Annan mahnt USA zu rascher humanitärer Hilfe für Irak

Die Amerikaner sollen vor allem die Sicherheit von UN-Mitarbeitern im Irak garantieren

New York. UN-Generalsekretär Kofi Annan hat die Vereinigten Staaten zur Bereitstellung rascher humanitärer Hilfe für Irak aufgerufen. Dazu sei eine Kriegspartei rechtlich verpflichtet, betonte Annan am Dienstagabend bei einem Gespräch mit der amerikanischen Nationalen Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice in New York. Sobald die Alliierten gewisse Landstriche Iraks unter ihrer Kontrolle hätten, müsse dort umgehend die Versorgung der vom Krieg schwer betroffenen Bevölkerung sichergestellt werden. Die Vereinten Nationen seien auf schnelle humanitäre Hilfeleistungen eingestellt, sagte Annan bei dem Treffen mit Rice, wie UN-Sprecher Fred Eckhard mitteilte. Sie könnten jedoch erst dann vor Ort aktiv werden, wenn die Sicherheit der UN-Mitarbeiter garantiert sei. Bis dahin müssten die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten im Golfkrieg selbst für die Verteilung von Hilfsgütern sorgen. Diese Verantwortung ergebe sich aus einschlägigen Vorgaben des Völkerrechts. Russland und andere Sicherheitsratsmitglieder hatten zuvor ebenfalls darauf hingewiesen, dass die Genfer Konvention den Kriegsparteien eben diese Verantwortung auferlege. Der Weltsicherheitsrat in New York hat für Mittwochabend eine erste offene Debatte zum Irak-Krieg anberaumt. Sie soll allen 191 Mitgliedern der Vereinten Nationen die Gelegenheit bieten, ihre Position zu dem amerikanisch-britischen Militärschlag darzulegen. Noch vor Beginn der Debatte soll ein humanitäres Hilfsprogramm für den Irak beschlossen werden. Ein Expertenteam des Rates arbeitet seit dem Wochenende unter deutscher Führung an einem Resolutionsentwurf, der UN-Generalsekretär Kofi Annan mit der Organisation des Programms betrauen soll. Annan würde auf die Vorräte aus dem "Öl-für-Nahrungsmittel"-Programm zurückgreifen.