Piratenpartei

1250 Piraten schippern nach Offenbach zum Bundesparteitag

Zum Bundesparteitag sind rund 1250 Mitglieder der Piratenpartei gekommen, um über neue Schwerpunkte in der Netzpolitik zu diskutieren.

Offenbach. Die Piratenpartei will nach ihrem Wahlerfolg vom September auf dem Bundesparteitag in Offenbach zwei Tage lang über neue Schwerpunkte in ihrer Netzpolitik diskutieren. Rund 1.250 Mitglieder kamen dazu am Sonnabend in Offenbach zusammen. Der Bundesvorsitzende Sebastian Nerz sagte zum Auftakt der Veranstaltung: "Hinter uns liegt eine ereignisreiche Zeit, aber auch eine harte – und es liegt eine noch viel schwierigere vor uns.“Der Beginn des Piratenparteitags hatte sich um eine Stunde verzögert, da der Andrang so groß war.

"Wir sind in der Realpolitik angekommen“, sagte Nerz und warnte die Partei vor einer Spaltung: "Die ersten Erfolge sind die Zeit der ersten Fehler – und diese Fehler können eine Partei spalten.“ Er forderte die Mitglieder auf, einen neuen Stil zu pflegen und Streit nicht über den Kurznachrichtendienst Twitter auszutragen. „Schimpfwörter in 140 Zeichen sind keine Transparenz. Über Twitter oder Facebook kann man einen Streit nicht beilegen, man kann ihn nur eskalieren“, sagte Nerz.

Es wird erwartet, dass die Forderung nach einem bedingungslosen Grundeinkommen zu einem weiteren Kernthema der Partei wird. Daneben soll die Euro-Krise auf dem Parteitag eine Rolle spielen.

Seit der Berlin-Wahl hat die Partei die Zahl ihrer Mitglieder um die Hälfte auf fast 19.000 gesteigert. Jedes Mitglied ist berechtigt, an dem Parteitag teilzunehmen. Die Piraten lehnen Delegiertensysteme bislang ab.

Von Friedhelm Greis