Geesthacht. Frei nach Edgar Wallace: Krimikomödie feiert Premiere im Geesthachter Oberstadttreff. Für welche Vorstellungen es noch Karten gibt.

Eigentlich soll es eine dramatische Szene sein, die sich gleich zu Beginn der Krimikomödie „Der Frosch mit der Peitsche“ abspielt: Polizeipräsidentin Toucher (Christiane Schnabel) staucht Inspektor Bliss (Kai Jahrmärker) zusammen. „Ihre Beförderung können sie sich abschminken“, brüllt sie ihm wütend entgegen. „Sie lassen den Frosch mit der Peitsche immer entkommen!“ Just in diesem Moment will aber die Perücke nicht so wie die Schauspielerin. Die feuerrote Haarpracht verrutscht immer wieder. Das Publikum im Geesthachter Oberstadt-Treff nimmt es mit Humor und auch Inspektor Bliss trägt trotz Gardinenpredigt ein breites Grinsen im Gesicht. Doch Christiane Schnabel lässt sich nicht beirren und bleibt textsicher.

Für die Geesthachter Bürgerbühne war es eine gelungene Premiere mit einem besonderen Stück: Aus den beiden Klassikern von Edgar Wallace „Der unheimliche Mönch“ und „Der Frosch mit der Maske“ wurde „Der Frosch mit der Peitsche“. Martin Nabben, der Chef des Ensembles, hat die Krimikomödie mit Witz und vielen kleinen Gags inszeniert und noch einige Effekte eingefügt, die im wahrsten Sinne des Wortes Knaller sind.

Geesthacht Theater: Krimikomödie frei nach Edgar Wallace

Die Akteure auf der Bühne brannten ein wahres Feuerwerk an kleinen Boshaftigkeiten und Scharmützeln ab. Es gab Szenenapplaus aus dem vollbesetzten Saal, viel Gelächter, aber auch den einen oder anderen Gänsehautmoment. Das Ensemble hat alle Rollen mit viel Leidenschaft zum Leben erweckt.

Der verletzte Inspektor Bliss (Kai Jahrmärker) wird von Schlossherrin Mrs. Redmayne (Adrienne Henry) verarztet. 
Der verletzte Inspektor Bliss (Kai Jahrmärker) wird von Schlossherrin Mrs. Redmayne (Adrienne Henry) verarztet.  © Denise Ariaane Funke | Denise Ariaane Funke

Zu dem kleinen Fauxpas mit der Perücke sagte Zuschauerin Christine Kasch in der Pause: „Hut ab, vor der Leistung. Den Text dann so toll durchziehen zu können, ist nicht leicht.“ Kasch muss es wissen, sie spielt seit 30 Jahren Theater bei der Niederdeutschen Volksbühne Geesthacht, die plattdeutsche Stücke auf der Bühne im Kleinen Theater Schillerstraße zeigt.

Wer ist der Peitsche schwingende Mörder?

Doch wer ist der unheimliche, Peitsche schwingende Mörder im Stück der Bürgerbühne, der sich unter der Froschmaske versteckt? In bester Edgar-Wallace-Manier gibt es gleich ein ganzes Schloss voller Verdächtiger. Da ist der scheinheilige Pfarrer Goodman (Marc-E. Ibscher), die neugierige Mrs. Elvery, toll gespielt von Erika Danker, der unheimliche Butler Cotton (Wolfgang Brocks), aber auch die Schlossbesitzerin Mrs. Redmayne (Adrienne Henry) und ihre Tochter Mary (Britta Babacé) scheinen etwas zu verbergen.

Nach 130 Minuten voller erquicklicher, aber nicht minder spannender Unterhaltung konnte aus dem nicht enden wollenden Applaus schließen, dass die Geesthachter Bürgerbühne wieder einmal den Geschmack des Publikums getroffen hat. Die mehr als gelungene Premiere wurde im Foyer des Oberstadt-Treffs mit Live-Musik der Band „The Lonely Boys“ gefeiert, die ein musikalisches Feuerwerk an Rock- und Pop-Oldies abbrannte.

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Weitere Vorstellungen von „Der Frosch mit der Peitsche“ sind am Sonnabend, 17. Februar (19.30 Uhr), und am Sonntag, 18. Februar (16 Uhr). Im Anschluss an die Sonnabend-Vorstellung gibt es Musik von der Band „The Radts“. Karten für 10 Euro gibt es bei Zigarren Fries (Bergedorfer Straße 46) oder online für 10,50 Euro unter geesthachter-buergerbuehne.de.