Vereitelter Anschlag über Detroit

Obama bestellt Chefs der Geheimdienste ein

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US-Präsident Barack Obama will mit den Spitzenbeamten über Lehren aus dem gescheiterten Anschlag von Detroit beraten.

Washington. US-Präsident Barack Obama will am kommenden Dienstag mit den Chefs der amerikanischen Geheimdienste über Lehren aus dem versuchten Anschlag auf ein Passagierflugzeug beraten. Auf der Konferenz in Washington werde er mit den Leitern der verantwortlichen US-Behörden verstärkte Sicherheitsmaßnahmen, einen verbesserten Austausch von Geheimdienst-Informationen und neue Anti-Terror-Maßnahmen diskutieren, teilte Obama mit.

Der Präsident hatte im Laufe des Silvestertages erste Resultate aus Detroit erhalten. In dem vorläufigen Bericht dürfte erklärt werden, welche Sicherheitslücken es einem 23-jährigen Nigerianer mit Kontakten zu militanten Islamisten ermöglicht hatten, mit Sprengstoff an Bord eines Transatlantikflugs zu gehen. Auch der Informationsaustausch zwischen den 16 US-Geheimdiensten wird wohl angesprochen.

Obama hatte bereits mit seinem Spitzenberater für Anti-Terror-Fragen, John Brennan, sowie Heimatschutzministerin Janet Napolitano gesprochen. Die Ministerin will nun Beamte ihres Hauses auf alle Kontinente zu entsenden, damit sie Sicherheitssysteme und - technologie dort in Augenschein nehmen. Ziel sei, die Sicherheit von Flügen mit Ziel USA zu gewährleisten, teilte sie mit. Obama hatte „katastrophale“ Sicherheitspannen eingeräumt und die Versäumnisse als „vollkommen inakzeptabel“ bezeichnet.

Am Freitag lobte Obama in einem Brief den „Mut und die Ehre“ der kürzlich gestorbenen CIA-Agenten. Der US-Geheimdienst CIA hatte am Mittwoch in Afghanistan einen der schwersten Verluste seiner Geschichte erlitten: Sieben Agenten kamen ums Leben, als sich ein Selbstmordattentäter auf einem Stützpunkt im Osten des Landes in die Luft sprengte. Der Afghane sei nach einem US-Medienbericht als Informant eingeladen worden. Die radikal-islamischen Taliban bekannten sich zu der Attacke vom Mittwoch. Sechs weitere Mitarbeiter des US-Auslandsgeheimdienstes seien bei dem Attentat in der Provinz Chost verletzt worden

Die CIA sei so stark wie nie herausgefordert worden, schrieb der US-Präsident weiter und lobte die Geheimdienstler für ihren Einsatz: „Eure Triumphe und Eure Namen sind den amerikanischen Mitbürgern wohl unbekannt, aber Eure Leistung wird zutiefst geschätzt.“ Die US-Regierung baut bei dem Militäreinsatz in Afghanistan zunehmend auf die Aufklärungsarbeit der CIA. Der Geheimdienst leitete in der Vergangenheit zudem auch Drohnenangriffe gegen mutmaßliche Taliban-Verstecke im benachbarten Pakistan.

Bei einem zweiten Anschlag im Süden des Landes starben vier kanadische Soldaten und eine Journalistin. Das kanadische Militärfahrzeug wurde nach Armeeangaben in der südlichen Stadt Kandahar von einem am Straßenrand versteckten Sprengsatz getroffen. Nach Angaben der kanadischen Armee ereignete sich die Attacke bereits am Dienstag bei einer Streifenfahrt. Auch zu dem Anschlag auf die Kanadier bekannten sich die Taliban.