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2025 soll die HafenCity (fast) vollendet sein

Deutschlands erstes Holzhochhaus soll Büros, Wohnungen und eine
Ausstellung beherbergen.

Deutschlands erstes Holzhochhaus soll Büros, Wohnungen und eine Ausstellung beherbergen.

Foto: Stoermer Murphy and Partners

Im Elbbrückenquartier werden 1400 Wohnungen sowie Büros gebaut, auch der Wolkenkratzer Elbtower und ein Holzhochhaus.

Hamburg.  Das Areal misst mehr als 210.000 Quadratmeter und ist die größte noch unbebaute Fläche in der HafenCity. In den nächsten Jahren werden dort Milliarden investiert. Die Rede ist vom Elbbrückenquartier, das bis 2025 gebaut werden soll. 22 Baufelder werden dort entwickelt – 557.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche sollen entstehen.

Sieben Flächen wurden bereits Bauherren zur Entwicklung anhand gegeben oder verkauft. Gewerbeflächen, Büros und öffentliche Nutzungen mit rund 11.000 Arbeitsplätzen sollen entstehen. Außerdem 1400 Wohnungen, davon mindestens ein Drittel öffentlich gefördert. Auch Hotels, Einzelhandel und Gastronomie sind geplant.

Auf der östlichen Spitze des Areals soll der Elbtower ein architektonisches Wahrzeichen für Hamburg werden. Die Fertigstellung des 245 Meter hohen Gebäudes ist für 2025 geplant. Das Hochhaus, das die Signa Prime Selection realisiert, wird einen Mix aus Büroflächen, Hotel, Gastronomie und „öffentlichkeitsbezogenen Nutzungen“ bieten. Dazu gehört eine Aussichtsplattform.

Moderne Metropole am Wasser

Noch ist das Elbbrückenquartier eine Brachfläche. Einzig der vom Hamburger Büro gmp Architekten von Gerkan Marg und Partner gestaltete U-Bahnhof Elbbrücken wurde bereits eingeweiht. Aber das soll sich bald ändern. Auf ersten Flächen sei bereits mit den bauvorbereitenden Maßnahmen begonnen worden, sagte HafenCity Hamburg GmbH-Chef Jürgen Bruns-Berentelg dem Abendblatt. „Wenn das Quartier Elbbrücken vollendet ist, dann stehen wir auch kurz vor der Vollendung eines der größten innerstädtischen Stadtentwicklungsprojekte in Europa.

Denn danach werden nur noch einige Rest­flächen in der HafenCity bebaut“, so Bruns-Berentelg. Stadtentwicklungs­senatorin Dorothee Stapelfeldt (SPD) sagte dem Abendblatt: „Das Elbbrückenquartier bildet einen Teil des neuen südlichen Stadteingangs, hier zeigt sich Hamburg als moderne Metropole am Wasser. Das Quartier an der Spitze des Baakenhafens bildet zusammen mit dem Elbtower den „Schlussstein“ der Entwicklung der HafenCity im Osten.“

HafenCity-Chef hat große Pläne

Der HafenCity-Chef hat große Pläne: Hier solle ein lebhaftes metropolitanes Quartier mit anspruchsvoller Architektur, viel Grün, großzügigen öffentlichen Plätzen und einer Nutzung geschaffen werden, die über Wohnen und Büros hinausgehe. Sein Ziel: „Wir wollen ein Quartier entwickeln, das zu einer modernen europäischen Metropole passt und in dem auch Kultur eine große Rolle spielt.“ Bruns-Berentelg sitzt in einem Besprechungsraum mit Blick auf den Magdeburger Hafen und hat vor sich einen Plan liegen, auf dem das Quartier Elbbrücken eingezeichnet ist.

„Ideen für die Weiterentwicklung“ ist darauf zu lesen. Und Ideen haben Bruns-Berentelg und sein Team viele: „Zusätzlich zu den Grundstücken, die wir ausschreiben oder die an Wirtschaftsförderungsfälle gehen, werden sechs der Grundstücke freihändig als Ideenträgerkonzept vergeben. Wir entwickeln dafür gemeinsam mit Kreativen und möglichen Bauherren besondere Konzepte.“

Private Hochschule ist geplant

Für das Baufeld 120 ist zum Beispiel eine private Hochschule sowie eine Kulturnutzung mit Ausstellungsflächen im Gespräch. Besondere Kulturnutzungen, von künstlerischer Produktion bis hin zu museumsähnlichen Nutzungen, sind auch auf den Baufeldern 112, 113, 114 und 115 vorgesehen.

Sieben Grundstücke sind bereits anhand gegeben beziehungsweise an Bauherren verkauft worden. Auf dem Baufeld 102, das das Entree zum Quartier bildet, entsteht Deutschlands erstes Holzhochhaus. In dem 60-Meter-hohen Gebäude soll auf rund 22.500 Quadratmetern Bruttogeschossfläche eine Mischung aus gefördertem Wohnen, Büros und einer Ausstellung der Deutschen Wildtier-Stiftung verwirklicht werden.

Ein Solargebäude als Firmensitz plant Enerparc auf rund 7000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche. Auch Hamburgs größtes Kongresshotel mit einem Konferenzsaal für bis zu 1100 Personen und rund 600 Zimmern ist geplant. Die Anhandgabe für das Baufeld 119 hat der Hamburger Projektentwickler ECE erhalten. Der Architektenwettbewerb wurde bereits vor geraumer Zeit abgeschlossen. Aber das Ergebnis wurde noch nicht öffentlich vorgestellt. Auf der ECE-Internetseite ist von einer Fertigstellung im Frühjahr 2021 zu lesen. Doch diese Planung ist nicht mehr einzuhalten. Die Verhandlungen mit einem Betreiber für das Hotel sollen aber weit fortgeschritten sein. Immer wieder fallen die Namen der amerikanischen Ketten Hilton und Marriott in diesem Zusammenhang.

Vattenfall zieht in Elbbrückenquartier

Die Entscheidung für einen Umzug aus der City Nord in das Quartier Elbbrücken hat der Energiekonzern Vattenfall bereits getroffen. Auf Baufeld 117 wird Edge Technologies ein Gebäude mit 22.700 Quadratmetern Bruttogeschossfläche für das Unternehmen und weitere Büromieter am Amerigo-Vespucci-Platz errichten. Der Bezug ist 2023 geplant. Das erste Gebäude im Quartier Elbbrücken könnte direkt neben der U-Bahnhaltestelle fertiggestellt werden.

Dort wird in Kürze die Baugrube für das bundesweit erste Präventionszentrum der gesetzlichen Unfallversicherung ausgehoben. Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) und die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) sind die Bauherren. Das 18-geschossige Hochhaus soll Anfang 2023 bezogen werden.