Umweltschutz

Kayhude macht einen Klimakiller unschädlich – mit Wasser

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Im Kayhuder Moor (v. l.): Ines Gesa Röhl-Wels, Rolf Winter, Georg Grambow und Rüdiger Schmiedeler.

Im Kayhuder Moor (v. l.): Ines Gesa Röhl-Wels, Rolf Winter, Georg Grambow und Rüdiger Schmiedeler.

Foto: Gut Wulksfelde

Wie aus einer ehemals vom Gut Wulksfelde beackerten Fläche wieder ein wertvoller CO2-Speicher mit Kleinbiotopen wurde.

Tangstedt.  Moore sind gigantische CO2-Speicher – doch wenn sie austrocknen, werden sie zu echten Klimakillern. CO2 emittiert über Jahrzehnte aus den trockenen Moorböden, allein 2019 waren es 53 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente, also mehr als 6 Prozent der deutschen Treibhausgasemissionen. Nur 7 Prozent der deutschen Moorflächen in Deutschland sind im vernässten Zustand.

Umso wichtiger ist die Wiedervernässung ausgetrockneter Moore. Auf den Flächen der Evangelischen Stiftung Alsterdorf in Kayhude, die vom Bio-Gut Wulksfelde landwirtschaftlich bewirtschaftet werden, wurde jetzt ein Projekt des Deutschen Verbands für Landschaftspflege (DVL) zur Vernässung der dortigen Moorflächen erfolgreich abgeschlossen.

Umweltschutz: Klimakiller in Kayhude unschädlich gemacht – mit Wasser

Das Gebiet befindet sich im Kayhuder Moor und wird vom Gut Wulksfelde als Grünland teilweise extensiv gemäht als auch beweidet. Bis in die 50-er Jahre hinein wurde hier auf Teilen der Flächen aktiv Torfabbau betrieben. Das Projekt des DVL konnte 3 Hektar dieser Flächen vernässen, in dem erfolgreich Wasserangestaut wurde, durch Teichmönche und verstellbare Überläufe. Die Mineralisierung des noch vorhandenen Torfkörpers sei reduziert und der CO2-Ausstoß minimiert worden. Das Moor können sich nun längerfristig regenerieren.

Neben der Wiedervernässung der Moorflächen konnte im Rahmen des Projekts zudem eine benachbarte Fläche naturschutzfachlich aufgewertet werden. So wurden dort drei Flachwasserbiotope, sogenannte Blänken angelegt und vorhandene Dränagen zerstört. Die so geschaffenen Kleinbiotope stellen nun für Amphibien zum Laichen geeignete Wasserstellen im Grünland bereit.

Gepflegt wird die Fläche vom NABU und Mitarbeitenden des Moorhofes

Bei einer Begehung der Flächen überzeugten sich Ines Gesa Röhl-Wels vom Regionalbüro des DVL, Georg Grambow von der Evangelischen Stiftung Alsterdorf und Landwirt Rolf Winter vom Gut Wulksfelde vom wiedervernässten Zustand der Moorflächen. Rüdiger Schmiedeler vom NABU, der sich vor Ort mit Klienten vom Moorhof der Alsterdorf Assistenz ost gGmbH um die pflegerischen Maßnahmen der Moorfläche kümmert, begleitete die Gruppe.

„Durch die höheren Wasserstände profitieren die vorhandenen Torfmoose ebenso wie die charakteristischen Arten der Feucht- und Nasswiesen. Durch die weitere Maßnahme auf der Nachbarfläche wurde das Lebensraumpotenzial für den Moorfrosch verbessert und auch moortypische Insekten wie zum Beispiel Libellen werden von den Projektmaßnahmen profitieren“, sagt Ines Gesa Röhl-Wels.

Umweltschutz: Umliegendes Grünland wird vom Gut Wulksfelde extensiv genutzt

„Wir freuen uns sehr über die erfolgreiche Umsetzung des gemeinsamen Projektes mit dem DVL. Wir können dadurch nun einen aktiven Beitrag zum Natur- und Klimaschutz leisten und den typischen Pflanzen- und Tierarten einen wertvollen Lebensraum schenken“, sagt Georg Grambow von der Evangelischen Stiftung Alsterdorf.

„Ein aktiver Schutz der Natur ist ein wichtiger Bestandteil der ökologischen Landwirtschaft vom Gut Wulksfelde, weshalb wir das Projekt zur Wiedervernässung der Moorflächen auf den von uns bewirtschafteten Flächen mit großer Begeisterung unterstützt haben“, sagt Rolf Winter vom Gut Wulksfelde. Eine Nutzung des umliegenden Grünlandes soll weiterhin im Sommer als Weide oder Mahdfläche extensiv möglich sein.

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