Verhandlung

Skandalband Pussy Riot steht wieder vor Gericht

Nach der Kritik der Band an Präsident Wladimir Putin hat heute Morgen in Moskau der Prozess gegen Skandalband Pussy Riot wieder begonnen.

Moskau. Es sind drei zierliche junge Frauen, die heute Morgen in Moskau vor Gericht stehen, aber der russische Staatsapparat bietet ein Großaufgebot seiner Polizei auf: Der Prozess gegen drei kremlkritische Musikerinnen wegen eines spektakulären Protestgebets gegen Präsident Wladimir Putin hat begonnen. .Die drei wegen Rowdytums angeklagten Frauen beantragten zum Auftakt am Montag mehr Zeit, um sich mit den 3000 Seiten Ermittlungsakten vertraut zu machen.

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Unterstützer riefen vor dem Gericht am Montag „Freiheit für Pussy Riot“. Die Punkband hatte im Februar in der Erlöserkathedrale in Moskau dafür gebetet, dass Russland von Putin erlöst werden möge. Die drei Frauen im Alter zwischen 22 und 29 Jahren sind wegen Rowdytums angeklagt. Ihnen drohen sieben Jahre Straflager.

Die Musikerinnen hatten im Februar in der Erlöserkathedrale in Moskau dafür gebetet, dass Russland von Putin erlöst werden möge. Dabei habe es sich um einen Protest gegen die zunehmend autoritären Tendenzen im Land gehandelt, hieß es in einer vor Gericht verlesenen Erklärung der seit fast fünf Monaten inhaftierten Frauen. Pussy Riot sei eine politische Band, die ihr Recht auf freie Meinungsäußerung nutze. Es sei nicht Ziel gewesen, religiöse Gefühle zu verletzten, las Verteidigerin Violetta Wolkowa vor.

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Menschenrechtler kritisieren das Verfahren als politischen „Schauprozess“ zur Einschüchterung der Opposition. Die Frauen sitzen seit etwa fünf Monaten in Untersuchungshaft. Die drei Angeklaten im Alter zwischen 22 und 29 Jahren saßen im Verhandlungssaal des Chamowniki-Gerichts in einem Kasten aus Plexiglas. Die Verhandlung wurde live im Internet übertragen.

( dpa, abendblatt.de )

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