Bei einem Selbstmordanschalg in Pakistan sind mindestens 42 Menschen ums Leben gekommen. Eine Frau in einer Burka soll sich in die Luft gesprengt haben. Zuvor soll sie Handgranaten in eine Menschenmenge geworfen haben.

Islamabad. Eine Frau in Burka soll sich bei einem Selbstmordanschlag in Pakistan in die Luftgesprengt haben. Bei der Explosion sollen 42 Menschen ums Leben gekommen sein, 70 weitere sollen zum Teil schwer verletzt worden sein, wie ein Regierungsbeamter mitteilte. Eine mit Sprengstoff und Handgranaten bewaffnete Frau hat in einem Ganzkörperschleier ein Blutbad angerichtet. Bei dem Selbstmordattentat in einem Zentrum für internationale Nahrungsmittelhilfe in der Stadt Khar im Distrikt Bajaur starben mindestens 42 Menschen.

Nach Angaben von Augenzeugen, habe die junge Attentäterin zunächst Handgranaten in die Menge geworfen, als sie am Tor von Sicherheitskräften gestoppt wurde. Kurze Zeit später habe sie sich dann in die Luft gesprengt. Ein Augenzeuge berichtete: "Körperteile, Hände und Füße lagen nahe dem Tor verstreut."

Rund 300 Menschen befanden sich Angaben eines Regierungsbeamtens zufolge zur Zeit des Anschlags am Sonnabend auf dem Gelände. Flüchtlinge werden in dem Zentrum im unruhigen pakistanischen Stammesgebiet an der Grenze zu Afghanistan mit Nahrungsmittelhilfen der Vereinten Nationen versorgt. Wegen der Kämpfe zwischen Regierungssoldaten und den radikal-islamischen Taliban sind Tausende Menschen auf der Flucht und auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen.

Ein Arzt der Intensivstation des Krankenhauses in Khar sagte: "Sieben bis acht Menschen schweben noch in Lebensgefahr.“ In Khar werden die Opfer behandelt. Dass eine Frau das Blutbad anrichtete, davon geht auch der Regierungsbeamte aus.Die Frau wurde von einem Augenzeugen auf Anfang 20 geschätzt. Selbstmordanschläge durch Frauen sind eher selten. In der jüngeren Geschichte Pakistans gab es vor dem jüngsten Anschlag zwei Attentate dieser Art.

Zunächst war aber noch unklar, wer hinter dem Anschlag steckt. Die Regierung in dem Gebiet bekämpft Taliban-Kämpfer und Mitglieder des Terrornetzwerkes Al-Kaida. Bajaur war früher ein Hauptdurchgangsgebiet für Aufständische, die jenseits der Grenze in Afghanistan Anschläge verübten. Aus der Gegend konnten kurz vor einem massiven US- Drohnenangriff in Bajaur im Jahr 2006 der Vize von Al-Kaida- Chef Osama bin Laden, der Ägypter Eiman al-Sawahiri, aus der Gegend fliehen, wie es heißt.

Das pakistanische Militär hatte im vergangenen Jahr verkündet, die Militanten aus der Region vertrieben zu haben. Allerdings sollen sich weiterhin Aufständische in den Bergen verstecken und Soldaten und Zivilisten in Bajaur und im benachbarten Distrikt Mohmand angreifen.

Erst in der Nacht zum Freitag waren bei einer Kommandoaktion der Taliban im pakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan 11 Soldaten und 24 Extremisten getötet worden. Rund 150 Aufständische hatten in einer koordinierten Aktion fünf Checkpoints im Stammesgebiet Mohmand angegriffen. Erst nach stundenlangen Gefechten gelang es, die Taliban zurückzudrängen. Sie seien schließlich geflohen und hätten ihre Toten zurückgelassen. (abendblatt.de/dpa)