Meinung
Kommentar

Warum Hamburg den neuen Stadteingang braucht

An den Elbbrücken soll die Stadt ein passendes Entree bekommen.

Es soll ja Menschen geben, die Hamburg für die schönste Stadt der Welt halten. Ihnen ist ein Ausflug an die Billhorner Brückenstraße dringend zu empfehlen. Rund vier Kilometer von Jungfernstieg und Landungsbrücken entfernt entfaltet sich eine ganz andere Welt: Hier hat in den vergangenen Jahrzehnten das Prinzip Zufall die Stadt geprägt – ein völlig überdimensioniertes Autobahnkleeblatt steht noch als Denkmal geplatzter Planungen der autogerechten Stadt herum, ein „Torso aus Versatzstücken“ ergänzt es.

Dieser Unort ist nicht irgendwo, sondern dort, wo die innere Stadt beginnt: an den Elbbrücken, zwischen der Veddel und Rothenburgsort, zwischen HafenCity und Billebogen, in direkter Nachbarschaft zum Kleinen Grasbrook. Genau dieser Ort soll nun neu gedacht und geplant, zu einem Scharnier der wachsenden Stadt werden. Mit seiner Nähe zum Wasser und den Grünzügen der Stadt ist das kein überhöhter Anspruch. Und mit der Breite eines Gesamtplans könnte das Klein-Klein endlich der großen Perspektive weichen.

Drei renommierte Büros haben ihre Ideen zur Zukunft des Raums zwischen Hammerbrook und der Veddel im Rahmen eines Testplanungsverfahrens eingebracht – ein Modus, der in Deutschland eher unbekannt ist. Das Charmante daran: Aus allen Entwürfen können Elemente flexibel kombiniert werden. Dem Stadteingang an den Elbbrücken wäre ein neues Entree dringend zu wünschen. Dort, wo die Zukunft Hamburgs liegt, müssen die Irrwege der Vergangenheit verschwinden.

Der geplante Elbtower und die Mehrzweckhalle Elbdome werden nur in einem attraktiven städtebaulichen Umfeld funktionieren. Diese Vorhaben sind es auch, die den Druck erhöhen, dass der peinliche Stadteingang an den Elbbrücken sich endlich zum einladenden Tor mausert.