Pinneberg
Pro B-Basketballfinale

Gelingt dem SC Rist gegen Oldenburg der große Wurf?

Es ist angerichtet: Wedels Spielmacher Diante Watkins, hier im Halbfinale gegen die Iserlohn Kangaroos, kommt zu zwei leichten Punkten per Korbleger.

Es ist angerichtet: Wedels Spielmacher Diante Watkins, hier im Halbfinale gegen die Iserlohn Kangaroos, kommt zu zwei leichten Punkten per Korbleger.

Foto: Frederik Büll

Wedel muss das Rückspiel mit vier Punkten Abstand in eigener Halle gewinnen, um erstmalig Meister in der 2.Liga-Geschichte des Clubs zu werden

Wedel. Oft sind es die kleinen Zahnrädchen, die funktionieren müssen, damit die ganze Maschine läuft. Seit über 20 Jahren ist Jörg Kropp, der von allen nur „Kropper“ genannt wird, die gute Seele des Basketball-Vereins SC Rist. Wenn das entscheidende Pro-B-Finalspiel in den Play-offs zwischen Wedel und der Basketball Akademie Weser-Ems/Oldenburger TB am Sonnabend, 2. Mai, um 19 Uhr in der Steinberghalle beginnt, ist die Arbeit für den 46-Jährigen eigentlich beendet.

Bereits am Freitag hat er die Kabinen für Heim- und Gästemannschaft sowie die der Schiedsrichter sauber gemacht und Schilder zur besseren Orientierung angebracht. Die angelieferten Getränke stellte er im Anschluss auch schon kalt. Um sechs Uhr morgens des Final-Tags stand „Kropper“ dann wieder in seinem zweiten Wohnzimmer. Die Tribüne wurde ausgefahren, der Hallenboden mit der Kehrmaschine gesäubert und anschließend gewischt. Ausreichend Klatschpappen hat der Wedeler ebenfalls auf die Plätze gelegt. „Zum Finale öffnen wir die Halle ja schon um 17.30 Uhr. Dann stehe ich oben am Eingang und sorge für Recht und Ordnung“, sagt Kropp scherzhaft. Bei jedem Heimspiel ist „Kropper“ der Mann für alles.

Die letzte Saison-Partie ist für ihn aber auch etwas ganz besonderes: „Ich tippe, dass wir mit über zehn Punkten Abstand gewinnen.“ Damit wäre der SC Rist erstmals Meister in der langen 2.Liga-Geschichte des Clubs.

Im Hinspiel unterlag das Team von Headcoach Michael Claxton 58:61. Diese drei Punkte Rückstand müssen die Wedeler nun mit einem Sieg aufholen. Unter der Woche schlief der 38 Jahre alte Trainer meist gut. „Ab und zu bin ich aufgewacht und habe sofort ans Finale und unterschiedliche Spiel-Szenarien gedacht“, sagt er. Claxton erwartet eine Schlacht, die vermutlich – ähnlich wie im Hinspiel – sehr von den Defensiv-Strategien beider Mannschaften geprägt sein wird. Dabei setzt er auf den Nimbus der Unbesiegbarkeit in eigener Halle. „Wir wollen unsere Heimstärke unter Beweis stellen, um die Trophäe zu holen“, so der Wedel-Coach. Seit neun Spielen, in den Play-offs und in der Hauptrunde, hat der SC Rist stets die Steinberghalle als Sieger verlassen. Häufig waren Kantersiege mit bis zu 30 Punkten Unterschied dabei, diesmal würden vier Zähler reichen.

Der SC Rist tritt bereits zum vierten Mal gegen Oldenburg an

„Oldenburg ist bestens vorbereitet, wir können eigentlich auch nicht taktisch überrascht werden“, sagt der Amerikaner. Wedel möchte das Tempo bestimmen und unter den Körben den Gegner beherrschen. „Im Hinspiel hat es in der Offensive gehapert, aber ich bin mir sicher, dass wir im Training optimal an der Feinjustierung gearbeitet haben. Wir sind hungrig auf den Titel“ In dieser Saison ist es bereits das vierte Aufeinandertreffen zwischen dem SC Rist und den Niedersachsen.

Am ersten Spieltag siegte die Mannschaft am Steinberg mit zwölf Punkten Vorsprung (85:73). Im Oktober unterlag Wedel 68:80 – zwölf Zähler Abstand. Nun folgt nach der knappen Auswärtsniederlage das letzte Duell. „Wir sind mit Oldenburg auf Augenhöhe. Wenn wir zu Hause so auftreten wie zuletzt , bin ich sehr optimistisch Meister zu werden“, sagt Mannschaftskapitän Christoph Roquette. Die Stimmung im Team ist gut, alle freuen sich und sind hochkonzentriert.

Fabian Böke konnte nach überstandenem grippalen Infekt wieder trainieren, Paul Owusu, leicht erkältet, wird auch dabei sein. Die Langzeitverletzten Janis Stielow und Lennard Larysz fehlen. Der Faktor Fans wird zudem eine große Rolle spielen: Die ersten 500 Anhänger bekommen gratis ein T-Shirt mit der Aufschrift „Forever Rist“ in der Vereinsfarbe Gelb ausgehändigt. Wer nicht dabei sein kann, hat dennoch die Möglichkeit live mitzufiebern. Im Internet wird das Spiel per Video-Stream unter www.sportdeutschland.tv zu sehen sein.

Nach der Partie folgt dann die Party. Unabhängig vom Spielausgang feiern Mannschaft und Anhänger gemeinsam – bei Musik, Bratwurst und Bier – das Ende der ohnehin schon äußerst erfolgreichen Spielzeit 2014/15. Und danach kommt dann wieder „Kropper“ zum Einsatz, um mit tatkräftiger Unterstützung einiger Helfer in der Steinberghalle klar Schiff zu machen. Vermutlich würde es ihm viel leichter fallen, die Überreste einer rauschenden Meisterschafts-Sause zu beseitigen.