Verwaltungsgericht Lüneburg

Inkasso-Team Moskau darf kein Geld mehr eintreiben

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„Ihr Schuldner muss kein Russisch sprechen, er wird uns auch so verstehen" - diese Drohung werden die rabiaten Geldeintreiber nicht mehr aussprechen.

Lüneburg. Dem Chef des Inkasso-Teams Moskau, das als rabiater Geldeintreiber für sich geworben hatte, ist zurecht das Gewerbe untersagt worden. Das hat das Verwaltungsgericht Lüneburg entschieden. Nach einer Verurteilung wegen Nötigung und Falschaussage fehle dem Geschäftsführer die nötige Zuverlässigkeit, urteilte das Gericht. Außerdem werde gegen ihn wegen gewerbsmäßigen Betrugs ermittelt.

Seit Jahren steht das Unternehmen im Visier der Öffentlichkeit, weil es Schuldnern mit unterschwelligen Drohungen und einschüchternden Briefen Angst gemacht haben soll. Im Herbst 2008 wurde dem Inkasso-Team das Gewerbe untersagt. „Ihr Schuldner muss kein Russisch sprechen, er wird uns auch so verstehen“: Mit unmissverständlichen Worten hatte das Inkasso-Team (ITM) für sich geworben und mit ebensolchen Methoden säumige Schuldner zum Zahlen gedrängt.

Außer dem Schuldner hatten die rabiaten Geldeintreiber nach den Ermittlungen der Justiz aber auch die Gläubiger im Visier. Mit falschen Versprechungen wurde von den Auftraggebern Geld eingestrichen – ohne Gegenleistung. Seit 2007 wird deswegen gegen das ITM zudem wegen gewerbsmäßigen Betrugs ermittelt. Dabei geht es um eine Schadenshöhe von mindestens 1,2 Millionen Euro.