Kommentar

So verspielt der HSV die Zukunft

Dem Team von Trainer Hannes Wolf droht ein Dauergastspiel in Liga zwei.

Wenn man sich über etwas maßlos ärgert, gilt es als guter Rat, vor einer kritischen Einordnung eine Nacht darüber zu schlafen, um nicht seinen Emotionen freien Lauf zu lassen und womöglich über das Ziel hinauszuschießen.

Sorry, HSV, hat dieses Mal leider nicht funktioniert.

Die Art und Weise der 1:2-Niederlage gegen Magdeburg hat den leidgeprüften Anhängern der Hamburger brutal vor Augen geführt, dass die Wahrscheinlichkeit, eine weitere Saison in der Zweiten Liga zu verbringen, größer ist als der schnelle Wiederaufstieg.

Fußballerisch ein Armutszeugnis

Fußballerisch war der Auftritt der HSV-Kicker ein Armutszeugnis – und auch Trainer Hannes Wolf sah von außen tatenlos zu, wie beispielsweise ein Gideon Jung einen Gruselauftritt hinlegte, wie man ihn lange nicht mehr von einem HSV-Spieler im Volkspark gesehen hat. Mag sein, dass der eine oder andere junge Spieler jetzt, in der Schlussphase der Saison, den Druck spürt und die Nerven flattern. Aber gerade dann sind die Übungsleiter gefordert, den Spielern mit klaren Anweisungen Stabilität zu verleihen.

Wer sich fragt, wie sich die extremen Leistungsschwankungen erklären lassen: In der Regel sind sie der Beleg für fehlende Qualität. Wer aufmerksam zugeschaut hat in dieser Saison, dem ist schon längst aufgefallen, dass der HSV in unschöner Reihenfolge immer dann Pleiten kassierte, wenn wichtige Stützen ausfielen oder sich ein Formtief nahmen, wie am Montag Orel Mangala.

Am Mittwoch parlierten Bernd Hoffmann und Marcell Jansen nach dem Einzug ins Pokal-Halbfinale noch gut gelaunt über die Zukunft des Clubs. Wenige Tage später muss man feststellen, dass der HSV in dieser Form seine Zukunft verspielt. Denn wer bitte möchte sich noch eine weitere Saison für viel Geld dieses Gewürge anschauen?