Merkel macht keine neuen Zusagen für Nord-Ostsee-Kanal

Maritime Konferenz in Kiel beginnt. Ramsauer für zweite Bahntrasse nach Puttgarden

Kiel. Der Streit über die dringend notwendige Sanierung des Nord-Ostsee-Kanals hat am Montag den Beginn der zweitägigen Nationalen Maritimen Konferenz in Kiel überschattet. Auf Forderungen von Landespolitikern nach der Bereitstellung weiterer Mittel reagierte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nur ausweichend. Sie machte zum Auftakt der Veranstaltung keine weiteren Zusagen. Schleswig-Holsteins Landesregierung hatte rund 1,3 Milliarden Euro zusätzlich für den Ausbau des Kanals gefordert.

Zuvor hatten Kiels Oberbürgermeisterin Susanne Gaschke (SPD) und auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) die Haltung der Bundesregierung scharf kritisiert. "Wir brauchen keine ministeriellen Spatenstiche vor Landtagswahlen, sondern einen verlässlichen Zeitplan und die Bereitstellung weiterer Gelder", sagte Gaschke in Richtung des Verkehrsministers Peter Ramsauer (CSU).

Der hatte zuvor in einem am Montag erschienenen Zeitungsinterview versucht, ein anderes Thema in den Vordergrund zu spielen. Überraschend verkündete er, im Streit um die Bahnanbindung des geplanten Fehmarnbelttunnels die Ostseebäder zu unterstützen. Sie fordern den Bau von zwei Fernverkehrsgleisen entlang der A 1 und den Erhalt der Bäderbahn.