flensburg-Handewitt und der Mazedonier Kiril Lazarov, 30, vom kroatischen Serienmeister RK Zagreb im Gespräch. Lazarov, Torschützenkönig der Weltmeisterschaft 2009, kann für 200 000 Euro Ablöse sofort wechseln. Ein angedachter Transfer nach Skopje platzte zuletzt. HSV-Sportchef Christian Fitzek will die Vorgänge nicht kommentieren: "Das sind alles Spekulationen. Ein Interesse an Lazarov kann ich nicht bestätigen." Nach Abendblatt-Informationen steht der HSV in Kontakt zu Lazarovs Management.

Tore, Lübbecke: Niemeyer 8, Olafsson 5, Felixon 3, Tluczynski 3 (3 Siebenmeter), Loke 2, Remer 2, Hansen 1, Wiese 1; HSV: M. Lijewski 5, Lindberg 5 (2), Hens 3, Lackovic 3, B. Gille 3, G. Gille 3, Vori 2, Jansen 2, Duvnjak 1, K. Lijewski 1. SR: Prang/Reichl (Bergheim/Köln). Zuschauer: 3200. Zeitstrafen: 3; 6. Siebenmeter: 4 (3 verwandelt); 2 (2).