CDU-Vorsitz in Nordrhein-Westfalen

Merkels Reservekanzler Röttgen muss in Kampfabstimmung

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Der Umweltminister stellt sich dem Duell mit NRW-Hoffnung Armin Laschet. In den Machtkampf ist auch Kanzlerin Angela Merkel eingebunden.

Düsseldorf/Berlin. Es ist ein Machtkampf der besonderen Art. Dabei geht es nur um eine Wahl zum Landesvorsitzenden der CDU in Nordrhein-Westfalen. Doch die Union an Rhein und Ruhr hat nicht nur zwischen dem umtriebigen Bundesumweltminister Norbert Röttgen (45) und dem bisherigen NRW-Integrationsminister Armin Laschet (49) zu entscheiden. Es geht auch darum, wer von NRW aus mit dem starken Landesverband im Rücken in Berlin noch stärker mitmischt als bisher. Und die Strippenzieher lauern auch im Dunstkreis von Angela Merkel. So etwa Roland Pofalla – enger Merkel-Vertrauter und Kanzleramtsminister mit Heimat in NRW. Ihn und Röttgen verbindet eine schwierige Parteibekanntschaft.

Röttgen, den viele als Reservekanzler von Angela Merkel sehen, will nun gegen Laschet für den CDU-Vorsitz in Nordrhein-Westfalen kandidieren. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtete, informierte Röttgen telefonisch sowohl den bisherigen Landesvorsitzenden Jürgen Rüttgers als auch seinen Kontrahenten Armin Laschet. Nun plane die Partei, mehrere Regionalkonferenzen abzuhalten, bei denen sowohl Röttgen als auch Laschet auftreten sollten. Nach diesen Konferenzen könnten die 160.000 Mitglieder der CDU in Nordrhein-Westfalen entscheiden, wer ihre Partei künftig führen solle.

Röttgen grätscht damit aus Berlin in die eigentlich abgemachte neue Machtverteilung in NRW hinein. Nach dem Rücktritt des abgewählten Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers hatte Ex-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann den Fraktionsvorsitz übernommen und sich mit Laschet arrangiert. Laschet will im Falle seiner Wahl auch CDU-Bundesvize werden. „Das Amt des stellvertretenden Bundesvorsitzenden war immer eine kraftvolle Rückendeckung für den NRW-Landesvorsitzenden“, sagte Laschet dem „Spiegel“.