DOSSIER

Dossier: Was die Seele quält

Es ist der Verlust, unterschiedliche Stimmungen zu empfinden. Experten sprechen beispielsweise vom Verlust der Fähigkeit zu Freude oder Trauer. Die Krankheit Depression ist inzwischen in Deutschland weit verbreitet.

Hamburg. Es ist längst schon ein Einzelfall mehr. Eine Depression zählt inzwischen zu den häufigsten Gründen für Berufsunfähigkeit in Deutschland. Manche Experten sprechen gar schon von einer Volkskrankheit. Dabei ist die Grenze in unserer hektischen Arbeitswelt fließend. Viele Menschen bemerken die ersten Symptome gar nicht. Betroffene müssen im Schnitt mit vier depressiven Schüben im Leben rechnen, die schleichend, aber auch plötzlich beginnen können. Manisch-Depressive, bei denen sich übermäßig gehobene Stimmung und tiefe Niedergeschlagenheit abwechseln, erleben mehr und kürzere Phasen. Deren Abstände schrumpfen, je länger die Störung anhält.

Depressiven Menschen fällt es schwerer als anderen Menschen, in ihren Beziehungen Gefühle zu zeigen, weder Freude, Ärger noch Trauer. Echte Anteilnahme hebt die Stimmung, beschwichtigender Zuspruch verstärkt aber die Symptomatik. Die Patienten ziehen sich zurück und verlieren das Interesse an gesellschaftlichen Kontakten. Oft kommen Angst und Schuldgefühle hinzu sowie das Gefühl der Wertlosigkeit.