Terrorismus

Sicherheitsbehörden warnen vor Anschlägen in Europa

Foto: Michael Arning

Möglicherweise befindet sich bereits ein Terrorteam in Europa. Massaker mit Schusswaffen in den Großstädten werden befürchtet.

Hamburg/Washington. Die Sicherheitsbehörden in Europa fahnden nach einem Team von Terroristen , das möglicherweise bereits auf dem Kontinent ist und ein Massaker mit Schusswaffen in einer europäischen Stadt plant. Wie das "Wall Street Journal" unter Berufung auf Geheimdienstquellen berichtete, konzentrieren sich die Ermittlungen auf einen Nordafrikaner, der nur unter dem Namen "Mauretani" bekannt sei. Den Geheimdiensterkenntnissen nach hat ein Terrorteam die pakistanischen Stammesgebiete möglicherweise bereits verlassen und sei über den Iran und die Türkei nach Europa geschmuggelt worden. Wie ein Experte sagte, sei das öffentliche Transportwesen - also Eisenbahnen, U-Bahnen, Busse - ein mögliches Ziel.

Demnach ermitteln amerikanische und europäische Terrorfahnder bereits seit August in diesem Fall. Die Sicherheitsbehörden beiderseits des Atlantiks hätten ihre Ergebnisse zusammengelegt. Eine Hauptquelle war - wie berichtet - der Hamburger afghanischer Abstammung, Ahmad S., der mit neun weiteren Hamburger Islamisten im Frühjahr an einer Terrorausbildung in Afghanistan und Pakistan teilgenommen hatte und bei seiner Rückkehr im Juli von US-Beamten festgenommen worden war. S. hatte bei Verhören im berüchtigten US-Militärgefängnis Bagram in Afghanistan enthüllt, dass al-Qaida in den Stammesgebieten zeitgleiche Terrorangriffe auf mehrere europäische Staaten planten. Die Rede ist von Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Belgien und Italien. Vorbild war möglicherweise der verheerende Terrorüberfall eines aus Pakistan stammenden Teams militanter Islamisten im indischen Mumbai 2008. Damals starben 173 Menschen, mehr als 300 wurden verletzt. US-Spezialisten sagten dazu, die Terroristen würden vermutlich nicht Bomben, sondern eher Schusswaffen etwa auf belebten Bahnhöfen einsetzen, um möglichst viele Menschen zu töten. US-Beamte enthüllten gegenüber dem Sender CNN, was auch Ahmad S. ausgesagt hatte: Dass Al-Qaida-Führer Osama Bin Laden diese Pläne persönlich abgesegnet habe. "Die Bedrohung ist noch immer vorhanden", sagte ein Beamter.

Nach Erkenntnissen westlicher Dienste könnten "mindestens ein Dutzend" Terroristen an den geplanten Anschlägen beteiligt sein. Die Experten gehen davon aus, dass außer Europäern auch Nordafrikaner, Pakistaner, Türken, Usbeken und Tadschiken zu den Terror-Teams gehören.

Mit verstärkten Angriffen auf Trainingslager und Terrorführer in den pakistanischen Stammesgebieten in Nordwaziristan versuchen die US-Truppen derzeit, den Plan zu vereiteln.

Eine zweite Quelle für die westlichen Dienste bestand in der abgehörten Kommunikation von al-Qaida in Pakistan. Ein europäischer Sicherheitsbeamter sagte dem "Wall Street Journal": "Dies ist eine laufende Operation. Wir werden dazu nichts sagen. Es wäre besser gewesen, wenn dies alles gar nicht publik geworden wäre."