Meinung
Abendblatt-Autoren

Wer ist eigentlich … Georg J. Schulz?

Georg J. Schulz

Georg J. Schulz

Foto: André Bruns

Immer montags: der Fragebogen an die Abendblatt-Autoren, deren Namen man beinahe jeden Tag in der Zeitung liest.

Ich bin Journalist geworden, weil:
… ich schon als Jugendlicher fasziniert war, wenn ich im Fernsehen die Berichte der Auslandskorrespondenten gesehen habe. Das, dachte ich mir, würde ich auch gerne mal machen: weit über den eigenen Tellerrand hinausschauen und dabei interessante Leute treffen.


Meine großen Themen sind:
… zum Glück nicht eng definiert. Viele Jahre lang hatte ich die Verantwortung für den Auto- und den Reiseteil. Da ich mich nun vor allem um Extras und Magazine kümmere, reicht das Themenspektrum von digitaler Wirtschaft über Hamburger Historie bis zum Radfahren oder der lokalen Gastronomie.


Ich wollte zum Hamburger Abendblatt,
weil:
… ich der Stadt so auch nach meinem Wechsel eng verbunden bleiben konnte.


Drei Dinge, die ich an Hamburg und
dem Norden am meisten schätze:
Man redet selten zu viel oder um den heißen Brei herum. Ein „Moin“ passt zu jeder Tageszeit. Und zum Wasser ist es nie weit.


Drei Dinge, die in Hamburg besser
werden müssen:
Wir sollten weniger mit dem Auto fahren und den Raum lieber den Menschen zurückgeben. Wir sollten nicht glauben, Hamburg sei die einzige schöne Stadt in der Welt. Und wir sollten mehr Wert auf interessante Architektur bei Wohnungsbauprojekten legen.


Demnächst würde ich gern mal ein
Interview führen mit:
… Donald Trump.


Das wären meine wichtigsten Fragen:
Glauben Sie eigentlich selbst alles, was Sie nachts twittern? Und: Gibt es einen Menschen auf der Welt, dessen Rat Sie wirklich respektieren?


Der interessanteste Interviewpartner,
den ich bisher hatte:
Dieter Zetsche, der als einer der ersten seiner Zunft erkannt hat, dass sich Wirtschaftsbosse im Denken und Auftreten verändern müssen. Aber auch Ashin
Kelasa, ein Mönch im Mahagandayon-Kloster in Myanmar – von ihm habe ich einiges über den Buddhismus gelernt.


Die schwierigste Geschichte, die ich
recherchieren musste:
Als Volontär wurde ich von „Bild“ an die Nordseeküste geschickt, um über ein verschwundenes Mädchen zu berichten und mit seinen Eltern zu sprechen. Es ist nie wieder aufgetaucht.


An diese Geschichte von mir denke ich
gern zurück:
Eine Reportage vom damals größten Segelschiff der Welt („Royal Clipper“). Wir waren in Griechenland unterwegs.
Im letzten Leserbrief, den ich
bekommen habe, ging es um:
… meinen Leitartikel zum Thema generelles Tempolimit auf Autobahnen. Es waren sogar mehrere Briefe. Die einen waren wie ich dafür, über bundesweite Limits nachzudenken, die anderen strikt dagegen.


Im Hamburger Abendblatt lese ich
am liebsten:
Die Zeile über dem Wetterbericht auf Seite 1, das Lokale, die Leserbriefe und (immer noch) den Sportteil, wenn es um den HSV geht.


Wenn ich Chefredakteur des
Abendblatts wäre, würde ich:
… wie der jetzige Chef alles dafür tun, dass die Marke auch ohne enge Bindung an bedrucktes Papier überleben kann.


Neben dem Hamburger Abendblatt
lese ich zum Beispiel:
… sehr viel online, von spiegel.de über faz.net und sueddeutsche.de bis hin zu BBC News, kicker.de und dem Morning Briefing von Gabor Steingart. Habe ich mehr Zeit (etwa am Wochenende), darf es immer noch gerne Papier sein – oder zumindest ein E-Paper, das so gestaltet wurde wie eine gedruckte Seite.


Wenn das Abendblatt ein Mensch wäre,
dann wäre es:
… ein Freund, auf den ich mich verlassen kann. Aber der auch mal Klartext redet.


Die sozialen Medien sind für mich:
… ein immer wichtiger werdender Kanal für Unterhaltung und Information.


Meine größte Leidenschaft ist:
… das Reisen.


Meine Lieblingsplätze in Hamburg sind:
… mein Garten, die Radwege an der Alster und der Hafen.


Vita:
Georg J. Schulz (54), geboren in Flensburg, ist Diplom-Volkswirt, war an der Journalistenschule Axel Springer und kam 2001 von der „Welt am Sonntag“ zum Abendblatt. Er lebt mit seiner Familie in Fuhlsbüttel.