Der britische Ex-Premier Gordon Brown hat schwere Vorwürfe erhoben. Die Murdoch-Zeitungen hätten in ihren Redaktionen Kriminelle beschäftigt.

London. Der Skandal um die Zeitungen der Murdoch-Gruppe weitet sich aus: Der ehemalige britische Premierminister Gordon Brown hat am Dienstag erneut schwere Vorwürfe gegen die Zeitungen des Medienunternehmers Rupert Murdoch erhoben. Um vertrauliche Information zu gewinnen, hätten die Redaktionen Kriminelle beschäftigt.

„Sie haben mit Kriminellen zusammen gearbeitet. Bekannten Kriminelle. Kriminellen mit Vorstrafen“, sagte Brown der BBC. In seiner Zeit als Premierminister habe sich die Zeitung „The Sunday Times“ aus Murdochs Medienunternehmen News International Group offenbar Information über sein Bankkonto, rechtlich relevante Unterlagen und möglicherweise weitere Dokumente verschafft. „Ich bin schockiert. Ich bin wirklich schockiert, dass ich feststellen muss, dass das passiert ist, weil Privatdetektive der ’Sunday Times’ bekannte Kriminelle angeworben haben“, sagte Brown.

Wegen des Abhörskandals bei der eingestellten Boulevardzeitung „News of the World“ – ebenfalls ein Blatt aus Murdochs Mediengruppe - müssen am (heutigen) Dienstag führende Beamte der Londoner Polizei vor einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss aussagen. Bei der Anhörung soll geklärt werden, warum nach dem Bekanntwerden der Fälle 2009 keine Ermittlungen gegen das Blatt eingeleitet wurden.

Die oppositionelle Labour-Partei forderte bereits vor der Anhörung den Rücktritt des stellvertretenden Leiters der städtischen Polizei, John Yates. Zuvor hatte Yates erklärt, sich auf Empfehlung von Kollegen gegen eine Ermittlung gegen „News of the World“ entschieden zu haben. (dapd/abendblatt.de)