Finanzminister im Krankenhaus

Wolfgang Schäuble muss für vier Wochen in die Klinik

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Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble wird vier Wochen lang stationär im Krankenhaus behandelt. Es gibt Probleme mit der Wundheilung.

Berlin. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble muss wieder ins Krankenhaus . Nach Angaben des Finanzministeriurms wird er wegen Entzündungen behandelt. Schäuble werde sich für vier Wochen stationär ins Krankenhaus begeben, erklärte sein Sprecher Michael Offer. Der Grund seien Dekubitutsprobleme (Wundstellen) des querschnittsgelähmten Ministers. Schäuble war bereits im Frühjahr mehrere Wochen lang im Krankenhaus behandelt worden . Nach dem Austausch eines Implantates verheilte die Wunde schlecht. Sprecher Offer erklärte, die Erfahrungen damals hätten haben gezeigt, dass er die Amtsgeschäfte auch von der Klinik aus führen könne .

Schäuble hatte am Dienstag noch an der Kabinettssitzung und einer Pressekonferenz zum Energiekonzept teilgenommen. Bei diesem Auftritt wirkte er angeschlagen. Nach der Sommerpause hatte Schäuble seine Haushalts- und Sparpläne in den Bundestag eingebracht und viele Termine wahrgenommen. Der Minister werde sich nun mehr schonen müssen, hieß es.

Schäuble verabschiedete sich am Nachmittag in der Unionsfraktion. Die bereits im Frühjahr nach einer Operation entstandenen Probleme mit der Wundheilung seien nicht vollständig überwunden, sagte er nach Teilnehmerangaben in der Fraktionssitzung. Nach Rücksprache mit seinen Ärzten wolle er sich nun in die „Horizontale“ begeben. Schäuble bat die Abgeordneten, ihn dabei wohlwollen zu begleiten. Darauf erhielt er langanhaltenden Beifall. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mahnte aber die Abgeordneten, den Minister zu schonen. Fraktionschef Volker Kauder wünschte Schäuble alles Gute für die Heilung.

Der erfahrene Jurist ist eine der Schlüsselfiguren im schwarz- gelben Kabinett. Zweimal war er Innenminister – unter dem damaligen Kanzler Helmut Kohl (CDU) und dann vier Jahre in der ersten Regierung Merkel. Zwischen 1991 und 2000 führte er die Unionsfraktion. Er galt in Kohls Zeiten als Architekt des Einigungsvertrages und als Kronprinz. In der CDU-Spendenaffäre musste er als Parteichef zurücktreten.

Am 12. Oktober 1990 schoss ein geistig verwirrter Mann im badischen Oppenau auf Schäuble, der schwer verletzt wurde. Mit eiserner Disziplin nahm er nur wenige Monate nach dem Attentat seine Amtsgeschäfte wieder auf.