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Was macht eigentlich ein Sichersteller?

Rot, gelb und grün leuchten sie, die Preisschilder für Leasingraten. Ob für Sportwagen, Flachbild-Fernseher oder Kaffeeautomaten - Luxus auf Raten lockt. Doch was kann ein Unternehmen tun, wenn Leasing- und Finanzierungsverträge ins Stocken geraten oder gekündigt werden? Leasinggeber können Sichersteller eines Inkasso-Unternehmens beauftragen.

"Mit Diplomatie, Freundlichkeit und Konsequenz gelingt es mir fast immer, dass Kunden die Zahlungen wieder aufnehmen oder eine Stundung mit dem Auftraggeber vereinbaren", sagt Birgit Pior (41), die seit fünf Jahren bei Eos Field Services als Sicherstellerin arbeitet. Eos Field Services ist ein solches Inkasso-Unternehmen. Die Mitarbeiter von Eos recherchieren, prüfen und bewerten für ihre Auftraggeber die geleasten Objekte. Mehr als 280 000 Aufträge mit einem Forderungsvolumen von über 900 Millionen Euro bearbeiten rund 250 fest angestellte Mitarbeiter jedes Jahr. Allein für Eos sind deutschlandweit 50 Sichersteller im Einsatz. Die Hälfte sind Frauen, eine davon ist Birgit Pior.

Zwölf Jahre lang hat sie in der Inkasso-Abteilung einer Wirtschaftsauskunftei gearbeitet. Heute schätzt sie es sehr, dass sie als Sicherstellerin selbstständig arbeiten und ihre Zeit frei einteilen kann. "Faktisch ist der Arbeitsplatz des Sicherstellers sein Dienstwagen", sagt ihr Chef , der Außendienstleiter bei Eos, Hans-Jürgen Hanso (50). Doch bevor Birgit Pior losfährt, plant sie ihre Termine. Diese finden meist zwischen acht Uhr morgens und sieben Uhr abends statt.

"Vor Ort prüfe ich dann, ob geleaste Fahrzeuge noch vorhanden sind", erzählt Pior. Deren Zustand dokumentiert sie manchmal auch fotografisch. "In Gesprächen mit säumigen Zahlern kläre ich, warum es zu Verzögerungen bei den Ratenzahlungen kommt", sagt Pior, "und ich erkläre, welche Konsequenzen es haben kann, wenn weiterhin nicht gezahlt und der Rückstand nicht aufgeholt wird." Am Ende des Tages zahle sie eingenommenes Geld ein - zur Weiterleitung an den Auftraggeber.

"Die Sicherstellung bleibt jedoch die Ausnahme", meint Hanso. Doch wenn es dazu kommt, seien etwa 90 Prozent der Sicherstellungs-Aufträge Kraftfahrzeuge. Und Hanso sagt weiter: "Wir haben aber auch schon PCs, Supermarktkassensysteme und einmal sogar ein Karussell abholen müssen."