Salafist in Hamburg

Empörung über Hamburger Hassprediger Vogel wegen Hotline

Innenpolitiker Bosbach ist empört über die Hotline, bei der Vogel den Jesiden einen Übertritt zum Islam anbietet. Der Salafist wohnt seit einigen Monaten in Hamburg.

Ein Aufruf des Salafistenpredigers Pierre Vogel an die von der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) verfolgten Jesiden, zum Islam überzutreten, sorgt für Empörung. Vogel, der als einflussreichster deutscher Islamisten-Prediger gilt, hatte am Mittwoch über Facebook für eine Hotline „für unsere lieben jesidischen Mitbürger“ geworben. „Unter dieser Nummer könnt ihr gerne anrufen und zum Islam übertreten, um vor der Hölle gerettet zu sein. Eine junge Frau hat den Islam bereits angenommen.“ Weiter heißt es dorf: „Traut euch!!!! Habt keine Angst vor euren Familien!!! Werdet noch heute Muslime!!!!! Werdet heute noch Anhänger der einzig wahren Religion!!!“

Die Jesiden im Nordirak haben derzeit unter dem Terror der islamistischen IS-Milizen in besonderer Weise zu leiden. Weltweit hat die Religionsgemeinschaft, der vorwiegend Kurden angehören, rund 800.000 Mitglieder. Sie ist monotheistisch und vereint Elemente aus Islam, Judentum und Christentum.

Bosbach: Verbot der Auftritte prüfen

Der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Wolfgang Bosbach (CDU), nannte die Aktion perfide und forderte, gegen Vogel vorzugehen. „Der Vorgang zeigt, wessen Geistes Kind Pierre Vogel ist“, sagte Bosbach dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Samstagsausgabe). Er räumte ein, dass die Aktion strafrechtlich nicht relevant sein dürfte, weil sie weder eine Drohung noch eine Nötigung sei. Es sollte aber erneut geprüft werden, ob öffentliche Kundgebungen mit Pierre Vogel verboten werden könnten.

Wegen umstrittener Äußerungen im sozialen Netzwerk Facebook fordert CDU-Politiker Wolfgang Bosbach außerdem ein härteres Vorgehen gegen den aus Frechen bei Köln stammenden Islamisten Pierre Vogel. „Man sollte erneut prüfen, ob öffentliche Kundgebungen mit Pierre Vogel nicht verboten werden können“, sagte der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Samstag). „Der Vorgang zeigt, wessen Geistes Kind Pierre Vogel ist.“

Bis zum Freitagmittag gingen auf den Aufruf Vogels fast 3.000 Kommentare ein; 265 Personen teilten den Inhalt. Der Prediger sprach von einem vollen Erfolg. „Das Telefon stand nicht mehr still und es kam zu vielen schönen Gesprächen, die teilweise eine Stunde dauerten.“

Der islamistische Prediger hat seinen Wohnsitz nach Hamburg verlegt und ist in Wilhelmsburg gemeldet. Kürzlich wurde bekannt, dass der Salafist mit seiner Frau und seinen vier Kindern in einer Wohnung der kommunalen Wohnungsgesellschaft Saga GWG wohnt. Dort hat er einen Vertrag mit einem Hauptmieter geschlossen, die Saga hat dem zugestimmt und die Untervermietung genehmigt.