Meinung
Kommentar

Falschparker? Ein Fall für die Polizei!

Matthias Popien ist Redakteur in der Lokalredation des Hamburger Abendblattes.

Matthias Popien ist Redakteur in der Lokalredation des Hamburger Abendblattes.

Foto: Birgit Schücking

Es ist keine Bürger-Aufgabe, Gesetzesregeln durchzusetzen. Mit dem Jedermannsrecht sollte man zurückhaltend umgehen.

Falschparker nerven. Denn sie halten sich nicht an die Regeln – Regeln, die gemacht worden sind, um das Leben zu erleichtern. Wie rücksichtslos manche Autofahrer sind, lässt sich auf Supermarkt-Parkplätzen besonders gut beobachten. Schwerbehindertenparkplätze liegen aus gutem Grund nahe dem Eingang. Das macht den Einkauf für die Parkberechtigten einfacher.

Ziemlich häufig entsteigen dann aber doch junge, fitte Menschen dem dort abgestellten Fahrzeug, und auch einen Behindertenausweis sucht man hinter der Frontscheibe vergebens. Verständlich, dass dann derjenige, der dort parken darf und will, aber nicht kann, weil der Platz besetzt ist, Anzeige erstattet.

Zurückhaltung beim "Jedermannsrecht"!

Es gibt sicher noch ein paar weitere Situationen, bei denen der Gang zur Polizei geboten und nachvollziehbar ist. Ansonsten aber sollten wir mit der Möglichkeit, das sogenannte Jedermannsrecht zu benutzen und Parkverstöße zu melden, vorsichtig sein. Denn erstens sollte in einer demokratischen Gesellschaft niemand mit der Angst leben müssen, in zu starkem Maß von seinen Mitmenschen kontrolliert und überwacht zu werden.

Würden Sie einen Falschparker bei der Polizei anzeigen?

 

Und zweitens gibt es Experten für derartige Regelverstöße – die Polizei. Sie kann am besten beurteilen, ob das Parken an dieser bestimmten Stelle tatsächlich verboten ist und welche Strafe adäquat ist, falls das der Fall sein sollte.

Wenn nun die Zahl der durch Dritte gemeldeten Parkverstöße steigt, ist das folglich keine gute Nachricht. Die Polizei hat offenbar Terrain verloren – und sollte nun alles tun, um es zurückzugewinnen. Die Zahl der Autos in Hamburg nimmt zu, damit dürfte logischerweise in den kommenden Jahren auch eine steigende Zahl an Parkverstößen einhergehen. Notiert werden sollten sie von unseren Spezialisten für Regelverletzungen – von Polizisten.