Umweltminister Norbert Röttgen

Alte Atomkraftwerke werden für Stromversorgung nicht gebraucht

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Deutschland produziert genügend eigenen Strom. Umweltminister Norbert Röttgen will alte Häuser mit günstigen KfW-Krediten sanieren.

Düsseldorf. Der schnellere Atom-Ausstieg kann kommen: Die vorläufig abgeschalteten älteren Atomkraftwerke in Deutschland werden nach Angaben von Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) für die Stromversorgung nicht benötigt. „Deutschland produziert auch nach der vorläufigen Abschaltung der sieben Kernkraftwerke genügend Strom, um sich selber versorgen zu können“, sagte Röttgen der „Rheinischen Post“. „Die Leistung, die wir sicher anbieten können, ist auch ohne die sieben Meiler immer höher als der Strombedarf, den wir zu Spitzenzeiten abdecken müssen.“ Ob die vom Netz genommenen Kernkraftwerke nach dem Ende des Moratoriums der Bundesregierung Mitte Juni alle abgeschaltet bleiben, ließ Röttgen offen. Auch zur Laufzeit der übrigen AKW, die von der schwarz-gelben Bundesregierung verlängert worden war, wollte er sich nicht äußern. Diese Frage müsse im Hinblick auf das „Restrisiko“ der Atomkraft und den Ausbau einer alternativen Energieversorgung erörtert werden.

Alle Parteien befürworten inzwischen einen schnelleren Atomausstieg. Die Kosten für die angestrebte Energiewende sieht der Minister nicht als Problem. Zwar fehlten künftig Steuereinnahmen aus dem Betrieb von Atomkraftwerken. Die Investitionen in alternative Energieformen rentierten sich aber langfristig. „Es geht nicht nur um den Ausstieg aus einer Technologie, die wir nicht mehr wollen, sondern um den Einstieg in Technologien, die enormes Wachstum, weltweite Marktführerschaft und zukunftsfähige Arbeitsplätze versprechen“, betonte Röttgen.

Bei der Energieeinsparung setzt er vor allem auf die Sanierung von Gebäuden. In diesem Bereich würden 40 Prozent der Energie in Deutschland verbraucht. „Wir sollten die Förderung deutlich aufstocken“, sagte der CDU-Politiker und verwies auf zinsgünstige Kredite der Förderbank KfW. In diesem Jahr stehen im Bundeshaushalt 460 Millionen Euro für die Förderung der Sanierungskredite zur Verfügung.

Eine neue Zahl nannte Röttgen nicht. Er könne sich aber vorstellen, dass die Kosten der privaten Hauseigentümer für die Gebäudesanierung künftig steuerlich absetzbar werden: „Ein Steuernachlass ist die beste Motivationskraft für Hauseigentümer.“