Überfall auf Bundeswehr

Norddeutsche Marinesoldaten auf Zypern verprügelt

Einheimische Türsteher und Gewaltbereite gingen mit Eisenstangen auf die 15 Frauen und Männer los. Ernsthafte Verletzungen gab es nicht.

Rostock/Hamburg. Marinesoldaten aus Warnemünde sind bei einem Barbesuch auf Zypern überfallen und verletzt worden. Die 15 Frauen und Männer in zivil hätten das Lokal in Limassol bereits verlassen, als sie auf der Straße mit Eisenstangen und Knüppeln niedergeschlagen wurden, bestätigte Fregattenkapitän Roland Vogler-Wander vom Einsatzführungskommandos der Bundeswehr in Potsdam verschiedene Berichte. Der Vorfall habe sich bereits Ende August ereignet. Einige der Opfer hätten Schnittwunden und Prellungen erlitten, ernsthaft verletzt worden sei aber niemand.

Die Marinesoldaten gehören zur Crew des Warnemünder Schnellbootes „Hermelin“, das im Uno-Einsatz im Hafen von Limassol auf Zypern stationiert ist. Im Auftrag der Vereinten Nationen soll es dabei helfen, im Seegebiet den Waffenschmuggel in den Libanon zu unterbinden. Die im Juli eingewechselte Besatzung werde wie geplant den Einsatz bis Ende November fortsetzen, sagte Vogler-Wander. Dann sollen die „Hermelin“ und das zweite Schnellboot aus Rostock-Warnemünde, die „Dachs“, von Minensuchern aus Kiel abgelöst werden.

Allen Betroffenen gehe es wieder gut, betonte der Bundeswehrsprecher. Bei der Marine, die seit 2006 auf Zypern stationiert sei, habe es solch einen Vorfall noch nicht gegeben. Die zypriotischen Behörden ermittelten noch wegen Körperverletzung. Laut Medienberichten wurden aus der Gruppe der 20 bis 30 angreifenden Personen vier Türsteher zwischen 22 und 38 Jahren vorübergehend festgenommen.