Nach Anti-Neonazi-Demo in Dresden

Rechte greifen DGB-Reisegruppe an

Nachdem sie an der Demonstration gegen einen Neonazi-Aufmarsch in Dresden teilnahmen, wurden zwei Reisebusse aus Hessen und Nordrhein-Westfalen von Anhängern der rechten Szene überfallen. Zu den Reisegruppen gehörten Vertreter des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), der Linkspartei und Friedensaktivisten.

Stadtroda/Jena. Auf dem Rastplatz Teufelstal an der Autobahn 4 wurde die Reisegruppe überfallen. Fünf Mitglieder wurden verletzt, zwei von ihnen mussten sogar im Krankenhaus behandelt werden. Die 40 Mitglieder des DGB Hessen und der Linkspartei waren auf der Rückfahrt von Dresden. Sie machten nach Angaben der Polizei gegen 19.25 Uhr eine Pause, als Teilnehmer einer 41-köpfigen Gruppe einschlägig bekannter Neonazis aus Deutschland und Schweden, die ebenfalls auf Rückfahrt von Dresden war, den Rastplatz ansteuerte.

Zunächst beschimpften die Rechten die DGB-Reisegruppe, dann griffen sie sie mit körperlicher Gewalt an, so ein Polizeisprecher. Der Bus der Angreifer verließ gerade den Bus, als die Polizei auf der Raststätte eintraf. Schnell wurde der Bus angehalten. Die Beamten nahmen die Personalien von 40 Rechtsextremen auf. Der Staatsschutz übernahm die Ermittlungen und Strafverfolgung.

Die hessische Linkspartei verurteilte den Angriff scharf. "Die immer häufiger und brutaler werdenden Gewalttaten von Neonazis erschrecken mich. Alle Verantwortlichen fordere ich auf, endlich wirksam gegen die Neonazi-Szene vorzugehen", erklärte der hessische Linkspartei-Chef Ulrich Wilken in einer Mitteilung. "Wer der zunehmenden rechten Gewalt tatenlos zusieht, macht sich indirekt mitverantwortlich."