Nawaf al-Fares

Syrischer Botschafter sagt sich von Assad-Regime los

Der syrische Botschafter Nawaf al-Fares wäre somit einer der ranghöchsten Überläufer in dem seit 16 Monaten andauernden Konflikt.

Istanbul. Der syrische Botschafter im Irak hat sich nach Angaben eines Oppositionellen abgesetzt und befindet sich auf dem Weg in die Türkei. Sollte sich der Bericht bestätigen, würde es sich bei Nawaf al-Fares um einen der ranghöchsten Überläufer in dem seit 16 Monaten andauernden Konflikt handeln. Es sei "sicher, dass Fares übergelaufen ist“, sagte Chaled Chodscha, ein Mitglied des Syrischen Nationalrats. Er selbst habe die Information von seinen eigenen Informanten aus Syrien erhalten, sagte Chodscha.

Annan fordert bei Ausbleiben von Waffenruhe in Syrien "Konsequenzen“

Der UN-Sicherheitsrat soll auf Wunsch des internationalen Sondergesandten Kofi Annan beiden Konfliktparteien in Syrien mit "Konsequenzen“ drohen, sollten sie Forderungen nach einer Waffenruhe nicht nachkommen. Annan habe den Weltsicherheitsrat am Mittwoch aufgefordert, eine entsprechende Botschaft an Regierung und Opposition in Syrien zu senden, sagte ein UN-Diplomat. Der Sicherheitsrat sollte auf der Umsetzung seiner Resolutionen bestehen, in denen auch Annans Sechs-Punkte-Plan mit deutlichen Worten unterstützt wurde. Der Friedensplan sieht einen sofortigen Waffenstillstand und einen Abzug schwerer Waffen aus Wohngebieten in Syrien vor.

+++ Syrischer Nationalrat und Russland uneins +++

+++ Russland schlägt Syrien-Dialog in Moskau vor +++

Annan sollte den UN-Sicherheitsrat am Mittwoch unter Ausschluss von Medienvertretern per Videokonferenz über sein jüngstes Treffen mit dem syrischen Präsidenten Baschar Assad und seine Besuche im Iran und Irak unterrichten. Assad hat nach Aussage Annans die Möglichkeit einer syrischen Übergangsregierung diskutiert und dabei einen möglichen Verhandlungspartner benannt. Die internationale Gemeinschaft hatte sich vergangene Woche bei einer Konferenz in Genf dafür ausgesprochen, sich für die Einsetzung einer entsprechenden Regierung starkzumachen.

Während seiner Gespräche mit Assad habe dieser den Namen einer Person genannt, die dem Regime als Gesprächspartners dienen könnte, während diese die Möglichkeiten für die Bildung einer Übergangsregierung mit der Opposition auslote, sagte Annan am Mittwoch in Genf. Den Namen der Person nannte der Sondergesandte nicht.

Syrische Opposition beißt in Russland auf Granit

Die syrische Opposition und Russland sind sich unterdessen weiter völlig uneins über die zukünftige Rolle von Staatschef Baschar al-Assad. Nach Gesprächen mit der Regierung in Moskau machte der Chef des syrischen Nationalrates, Abdelbasset Sida, deutlich, eine Übergangsperiode könne nur mit dem Rückzug Assads beginnen. Russland weist solche Forderungen als inakzeptabel zurück. Assad-Gegner zeigten am Mittwoch kein Verständnis für die Haltung des Russlands, das neben dem Iran und China der wichtigste Verbündete der international weitgehend isolierten Führung in Damaskus ist. "Wie können die Russen weiter Waffen liefern? Warum stimmen sie weiter gegen die UN-Resolutionen?“, fragte Burhan Ghaliun, der frühere Chef des Nationalrates. (dpa/dapd/rtr)