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Fluch und Segen der DNA-Analyse

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Vor wenigen Jahren kaum vorstellbar, heute schon Realität: Mit Hilfe der DNA-Analyse lassen sich Rückschlüsse auf Ereignisse vor langer Zeit ziehen - sei es bei der Aufklärung von Verbrechen oder in der Geschichtsforschung.

Hamburg. DNA-Analysen werden inzwischen in den verschiedensten Bereichen der Gesellschaft angewandt. Am bekanntesten - auch durch einschlägige TV-Serien - dürfte die Nutzung von DNA-Analysen für die Aufklärung von Verbrechen sein. Kriminalisten untersuchen den Tatort, um DNA-Spuren des Täters zu entdecken. In diesem Zusammenhang ist oft die Rede vom "genetischen Fingerabdruck". Allerdings wird die DNA auch untersucht, um Vaterschaftsfrage zu klären. Einer entsprechenden Untersuchung "hinter dem Rücken" von Mutter und Kind hat das Bundesverfassungsgericht allerdings einen Riegel vorgeschoben. Wertvolle Hilfe beim Verständnis der Geschichte kann die DNA-Analyse bei der Untersuchung von Knochen oder anderen Proben leisten.

Im medizinischen Alltag helfen DNA-Analysen bei der Beantwortung von medizinisch-diagnostischer Fragen. So lassen sich die genetischen Grundlagen einer bereits bestehenden Krankheit aufklären, aber auch Prädispositionen für Krankheiten untersuchen. So führt der Internet-Enzyklopädie "Wikipedia" zufolge der Berufsverband deutscher Humangenetiker e. V. (BVDH) eine Liste genetisch bedingter Erkrankungen, die im deutschsprachigen Raum in entsprechenden Einrichtungen gegenwärtig mittels DNA-Analyse untersucht werden können. Im Mai des Jahres 2010 habe die Zahl diagnostizierbarer Krankheiten bei 917 gelegen. Weltweit sind etwas mehr als 3.000 monogenetische Erbkrankheiten molekular charakterisiert, wären somit theoretisch ebenfalls mittels DNA-Analyse untersuchbar.