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Ärzte ohne Grenzen zeigen Hilfe in Kriegsgebieten

Ärzte ohne Grenzen: 
Eine Krankenschwester des Krankenhauses in Dagahaley im Flüchtlingslager Dadaab in Kenia untersucht Su´ado Mohamed Arab und ihr Kind

Ärzte ohne Grenzen: Eine Krankenschwester des Krankenhauses in Dagahaley im Flüchtlingslager Dadaab in Kenia untersucht Su´ado Mohamed Arab und ihr Kind

Foto: Tom Maruko/Ärzte ohne Grenzen

Ausstellung auf dem Gänsemarkt in Hamburg. Sicherheitslage in Syrien und Afrika bedroht die Arbeit von Ärzte ohne Grenzen.

Hamburg/Nairobi. Es ist das größte Flüchtlingslager der Welt. Der kenianische Ort Dadaab mit seinen fünf abgezirkelten Orten für die Ärmsten der Armen steht für das Elend von Krieg, Bürgerkrieg und Vertreibung in Afrika und rund um den Globus. Das Uno-Flüchtlingshilfswerk UNHCR betreibt mit weiteren Partnern Dadaab, in dem nahe an der Grenze zu Somalia derzeit 350.000 Menschen leben. Und nun hat sich die mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen vorerst mit einigen Helfern zurückgezogen. "Aufgrund von zunehmender Unischerheit im Nordosten Kenias mussten 42 Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen das Flüchtlingslager Dadaab verlassen. Zwei von vier Gesundheitsposten im Lager mussten die Aktivitäten einstellen, und im von Ärzte ohne Grenzen betriebenen Krankenhaus kann keine Geburtsvorsorge mehr angeboten werden", heißt es in einer Mitteilung der Organisation.

Das bedeutet unmittelbar den Tod von Menschen. Denn ohne die Ärzte, die auch aus Hamburg kommen und weltweit für Ärzte ohne Grenzen arbeiten, sind Tausende nicht überlebensfähig. Doch in Krisengebieten wie Somalia, im Sudan oder auch in Syrien sind die Ärzte selbst bedroht. Mehrfach wurden Helfer angegriffen oder sogar getötet.

Sehen Sie hier ein Multimediaprojekt von Ärzte ohne Grenzen

An diesem Sonnabend zeigen Mediziner und Helfer von Ärzte ohne Grenzen einen Ausschnitt ihrer Arbeit auf dem Gänsemarkt in Hamburg. Künstler wie Seeed-Sänger Peter Fox unterstützen die Organisation. Die Ausstellung in Hamburg startet am Sonnabend, ist bis zum 4. Juni täglich von 10 bis 20 Uhr zu sehen (Eintritt kostenlos) und zeigt, wie in Krisengebieten vorgegangen wird. Am Sonntag, 31. Mai, wird um 11 Uhr im Abaton der Dokumentarfilm „Living in Emergency“ gezeigt.

Ärzte ohne Grenzen hatte zuletzt der internationalen Gemeinschaft und auch der Bundesregierung um Kanzlerin Angela Merkel (CDU) vorgeworfen, nicht schnell genug und adäquat auf die Ebola-Epidemie reagiert zu haben.

„Ebola hat das Versagen der Welt bei der globalen Gesundheitsforschung drastisch offengelegt“, erklärte Philipp Frisch von der Medikamentenkampagne der Organisation. „Auch weil es keinen Impfstoff gibt, konnte sich die Epidemie ungehindert ausbreiten. Wegen fehlender Medikamente sind mehr als 11.000 Menschen in Westafrika gestorben." Er forderte von der Bundesregierung einen höheren finanziellen Anteil an der Gesundheitsforschung. Deutschland hinke beispielsweise den USA weit hinterher. (ryb)