Umfrage

Klimawandel: Deutsche finden, die Regierung tut zu wenig

Klimakonferenz in Bonn: Die Welt diskutiert, doch wie trägt jeder Einzelne von uns zum Klimawandel bei? Die harten Fakten in Zahlen.

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63 Prozent der Deutschen sagen einer Umfrage zufolge, die Regierung tue zu wenig gegen den Klimawandel. Vor allem Frauen sind kritisch.

Berlin.  Die überwiegende Mehrheit der Bürger ist mit der Klimaschutzpolitik der Bundesregierung unzufrieden. In einer unserer Redaktion vorliegenden repräsentativen Befragung des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag des Bundesverbands der Solarwirtschaft sagen 63 Prozent der Deutschen, die Regierung aus Union und SPD mache zu wenig, um die Erhitzung der Erde zu bremsen.

Vor allem Frauen stellen der Bundesregierung ein schlechtes Zeugnis aus: Nur 16 Prozent der Bürgerinnen halten die Bemühungen der großen Koalition für ausreichend.

Solaranlagen sollen besser gefördert werden

Der Lobbyverband ließ die Deutschen auch nach ihrer Einstellung zur Solarkraft befragen. Drei von vier Bürgern (76 Prozent) unterstützen die Forderung, dass die Solarförderung so gestaltet werden sollte, dass Photovoltaikanlagen auf größeren Dächern, zum Beispiel von Mehrfamilienhäusern oder Gewerbe- und Industriegebäuden, leichter errichtet werden können.

„Die Erwartungen der Menschen an die Politik sind klar: mehr Klimaschutz und mehr Solarenergie“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft, Carsten Körnig, unserer Redaktion.

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Solarbranche kritisiert geplante Förderkürzungen

Die Solarbranche ist alarmiert, weil die Bundesregierung über das geplante Energiesammelgesetz die Förderung für größere Solardächer zum Jahreswechsel erheblich kürzen will. Die Fördersätze für neue Solar-Dachanlagen mit einer Kapazität von 40 bis 750 Kilowatt sollen ab 1. Januar 2019 um 20 Prozent auf 8,33 Cent pro Kilowattstunde gesenkt werden.

Dies würde vor allem größere Mieterstrom- und Gewerbeprojekte betreffen. Private Solar-Anlagen auf Hausdächern sind meist kleiner und wären von den Einschnitten nicht berührt.

Körnig: „Gift für den Klimaschutz“

„Union und SPD sollten eine Politik machen, die den Ausbau der Photovoltaik ermöglicht – nicht behindert“, sagte Körnig. Neue Solaranlagen hätten ein gutes Preis-Leistungsverhältnis und belasteten den Strompreis nicht mehr durch höhere Fördersätze.

Auch sinke die EEG-Vergütung, die alle Verbraucher über den Strompreis mitbezahlen, schneller, wenn viele neue Solardächer gebaut würden. Dadurch würde die Subventionierung von Solarstrom automatisch von allein auslaufen. „Zusätzliche Einschnitte gehen hingegen an der Marktrealität vorbei und sind Gift für den Klimaschutz“, meinte Körnig. (FMG)