Pinneberg
Bundesliga Pro B

Na, war das nicht total stark von uns?

Triumphgefühle bei den Spielern: Nach der Schlusssirene ist die Freude groß bei Wedel Topmann Brandon Spearman

Triumphgefühle bei den Spielern: Nach der Schlusssirene ist die Freude groß bei Wedel Topmann Brandon Spearman

Foto: Frederik Büll

Zweitliga-Mannschaft des SC Rist beendet Halbfinal-Serie mit dem zweiten klaren Erfolg über Iserlohn. Finalgegner wird wie bei bei den letzten Play-offs Oldenburg sein.

Wedel. Ganz ernst war es nicht gemeint, als Marvin Willoughby, Sportdirektor der aus den Play-offs ausgeschiedenen Hamburg Towers, nach Spielende folgendermaßen angesprochen wurde: Der Pro A-Ligist möge in der kommenden Spielzeit doch bitte den Erstliga-Aufstieg verwirklichen, damit der SC Rist nicht in derselben Spielklasse antreten muss. Schließlich gewannen die Wedeler zuvor auch Spiel zwei gegen die Iserlohn Kangaroos 91:61 (43:27) und ziehen erstmals seit Bestehen der Pro B ins Finale ein.

Der Aufstieg in die Pro A wäre durch die Endspiel-Teilnahme bereits gesichert. Aus finanziellen und infrastrukturellen Bedenken – auch weil Towers und Wedel sich als Kooperationspartner in der gleichen Liga aus demselben Spielerpool bedienen würden – verzichtet der SC Rist auf den Aufstieg. Der Auftritt vor 985 Zuschauern war schon eines ProA-Ligisten würdig.

„Die Zuschauer waren super. Auch die Anhänger Iserlohns haben zu der beeindruckenden Atmosphäre beigetragen“, sagte ein erleichterter Headcoach Michael Claxton. Die ersten zwölf Punkte des zweiten Halbfinal-Spiels gegen den Tabellenersten aus dem Süden gehörten dem Gastgeber. Fabian Strauß eröffnete mit einem Dreier, es folgte nach Steal ein Korbleger von Diante Watkins zum 5:0. abermals Strauß erhöhte auf 8:0.

Christoph Roquette und wieder Watkins sorgten für den sensationellen Start von 12:0. „Es war wie ein Erdbeben. Iserlohn hat noch nie in Wedel gespielt. Jetzt wissen sie es, wie es sich anfühlt“, so Claxton, der den neunten Wedeler Heimsieg in Folge in dieser Spielzeit sah. Erst danach nahm der Gegner aus Nordrhein-Westfalen am Spielgeschehen teil, schaffte es aber nicht, bis zum Viertelende entscheidend heranzukommen – 21:12.

Auch danach dominierte der SC Rist Zuschauern das Geschehen. Die Spieler zeigten sich griffig in der Defensive und ließen in der Offensive bestens den Ball laufen. „Wir haben 25 Assists erreicht. Das ist einfach nur stark“, sagte der Coach. Bis zur Halbzeit lagen die Wedler 16 Punkte in Führung (43:27). Die Kangaroos schafften die Wende nicht mehr und lagen in den 40 Minuten nicht ein einziges Mal vorne.

Die Wedeler spielten absolut souverän. Bis auf Christoph Geist, der nur knapp drei Minuten auf dem Feld stand, konnten alle Akteure Punkte verbuchen. Ausgelassen feierten sie nach der Schlusssirene in ihren „Finale“-T-Shirts. „Wir haben aus dem Vorjahr gelernt, als wir nach einer 1:0-Führung die Finalteilnahme noch verspielten. Wir waren von Anfang bis Ende fokussiert“, freute sich Teamkapitän Roquette. Und auch Claxton war von der dominanten Mannschaftsleistung angetan: „ Ich freue mich für die Jungs und die ganze Basketball-Gemeinde in Wedel.“ Gegner im Endspiel ist die Baskets Akademie Weser-Ems, die dem Claxton-Team aus der Nordstaffel bestens bekannt ist. Die Niedersachsen gewannen gegen den Tabellenersten des Nordens, die Rostock Seawolves, 89:70 und beenden wie Wedel die Serie damit ebenfalls mit 2:0-Siegen.

Das Finale wird im Hin- und Rückspiel-Modus ausgetragen. Zunächst treten die Wedeler auswärts am Sonnabend, 25. April, an. Das Rückspiel findet am Sonnabend, 2. Mai, dann am Steinberg statt. Die genaue Uhrzeit steht noch nicht fest. Das Team mit der besseren Punkte-Differenz wird Meister der Pro B. Oldenburg, das in Wedel 68:80 unterlag und zu Hause 85:73 gewonnen hatte, verzichtete als Meister der Vorsaison auf den Aufstieg. Und auch der SC Rist wird diese Option ungenutzt verstreichen lassen. Nach diesem Auftritt und den starken Saisonleistungen hätte das Team den Aufstieg verdient. „Auswärts haben wir mit Oldenburg noch eine Rechnung offen. Und dann können wir zu Hause die Meisterschaft feiern“, so die selbstbewusste Kampfansage Roquettes. Sein Trainer stapelt tief und möchte einfach nur „die bestmögliche Leistung zeigen.“ Wenn die lange Reise durch die Play-offs schon nicht mit dem Aufstieg endet, dann soll eben der ProB-Titel her. Das würde den Druck auf die Towers zusätzlich erhöhen.

Viertelergebnisse: 21:12, 22:15, 23:15, 25:19Punkte (SC Rist): Denzell Erves (20), Diante Watkins (14), Brandon Spearman (12), Fabian Strauß (11), Fabian Böke (8), Christoph Roquette (7), Jens Hirschberg (6), Jonas Laatzen, René Kindzeka (je 5), Paul Owusu (3), Christoph Geist (0).