Putin in Krisengebiet gelandet

Moskau. Der russische Regierungschef Wladimir Putin ist überraschend von den Olympischen Spielen in Peking in die kaukasische Konfliktregion gereist. Putin sei am Sonnabendabend (Ortszeit) in der Hauptstadt der russischen Teilrepublik Nordossetien, Wladikawkas, eingetroffen, meldete die Agentur Interfax. Das Staatsfernsehen zeigte, wie der 55-Jährige unmittelbar nach der Landung, noch auf dem Rollfeld stehend, bereits Gespräche mit russischen Militärs führte. Putin hatte sich als Präsident im Tschetschenienkrieg im Kaukasus als unnachgiebiger Befehlshaber gezeigt. Oberbefehlshaber der russischen Armee ist laut Verfassung der jetzige Kremlchef Dmitri Medwedew.

Putin wolle in Wladikawkas über Hilfe für die benachbarte und von Georgien abtrünnige Republik Südossetien beraten, sagte ein Regierungssprecher. Dabei gehe es auch um das Schicksal hunderter Flüchtlinge, die während der blutigen Gefechte in Südossetien über die Grenze gekommen seien. Noch wenige Stunden zuvor hatte das Fernsehen Putin bei einem Treffen mit russischen Athleten im olympischen Dorf in China gezeigt. Der Regierungschef habe wegen des Konflikts im Kaukasus seine Pläne geändert, sagte der Sprecher.