Abstimmung erfolgt

Fusion beschlossen: Die Nordkirche steht

Die Synode Nordelbiens (Hamburg/Schleswig-Holstein) segnete den Fusionsvertrag mit den Kirchen in Mecklenburg und Pommern am Sonnabend in Rendsburg mit 79,7 Prozent (102 von 128 Stimmen) ab. Die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit (66,7) wurde damit deutlich erreicht.

Rendsburg. Die Nordkirche steht. Die Synode Nordelbiens (Hamburg/Schleswig-Holstein) segnete den Fusionsvertrag mit den Kirchen in Mecklenburg und Pommern am Sonnabend in Rendsburg mit 79,7 Prozent (102 von 128 Stimmen) ab. Die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit (66,7) wurde damit deutlich erreicht.

Mecklenburg stimmte dem Zusammenschluss in Plau am See am Sonnabend mit nur 69,6 Prozent (39 von 56 Stimmen) gerade eben zu, Pommern in Züssow mit 75,9 Prozent (44 von 58 Stimmen). Mit den Beschlüssen machten die drei Kirchenparlamente den Weg für eine neue Gesamtsynode frei. Sie soll eine Verfassung für die Nordkirche erarbeiten. Die erste große Ost-West-Kirche soll am 1. Januar 2012 starten, erstreckt von Sylt über Hamburg bis Usedom und hätte knapp 2,4 Millionen Mitglieder, davon gut zwei Millionen in Nordelbien.

Die Synode in Rendsburg beauftragte die nordelbische Kirchenleitung zugleich, in den weiteren Gesprächen zur Nordkirche (ab 2012) die Option offen zu halten, den Sitz des künftigen Landesbischofs in Hamburg anzusiedeln. "Das ist ein gutes Zeichen, dass Hamburg weiter im Blick ist", sagte Hamburgs Bischöfin Maria Jepsen dem Abendblatt. Laut Fusionsvertrag residiert der Landesbischof in Schwerin. In Hamburg, Schleswig und Greifswald sind Regionalbischöfe vorgesehen.

Die Bischofssitze seien im Fusionsvertrag zwar "Fixpunkte", sagte Jepsen. "Aber es gibt ja auch Wunder." Wie Jepsen begrüßte der Schleswiger Bischof Gerhard Ulrich die Zustimmung zur Nordkirche. "Ich bin froh und dankbar, dass die nordelbische Synode das große Ost-West-Projekt befürwortet hat." Für die nur sehr knappe Zustimmung in Mecklenburg zeigte Ulrich Verständnis. Der Beschluss habe schließlich erhebliche Konsequenzen. "Mecklenburg hört auf als Landeskirche zu existieren", erklärte der Vorsitzende der nordelbischen Kirchenleitung.

Die nordelbische Synode hatte am Freitag und Sonnabend mehr als zehn Stunden über die Nordkirche diskutiert und den Fusionsvertrag in erster Lesung (einfache Mehrheit erforderlich) mit nur 59 Prozent durchgewunken. Hauptkritikpunkte waren die Bischofsstandorte, die Mehrkosten für die nordelbischen Kirchenkreise sowie das Arbeitsrecht in der Nordkirche.