Drittes Baby tot - Minister will strengere Regeln für Klinik-Hygiene

Hamburg. In der Mainzer Uniklinik ist in der Nacht zum Dienstag ein drittes Baby gestorben. Es hatte wie die beiden zuvor gestorbenen Säuglinge eine mit Darmbakterien verseuchte Infusion erhalten. Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) verlangte "zusätzliche Regelungen für eine bessere Hygiene" in deutschen Kliniken. Zuständig dafür seien die Bundesländer. Mit ihnen müsse eine Lösung gefunden werden. "Auf der nächsten Gesundheitsministerkonferenz ist dazu eine gute Gelegenheit." Auch die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene fordert bundesweit einheitliche Reinlichkeits-Standards. Jedes Jahr erkranken in deutschen Kliniken bis zu einer Million Patienten an Infektionen; wie viele davon sterben, ist unklar. Nach Schätzungen könnten es zwischen 20 000 und 40 000 sein. Andere Experten gehen von 40 000 in Europa aus. Die häufigsten Klinik-Keime sind Staphylokokken, das Darmbakterium Escherichia Coli und Enterokokken.