Pinneberg
Neues Unternehmen

Fahrradhändler B.O.C. expandiert nach Pinneberg

Ein typischer B.O.C.-Laden von innen: Viele Fahrräder und eine Teststrecke für Probefahrten.

Ein typischer B.O.C.-Laden von innen: Viele Fahrräder und eine Teststrecke für Probefahrten.

Foto: B.O.C.

Im Frühjahr 2020 wird das Unternehmen B.O.C. eine neue Filiale in der Stadt eröffnen. Schon jetzt kämen viele Kunden aus dem Kreis.

Pinneberg.  Neue Mitarbeiter werden noch gesucht, eine passende Immobilie ist schon gefunden: Im Frühjahr 2020 will Hamburgs größter Fahrradhändler B.O.C. nach Pinneberg expandieren. An der Flensburger Straße im Norden der Stadt wird die Bike and Outdoor Company (B.O.C.) in das ehemalige Expert-Bening-Geschäft ziehen und damit ihre erste Filiale im direkten Hamburger Umland eröffnen. Das bestätigte B.O.C.-Geschäftsführer Bernd Heumann auf Abendblatt-Anfrage.

Das in Hamburg gegründete Unternehmen betreibt momentan deutschlandweit 33 Filialen, davon drei in der Gründungsmetropole. Bisher waren Lübeck, Kiel und Lüneburg die nächstgelegenen norddeutschen B.O.C.-Ableger, nun bekommt Pinneberg neben dem bereits seit 2008 ansässigen Mega-Bike Fahrradfachmarkt noch einen zweiten Fahrradgroßhandel.

Das Unternehmen B.O.C. beabsichtigt, den Großteil der 2800 Quadratmeter großen Fläche im Gewerbegebiet „Flensburger Straße“ als Verkaufsraum zu nutzen. Laut Firmenchef Heumann sollen im neuen Geschäft etwa 1000 Räder, davon etwa 200 E-Bikes, vorrätig sein. Das Führungsteam für die neue Pinneberger B.O.C.-Filiale sei bereits rekrutiert, 20 neue Arbeitsplätze würden insgesamt entstehen. Offene Stellen gebe es laut Unternehmensführung noch, gesucht werden Zweiradmechaniker und „fahrradaffines“ Verkaufspersonal.

Radhändler der Region sollen sich „keine Sorgen“ machen

„Wir wissen, dass schon jetzt viele Kunden aus dem Kreis Pinneberg und umliegenden Gemeinden bei uns einkaufen“, sagt Geschäftsführer Heumann zum Motiv der Neuansiedelung. „Unser Ziel ist es, so nah wie möglich am Kunden zu sein – daher die Expansion nach Pinneberg.“ Aus Sicht des Großhändlers müssten sich die etwa 30 kleinen Fahrradläden in der Region keine Sorgen machen. Denn angesichts des „boomenden Marktes“ werde das Fahrrad in Zukunft nicht nur wichtig bleiben, sondern im „Mobilitätsmix“ einen noch höheren Stellenwert einnehmen.

Dafür spricht unter anderem der letzte sogenannte Modal-Split für den Kreis Pinneberg. Darin wird der Anteil der unterschiedlichen Verkehrsmittel an der Gesamtmobilität dargestellt. Demnach ist der Radverkehrsanteil im Kreis in den vergangenen zehn Jahren von zehn auf 16 Prozent gestiegen. Eine weitere Steigerung ist politisch gewollt. Nicht grundlos hat der Kreistag entschieden, den Radverkehr zu fördern und verstärkt auszubauen. Vom kommenden Jahr an steht dafür jährlich eine Million Euro zur Verfügung. „Die deutliche Anteilserhöhung des Radverkehrs setzt voraus, dass ein entsprechendes Angebot an Radverkehrsinfrastruktur vorhanden ist“, heißt es. „Unter diesem Aspekt besteht im Kreisgebiet derzeit noch ein deutliches Ausbau- und Sanierungspotenzial.“

Hier fühle sich auch das Unternehmen B.O.C. angesprochen. „Aus unserer Sicht ist es sehr wichtig, dass die Gemeinden erkennen, dass neben dem erklärten Ziel der Steigerung der Fahrradnutzung am Mobilitätsmix auch die Versorgung mit einer großen Auswahl an Produkten sichergestellt wird – gerade in vor Ort angesiedelten Fachgeschäften“, sagt Geschäftsführer Bernd Heumann. Denn das Fahrrad sei nach wie vor ein sehr beratungsintensives Produkt. „Die Stadt Pinneberg hat uns sehr positiv empfangen und bei der Ansiedlung der neuen Filiale unterstützt“. so Heumann. Deshalb werde der Fahrradhändler die Stadt in Zukunft gern bei regionalen Projekten im Bereich Mobilität mit Know-how unterstützen und beraten.

Zwei weitere Neueröffnungen sind im Jahr 2020 geplant

Die Stadt Hamburg etwa hat sich das Ziel gesetzt, den Radverkehrsanteil bis zum Jahr 2025 auf 25 Prozent zu steigern. Die Stadt Pinneberg hat erst kürzlich beschlossen, 16 neue Fahrradstraße auszuweisen. Und auch das Unternehmen B.O.C. wisse aus der Marktforschung, welch hohen Stellenwert das Fahrrad bei der Bevölkerung hat und wie wichtig den Nutzern eine gute örtliche Infrastruktur ist. Diese Rückmeldung käme von den mehr als 3,5 Millionen Filialbesuchern pro Jahr.

Deshalb setze das Unternehmen nicht nur in Norddeutschland, sondern grundsätzlich auf eine fortlaufende Expansionsstrategie. Im kommenden Jahr seien neben der Pinneberger Zweigstelle bundesweit zwei weitere Neueröffnungen von B.O.C. geplant. Zudem sollen zwei bestehende Standorte in Süddeutschland ausgebaut und soll in naher Zukunft in Reinfeld (Kreis Stormarn) das „größte Fahrradgeschäft Schleswig-Holsteins“ eröffnet werden.

Weitere Details: Das ist B.O.C.

Die Bike & Outdoor Company (B.O.C.) ist ein 1999 in Hamburg gegründeter Fahrradhändler. Seit der Übernahme der Aktiv-Sport GmbH betreibt sie mit 28 B.O.C.-Filialen und fünf dazugekommenen Bikemax-Läden das größte Fahrradfilialnetz in Deutschland. Außerdem gibt es die Möglichkeit, Produkte online unter boc24.de zu bestellen. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen deutschlandweit rund 700 Mitarbeiter.