Pinneberg
Bundesliga Pro B

Motor in der Offensive geriet ins Stottern

Christoph Roquette tankt sich in vorderster Linie durch, die Durchschlagskraft war an diesem Tag aber begrenzt

Christoph Roquette tankt sich in vorderster Linie durch, die Durchschlagskraft war an diesem Tag aber begrenzt

Foto: Oliver Perkuhn

Der Titel ist für Wedels Basketballer nach der 58:61-Final-Hinspielniederlage in Oldenburg dennoch möglich. Am Sonnabend folgt das Rückspiel in Wedel

Oldenburg/Wedel.  In Theaterkreisen wird der Generalprobe nicht übermäßig viel Bedeutung beigemessen, sollte etwas nicht wie gewünscht funktionieren – so lange es denn beim entscheidenden Auftritt passt. So ähnlich werden sich vermutlich auch die Basketballer des SC Rist in den Play-offs fühlen, die im ersten von zwei Final-Partien der Baskets Akademie Weser-Ems/Oldenburger TB knapp 58:61 unterlagen. „Wir hatten auf ein besseres Ergebnis gehofft, aber wir blicken nach vorne und sind zuversichtlich, unsere Leistung zu Hause zu verbessern“, sagte Headcoach Michael Claxton.

Kurzfristig mussten die Wedeler im ersten Duell gegen Oldenburg doch noch auf Fabian Böke verzichten, den ein grippaler Infekt schwerer erwischte, als zunächst angenommen worden war. „Wir hoffen, dass er schnell wieder fit wird und uns im zweiten Spiel helfen kann.“ Von Beginn an entwickelte sich in der Halle am Haarenufer eine intensive Endspiel-Schlacht Vor allem die Abwehrreihen beider Mannschaften waren bestens organisiert, so dass sich sowohl Wedel als auch Oldenburg mit dem Punkten schwer taten. Elf Zähler konnten die Niedersachsen nach zehn Minuten verbuchen, derer acht erzielten die Claxton-Schützlinge. Sechs davon gingen auf das Konto von Center Christoph Roquette, Paul Owusu steuerte zwei hinzu.

Auch im zweiten Viertel wollte die Rist-Offensive nicht so recht ins Rollen kommen. Die Oldenburger, die in den Play-offs noch keine Begegnung verloren, warfen sich einen Zehn-Punkte-Vorsprung heraus – oft durch Würfe aus der Distanz – heraus. Mit einem zwischenzeitlichen 20:30 ging es für die Rist-Herren weiter, die in der zweiten Halbzeit besser ins Spiel fanden.

Die ersten acht Punkte gehörten im dritten Viertel dem SC Rist, der durch Christoph Roquette, Diante Watkins per Dreier und drei erfolgreichen Freiwürfen von Brandon Spearman auf 28:30 aus Wedeler Sicht verkürzen konnte. Das Gäste-Team kämpfte sich noch einmal bis auf drei Punkte heran (40:43), ehe die finalen zehn Minuten begannen. Wieder verlor der SC Rist den Faden beziehungsweise den Anschluss und verspielte eine mögliche Siegchance.

Die Baskets Akademie schraubte ihren Vorsprung zwischenzeitlich noch einmal auf zwölf Zähler hoch. Nach einem erneuten Kraftakt waren es dann am Ende auf der Anzeigetafel drei Punkte weniger für Wedel. „Wenn wir uns in der Offensive steigern und dort besser zusammenspielen, haben wir eine reelle Chance, die zweite Partie zu Hause zu gewinnen“, sagte der Amerikaner Claxton. Noch ist die Meisterschaft nicht entschieden.

Ganz Wedel sehnt sich am kommenden Sonnabend

nach dem ganz großen Wurf

Der Ausgang dieser Partie lässt einen Wedeler Titelgewinn im Rückspiel am Sonnabend, 2. Mai, in der Steinberghalle (19 Uhr), weiter möglich erscheinen. Die Mannschaft mit der besseren Punkte-Differenz wird Meister der Pro B. Dafür muss sich der SC Rist aber steigern. Coach Claxton: „Meine Spieler müssen insgesamt als Team präsenter sein. Der Ball muss besser laufen, damit wir uns in gute Wurfpositionen bringen.“ Wenn der Ball nicht im Korb landete, konnte Oldenburg ihn insgesamt häufiger zurückerkämpfen (41:37) und erspielte sich häufiger eine zweite Abschlussgelegenheit (17 Offensiv-Rebounds Oldenburg, zehn Wedel). Eine Niederlage mit drei Punkten Unterschied ist keine übermäßig große Hypothek für das Entscheidungsmatch. Und eventuell wird es ja etwas mit dem ersten Meistertitel in der 2. Bundesliga für den SC Rist. Gefeiert wird nach der starken Spielzeit mit den treuen Anhängern in der Steinberghalle auch als Vizemeister. Doch nach mehreren zweiten und dritten Plätzen in dieser Spielklasse sehnt sich ganz Wedel nach dem ganz großen Wurf. Coach Claxton wird mit dem Team alles daran setzen, diesen Traum von der Meisterschaft zu verwirklichen. „Wir gehen positiv gestimmt und absolut fokussiert in diese Trainingswoche.“ Die Atmosphäre in der Oldenburger Halle, in der auch rund 80 Wedeler Fans mitgefiebert hatten, war sehr stimmungsvoll.

Der Wedeler Auftritt bei dieser Generalprobe konnte nicht immer vollends überzeugen. Doch bei der entscheidenden Aufführung vor eigenem Publikum soll dann alles optimal passen.

Viertelergebnisse: 11:8, 19:12, 13:20, 18:18.Punkte (SC Rist): Diante Watkins (16), Christoph Roquette (14), Brandon Spearman (10), Denzell Erves (6), René Kindzeka (5), Paul Owusu (4), Fabian Strauß (2), Jens Hirschberg (1) Nicht eingesetzt: Jonas Laatzen, Christopher Geist.